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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt 13.12.2009, 15:48   #1
Quicksilver
lebendig
 
Registriert seit: 28.10.2009
Beiträge: 350
Standard Picknick

.
.

Umsäumt von sanftem Sonnenschein,
verträumt durch Ruhe und Geduld
vermeiden wir so den Tumult
und weiden uns am Glücklichsein.

Der Picknickkorb ist prall gefüllt
mit Lebensfreude, Sicherheit
und süßer Unergründlichkeit,
die sich in lautes Schweigen hüllt.

Begierig greifen wir hinein,
erfreuen uns an diesem Tag,
der für uns niemals enden mag.
Wir atmen sachte aus und ein.

Geändert von Quicksilver (06.01.2010 um 19:32 Uhr)
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Alt 13.12.2009, 16:19   #2
Blaugold
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 23.02.2009
Ort: BadenWürttemberg
Beiträge: 526
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Hallo Quicksilver

Dein Gedicht liest sich sehr beschaulich, von dir wahrscheinlich auch beabsichtigt, und die letzte Zeile kommt meditativ.

Inhaltlich finde ich es deshalb wenig spannend, es passiert nichts Außergewöhnliches, ist aber ok so.
Philosophisch angehaucht aber sagt es wohl aus, dass Picknick im übertragenen Sinn eben auch Abschalten vom Stress des Arbeitsalltages ist.

Technisch sind die Reime sehr einfach gepaart, metrisch ist es bis auf eine Stelle gut zu lesen.

Umsäumt von sanftem Sonnenschein,
verträumt durch Ruhe und Geduld
vermeiden wir jeden Tumult
und weiden uns am Glücklichsein.


da muss ich das jeden unnatürlich betonen, das ist dir sicher bekannt.
das könnte beispielsweise ausgebessert werden durch so den anstatt jeden; vielleicht legst du ja Wert auf dahingehende Korrektur und du lässt dir eigenes einfallen.

Ich habe mal ein Picknick-Gedicht in Mundart verfasst, das ist ein wenig augenzwinkernd zu lesen:

Sonneschei
für gute Laune
a grüne Wies
für d Romantik

an Korb voller Fressalie
für dr Mage
an Kaschte Bier
für dr Durscht

ond für d Schtimmong
solltet
a paar Amoise her ...



Blaugold
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Alt 18.12.2009, 18:25   #3
Quicksilver
lebendig
 
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Beiträge: 350
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Hallo Blaugold,

Zitat:
Dein Gedicht liest sich sehr beschaulich, von dir wahrscheinlich auch beabsichtigt, und die letzte Zeile kommt meditativ.
Ich wollte zwar nicht auf Yoga oder Zen hinaus, aber es sollte schon inne gehalten werden

Zitat:
Inhaltlich finde ich es deshalb wenig spannend, es passiert nichts Außergewöhnliches, ist aber ok so.
Philosophisch angehaucht aber sagt es wohl aus, dass Picknick im übertragenen Sinn eben auch Abschalten vom Stress des Arbeitsalltages ist.
Es muss nicht nur der Arbeitsalltag gemeint sein, sondern kann sich auch auf allgemeine Unruhe im Umfeld beziehen. Wenn man dann Momente der Ruhe gemeinsam finden und ausnutzen kann, ist es für mich wie ein kleines, inneres Picknick, welches natürlich das Gegenteil von spannend sein soll

Zitat:
da muss ich das jeden unnatürlich betonen, das ist dir sicher bekannt.
das könnte beispielsweise ausgebessert werden durch so den anstatt jeden; vielleicht legst du ja Wert auf dahingehende Korrektur und du lässt dir eigenes einfallen.
Du hast recht. Diese Betonung unterstützt aber m.E. genau den Inhalt. Solltest du nicht der einzige sein, der sich am Tumult bei der Betonung des Tumults stößt, werde ich ändern

Dein mundartliches Gedicht ließ mich ebenfalls schmunzeln. In welchem Dialekt ist es? Ich kann es nicht ganz zuordnen.

Grüße
von
Quicksilver
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Alt 20.12.2009, 20:50   #4
ginTon
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hallo quick,,

ich mich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die zweite und dritte Strophe aufgrund des gesamten Aufbaus am besten gefallen. die erste Strophe finde ich insofern sicherlich auch gut, jedoch fällt mir auch hier auf (wie bei einem vorherigen Gedicht) das die Zeilenanfänge der ersten Strophe doch mit sehr dynamischen Worten oder sagen wir aktiven beginnen "umsäumen, verträumen, vermeiden"..zum einen wirkt die Strophe dann sehr unruhig und hinzu kommt der aufzählerische Charakter..sicherlich ist es für mich ungewöhnlich zu lesen und deswegen...

insgesamt gefällt mir das Werk eigentlich schon sehr gut, bei der ersten Strophe jedoch bin ich am wanken...sie scheint zwar eine Art Einleitungsstrophe zu sein, eine Hinführung zu dem was kommt, sozusagen als conclusio schon vorgefasst, aber da sie sehr aktiv auf mich wirkt, ist sie rein sprachlich eigentlich der Gegenpart zur Ruhe...aber vllt sehe ich es auch falsch...

schönes Werk , sehr gerne gelesen LG gin
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Ich habe dir mein ganzes Herz ausgeschüttet, erschüttert wie wir waren...

Alles, was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. (Hopi)


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Alt 04.01.2010, 13:34   #5
Quicksilver
lebendig
 
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Hallo ginton,

Zitat:
ich mich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die zweite und dritte Strophe aufgrund des gesamten Aufbaus am besten gefallen.
Es freut mich, wenn sie dir gefallen.

