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#1 |
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Max Vödisch
Registriert seit: 26.03.2013
Ort: Osterzell
Beiträge: 46
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Die Nacht legt ihr Ohr an Beton,
zählt Atem, der zwischen Mauern zerbricht. Ein fernes Leuchten hält stur seine Position, wie ein Gedächtnis aus flackerndem Licht. Ich gehe durch Straßen, vom Tag noch bewohnt, wo Asphalt die Hitze der Stunden noch kennt. An Kreuzungen stehen Laternen geklont, wie Fragen aus Glas unter dem Firmament. Gesichter gleiten vorbei ohne Ziel, kein Blick hebt sich aus dem Moment. Die Stimmen sind laut, doch sie sagen zu viel, bis jedes Echo sich selbst nicht mehr kennt. Ich rufe ins Dröhnen, das keiner mehr hört, vor dem Schweigen, das langsam euch frisst. Doch jedes Wort, das sich atmend empört, zerbröselt im klaren Laternenlicht. Ein Wind zieht die Spuren aus Staub an die Wand, als wollte er flüchtig im Gehen verstehen. Die Lichter verharren als Wächter im Land, als hätten sie alles schon kommen gesehen. Geändert von Max Vödisch (Gestern um 16:37 Uhr) Grund: Ich habe den Veränderungsvorschlag angenommen. |
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#2 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.002
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Hallo Max,
ein sehr atmosphärisches Werk, das die Kälte und Anonymität der nächtlichen Straße fast physisch spürbar macht. Besonders das Bild der „Laternen geklont“ als „Fragen aus Glas“ hat mich beeindruckt – das beschreibt dieses starre, künstliche Licht, das zwar hell macht, aber keine Wärme spendet, hervorragend. Deine Interpretation des „Schweigens“ als etwas, das die Menschen langsam „frisst“, gibt dem Text eine existenzielle Tiefe. Zur letzten Strophe: Das Bild der „Wächter im Land“ ist ein starker Abschluss. Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: Ich würde die Verben in der zweiten und vierten Zeile voll ausschreiben. Das gibt der Strophe mehr Gewicht und erzeugt in der zweiten Zeile sogar einen feinen Doppelreim, der den Rhythmus stabilisiert. Mein Vorschlag für das Ende: Ein Wind zieht die Spuren aus Staub an die Wand, als wollte er flüchtig im Gehen verstehen. Die Lichter verharren als Wächter im Land, als hätten sie alles schon kommen gesehen. Das wirkt für mich „fertiger“ und klanglich voller. Sehr gern gelesen! ![]() Beste Grüße Falderwald
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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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#3 |
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Max Vödisch
Registriert seit: 26.03.2013
Ort: Osterzell
Beiträge: 46
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Hallo Falderwalder,
danke für Deinen positiven Kommentar. Ich habe Deinen Veränderungsvorschlag angenommen. Herzliche Grüße Max |
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