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#1 |
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Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 208
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Wandtag
Heut Nachmittag hat meine Zimmerpflanze sich einfach provokant zur Wand gedreht, belustigt fragte ich, was soll das Ganze und nahm sie dahin gehend ins Gebet. Ich habe liebevoll mit ihr gesprochen, und nachgefragt, ist das aufgrund des Lichts, gegossen hab ich sie, mit Lob bestochen, ich konnte machen, was ich wollte – nichts! Mich wunderte ihr komisches Betragen, sie stand den ganzen Nachmittag exakt nur völlig still, als wolle sie mir sagen, ich brauche heute keinen Blickkontakt. |
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#2 |
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Eiland-Dichter
Registriert seit: 14.08.2026
Beiträge: 44
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Liebe Xenia,
deine Schlaglichter aus dem Alltag zaubern mir jedes mal mindestens ein fettes Grinsen ins Gesicht, wenn ich nicht laut auflache. Ich verstehe deine Pflanze sehr gut! Es gibt Tage, da brauche ich auch keinen Blickkontakt Wunderschön formuliert und mit leichter Hand aufs Papier geworfen, so kommen deine Texte bei mir an. Liebe Grüße Floris |
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#3 |
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Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 208
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Liebe Floris,
dein Kommentar hat mich wirklich zum Lächeln gebracht. Ich mag es sehr, wie du diese kleinen Alltagsmomente sofort aufnimmst und ihnen etwas Warmes gibst — selbst dann, wenn es eigentlich nur eine störrische Zimmerpflanze ist, die beschlossen hat, heute niemanden anzuschauen. Dass du darin etwas von dir selbst wiederfindest, macht mich froh; genau diese leichten, stillen Szenen wollte ich zeigen. Danke dir für deine lieben Worte. Herzliche Grüße von Xenia
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#4 |
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Neuer Eiland-Dichter
Registriert seit: 27.08.2026
Ort: Bregenz
Beiträge: 10
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Geschätzte Literaturgemeinde
,in der Rubrik „Humor“ liegt uns ein dreistrophiges Gedicht vor. Das Werk widmet sich der humoristischen Personifizierung einer Zimmerpflanze, der menschliche Zickigkeit angedichtet wird. Ein charmanter Alltagseinfall, der sich wohltuend von schwerer Foren-Lyrik abhebt. Das handwerkliche Befundblatt zeigt ein erfreulich sauberes und präzises Bild: 1. Die Struktur der Reime Der Text glänzt durch ein feines Formbewusstsein. Die Autorin wechselt im Kreuzreim (abab) konsequent zwischen weiblichen (klingenden) Reimen (Zimmerpflanze / Ganze) und männlichen (stumpfen) Reimen (gedreht / Gebet) ab. Das verleiht der gesamten Struktur eine harmonische Abwechslung. Auch die saubere, exakte Paarung von exakt und Kontakt am Ende fügt sich reibungslos in dieses handwerkliche Schema. 2. Die metrische Stabilität Das Gedicht wird von der ersten bis zur letzten Zeile durch einen absolut stabilen, flüssigen fünfhebigen Jambus (unbetont – betont) getragen. Jede einzelne Zeile – bis hin zu den anspruchsvolleren Rhythmusgefügen wie „und nachgefragt, ist das aufgrund des Lichts“ oder „sie stand den ganzen Nachmittag exakt“ – hält den Takt vollkommen fehlerfrei durch. Der natürliche Sprachfluss wird an keiner Stelle für das Metrum verbogen. Fazit: Ein humoristisch absolut gelungenes, leichtfüßiges Gedicht. Es beweist, dass sich subtiler Witz und handwerkliche, metrische Präzision im Forenbereich keineswegs ausschließen müssen. Eine rundum saubere Arbeit, an der es textanalytisch nichts auszusetzen gibt. Mit kritischem (und erfreutem) Gruß, Feder Zensor
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Kritisiert wird der Text, niemals der Mensch. |
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