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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.026
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Sternenlos Es war nicht nur ein Ort. Es war die Geografie meines Atems. Fast zwei Jahrzehnte lang. Ein Hafen, in dem jeder Stein meinen Namen kannte. Jede Planke unter meinen Schritten erzählte vom Bleiben, vom Sichersein, vom Wir. Zwei Jahrzehnte – eine Ewigkeit aus Vertrauen, ein Geflecht aus Licht und Gewohnheit, das nun wie morsches Tauwerk reißt. Der letzte Anker ist gelichtet. Nicht von meiner Hand, sondern vom Zug der Zeit. Hinter mir, tief im Nebel der schwindenden Küste, erlischt das letzte Feuer, das mich wärmte. Dein Licht, das mein Norden war, wird zu einem matten Schimmer, zu einem fernen Punkt, bis die Dunkelheit ihn lautlos verschlingt. Jetzt treibe ich. Die Strömung ist ein stilles Ungeheuer, das mein Boot in das weite Schweigen trägt. Ich halte ein Ruder in der Hand, ein hilfloses Stück Holz gegen die Unendlichkeit. Ich könnte lenken. Ich könnte kämpfen. Doch gegen das Meer der Erinnerung gibt es keine Richtung, die Rettung verspricht. Diese Freiheit ist ein Exil. Eine Weite, die mich nie gerufen hat, ein Horizont, der keine Gnade kennt. Kein Leuchtfeuer weist den Weg, kein Landstreifen im endlosen Grau. Die Wolken lasten schwer, als wollten sie die Welt erdrücken. Die Sterne sind fort. Vielleicht sind sie noch da, hinter dem Schmerz. Doch für mich sind sie erloschen, verglüht im Feuer des Abschieds. Ich weiß nicht, wohin der Wind mich trägt. Ich kenne das Ziel nicht. Doch während das Wasser gegen das Holz schlägt, verstehe ich: Ich muss nicht mehr navigieren. Ich kann das Meer nicht besiegen. Ich lege das Ruder beiseite. Die Hände sind leer, das Herz ist schwer. Ich lege mich flach in das Boot. Ich schaue hinauf in das vollkommene Schwarz. Ich spüre das Rollen der Wellen unter mir, ein rhythmisches Schaukeln in die Vergessenheit. Die Angst ist gewichen, gefolgt von einer schweren, unendlichen Müdigkeit, die mich tiefer in das Holz drückt. Lass die Wellen kommen. Lass den Nebel bleiben. Ich bin ein Schatten auf dem Wasser, ein Teil der Nacht, sternenlos, ohne Ufer. Ich bin einfach nur noch da. Und das ist genug. Falderwald . .. .
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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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