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#1 |
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Eiland-Dichter
Registriert seit: 18.04.2021
Beiträge: 96
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Kannst du dich entsinnen?
An diese funkelnd-rote Helle, den Impuls von tief drinnen, aus der Ewigkeit die Welle, aus dem Blut unsrer Ahnen, vor Anbeginn unsrer Zeit, aus dem Nichts durch unsre Bahnen wollt's in die Unendlichkeit, bis Leben spricht nachts zärtlich: schau, wie ich dir Frieden bring. schau, es flackert, wehrt sich, küss' ganz einfach meinen Ring, zwischen Finger bisschen Spucke, Rauchgeruch, ein Zischen, ein Dämmerschlaf und ein Gezucke, ein Aufstehen, ein Augenwischen, ein fortan noch Dahintreiben. Ein bisschen Totenstille. Was drinnen ist, soll drinnen bleiben, ein Wollen nur noch ohne Wille. Kannst du dich noch entsinnen? Hörst du ihn zur Seele sprechen, durch Impuls von ganz tief drinnen Flammen Richtung Himmel stechen? Jedes Schwirren, jedes Funkeln, jeden Stern und jedes Licht, jedes Flüstern, jedes Munkeln, deine Träne, dein Gesicht, An alle! Dich! An Ihn! Und sie! Jede Hoffnung, jeden Glauben, ein Leben aus den Welten, die schimmerten aus großen Augen, schenk ich dir zu Abschiedsküssen, schenk ich dir dann mit zu Haus, dann wird hinter dir zugeschmissen und ich lösche mein Feuer aus und lass dir damit meine Liebe und werde mit dem Weg verschwinden, der ansonsten keiner bliebe - doch mein Schatz, du wirst mich finden in euch drin auf tausend Kerzen, von Nord-Nord-Nord-Nord-West, das Feuer aus dem tiefstem Herzen. Die Ewigkeit kriegt meinen Rest. |
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#2 |
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Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 203
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Lieber MakaVeli,
dein Text hat eine ganz eigene Glut, die man sofort spürt. Dieses „Kannst du dich entsinnen?“ wirkt wie ein Ruf aus einer Tiefe, die man nicht oft betritt. Ich musste beim Lesen ein wenig an jene Nächte denken, in denen man nicht weiß, ob man träumt oder erinnert – und beides verschwimmt zu etwas, das man nur fühlen kann. Die Mischung aus Feuer, Ahnen, Rauch und diesem leisen Zischen hat etwas sehr Archaisches. Ich kenne solche Momente, in denen ein kleiner Impuls plötzlich eine ganze innere Landschaft aufwühlt. Dein Gedicht fängt das gut ein – dieses Aufstehen, Augenwischen, Weitergehen, obwohl man noch halb im Dämmer steckt. Besonders stark finde ich die Stellen, in denen du das Persönliche mit dem Überzeitlichen verbindest. „An alle! Dich! An Ihn! Und sie!“ – das hat fast etwas Beschwörendes. Man merkt, dass hier nicht nur ein Gefühl beschrieben wird, sondern ein ganzes inneres Ritual. Der Schluss ist sehr zart, trotz all der Wucht davor. Dieses Bild, dass dein Feuer weiter in tausend Kerzen brennt, hat etwas Tröstliches. Manchmal bleibt ja wirklich nur ein kleiner Rest, der weiterleuchtet, wenn alles andere verschwunden ist. Herzliche Grüße von Xenia
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