Zitat:
die erste Strophe finde ich insofern sicherlich auch gut, jedoch fällt mir auch hier auf (wie bei einem vorherigen Gedicht) das die Zeilenanfänge der ersten Strophe doch mit sehr dynamischen Worten oder sagen wir aktiven beginnen "umsäumen, verträumen, vermeiden"..zum einen wirkt die Strophe dann sehr unruhig und hinzu kommt der aufzählerische Charakter..sicherlich ist es für mich ungewöhnlich zu lesen und deswegen...
Puhh, also ich kann weder am Klang, noch am Inhalt der Worte "umsäumt" und "verträumt" etwas störend Dynamisches ausmachen auch wenn es sich um Partizipien handelt. Für mich klingen diese Wörter eher andächtig beschreibend als dynamisch aktiv. Unruhig wirkt es auf mich noch weniger. Der aufzählerische Charakter ist hingegen sicherlich gegeben. Der ist jedoch auch intendiert.

Zitat:
insgesamt gefällt mir das Werk eigentlich schon sehr gut, bei der ersten Strophe jedoch bin ich am wanken...sie scheint zwar eine Art Einleitungsstrophe zu sein, eine Hinführung zu dem was kommt, sozusagen als conclusio schon vorgefasst, aber da sie sehr aktiv auf mich wirkt, ist sie rein sprachlich eigentlich der Gegenpart zur Ruhe...aber vllt sehe ich es auch falsch...
Ja, wir empfinden hier sehr unterschiedlich.

Zitat:
schönes Werk , sehr gerne gelesen LG gin
Das freut mich natürlich, trotz der Aktivität :-)

Grüße
von
Quicksilver
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Alt 04.01.2010, 14:33   #6
Medusa
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Hallo Quicksilver,

vorab dies: Mir gefällt der "Tumult" auch nicht. Erstens, weil er in Deine verträumte Stimmung nicht passt, und Zweitens, weil Du sicher einen anderen Begriff finden könntest: Unordnung, Unruhe oder sowas Ähnliches. Außerdem stimmt die Betonung in diesem Vers nicht .

Mit kommt Dein Gedicht wie ein Traum daher und der Picknickkorb als eine sehr gelungene Metapher, sich einen Rückzug aus dem Chaos um uns herum zu bewahren.

Mir gefällt Dein Werk sehr gut, es ist sehr romantisch und leicht zu lesen.
Herzliche Grüße,
Medusa.
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Alt 06.01.2010, 12:01   #7
Motti
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Hallo Quicksilver,
bei deisem Picknick wäre ich doch nur zu gerne dabei!
Ich finde deine Idee, den Korb mit diesen so wichtigen und schönen Dingen zu füllen, anstatt Butterbrot und Saft hineinzupacken, wirklich toll!

Hatte ich nicht erwartet!
__________________
Ganz liebe Grüße,
die Motti.
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Alt 06.01.2010, 17:55   #8
Sidgrani
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Dein Picknickkorb gefällt mir, Quicksilver, er lädt zum mehrmaligen Lesen ein.

Bin allerdings auch spontan über die "Tumultzeile" gestolpert, die liest sich nicht so leicht, wie die übrigen Zeilen. Vorschläge hast du ja schon einige bekommen.

Es grüßt dich
Mandrillo
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Alt 06.01.2010, 19:31   #9
Quicksilver
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Hallo Medusa,

da der Tumult wirklich niemandem zusagt, werde ich den Vorschlag von Blaugold annehmen. So ist der Tumult ebenfalls untumultig und gediegen Den Begriff an sich lasse ich stehen, weil er für Autor und Angesprochene eine tiefere Bedeutung hat.

Zitat:
Mit kommt Dein Gedicht wie ein Traum daher und der Picknickkorb als eine sehr gelungene Metapher, sich einen Rückzug aus dem Chaos um uns herum zu bewahren.
Interpretierst du ausnahmsweise doch einmal Inhalte? Du triffst hier natürlich ins Schwarze.

Zitat:
Mir gefällt Dein Werk sehr gut, es ist sehr romantisch und leicht zu lesen.
Genau diese Attribute hatte ich versucht, zu erreichen. Es freut mich, dass es mir für dich gelungen ist.


Hallo Motti,

Zitat:
bei deisem Picknick wäre ich doch nur zu gerne dabei!
Mit der richtigen Person kann ich das nur empfehlen

Zitat:
Ich finde deine Idee, den Korb mit diesen so wichtigen und schönen Dingen zu füllen, anstatt Butterbrot und Saft hineinzupacken, wirklich toll!
Das ist, wie so vieles, von der Situation abhängig. In gewisser Lage ist sicherlich Butterbrot und Saft wichtiger

Ich danke für deinen Kommentar und das Lob.


Hallo Mandrillo,

den gewollten Tumult in dieser Zeile habe ich nun beseitigt.

Ich lade natürlich weiter ein

Liebe Grüße an alle
von
Quicksilver
__________________
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Quicksilver ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2010, 21:28   #10
Gert-Henrik
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Quicksilver Beitrag anzeigen
.
.

Umsäumt von sanftem Sonnenschein,
verträumt durch Ruhe und Geduld
vermeiden wir so den Tumult
und weiden uns am Glücklichsein.

Der Picknickkorb ist prall gefüllt
mit Lebensfreude, Sicherheit
und süßer Unergründlichkeit,
die sich in lautes Schweigen hüllt.

Begierig greifen wir hinein,
erfreuen uns an diesem Tag,
der für uns niemals enden mag.
Wir atmen sachte aus und ein.
Die Unergründlichkeit, das sachte Atmen...
Wirklich ungestört, gewollte Zweisamkeit, ein herrlicher Tag - und dazu noch ein gutes Essen?
Die für mich zwangsläufig folgende Erotik ist so gekonnt angehaucht - schön

LG, L.
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