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Alt 29.08.2010, 23:02   #4
Blaugold
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Hallo Chavali

Ich hege dem Gedicht gegenüber unterschiedliche Meinungen.
Einerseits ist die Thematik und die Aussage klar und einfach strukturiert dargelegt.
An diesem Textbeispiel kann man erkennen, dass gemeinsame Vergangenheiten nicht unbedingt auch gemeinsam (gleich) erinnert und mit der Zeit transponiert werden.

Offensichtlich ist das Lyrische Du zu keinem tete a tete bereit, ob bewusst oder nicht ist dem Text nicht zu entnehmen.

Scheinbar ist dieses Gedicht deshalb ein "Sendung" an den/die, denn im Augenblick des Zusammentreffens gab es keine Aussprache.

Die Bitte, zu verzeihen ist für mich eine der wichtigsten menschlichen Gesten oder Handlungen. Wenn man die wirklichen Beweggründe betrachtet, allerdings auch sehr hinterfragwürdig. Fragst du dich auch manchmal, warum dies für den sich schuldig fühlenden Mensch zu gegebener Zeit scheinbar so dringend erbeten wird?
Die Tat, die zur Schuld führte wird dadurch ja nicht mal negiert; das Leid, das zugefügt wurde, auch nicht gelindert.
Ich denke, der Ursprung ist eigentlich wiederum der Egoismus, der sich nicht zur Schuld bekennen möchte. Das Ego kennt sowas nicht an, eigene Schuld! Im Grunde möchte es frei von derlei Dingen sein. Es möchte also, dass die Schuld von ihm genommen wird. Es ist Hinterlist: Bitte nimm deinen Hass, deine Vorwürfe etc. von mir, ich möchte ja geliebt werden. Oder zumindest, damit Ich mich wieder besser fühle.
Was sagt dahingegen die Liebe?
Wir haben unsere Seelen gekränkt. Ich meine, dadurch, dass ich dir nicht mit Liebe und Achtung begegnet bin (falls dies der Fall ist.) Du deine, indem du sie mit Hass, Gram, Verschlossenheit, Unnachgiebigkeit und dergleichen mehr belastest.

Lässt der Verletzte wirklich diese destruktiven inneren Gefühle los, verzeiht er damit auch. Es geht also um das Leid beider.
Liebe kann diesen Zusammenhang erkennen und aussprechen, findest du nicht!
Was meinst du dazu?



Blaugold

Geändert von Blaugold (29.08.2010 um 23:05 Uhr)
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