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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 250
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Die Lerche
Ein Federbällchen, zart und klein, kaum größer als des Windes Schein, und doch erfüllt mit Mut und Kraft, wie nur die Schöpfung Wunder schafft. Sie hebt sich aus dem Ackerland, vom Tau benetzt, vom Licht umspannt, steigt hoch ins blaue Himmelzelt, ihr Lied fliegt um die ganze Welt. Sie kennt kein Zögern, keine Rast, kein Gold der Welt, das sie umfasst. Nur ihre Flügel, leicht und frei, tragen sie in des Morgens Mai. Dort oben, wo der Himmel schweigt, wo sich das Blau ins Endlos neigt, ergießt sie jubelnd, klar und rein, ihr Herz in jeden Sonnenschein. Sie singt nicht für den Ruhm der Welt, nicht, weil ihr Beifall je gefällt. Sie singt, weil Singen ihre Freude ist, kein Mensch ihr Liebeslied vergisst. Weit unter ihr das gold'ne Korn, vom Sommerwind sanft auserkorn, die Mohnblumen wie rote Glut, die Felder atmen stillen Mut. Kein König trägt so stolzen Glanz, kein Sänger je den reinsten Kranz, wie diese kleine Lerche dort, mit ihrem himmlichen Akkord. Sie lehrt den Menschen still und sacht: Nicht Größe ist es, die uns macht. Ein kleines Herz, erfüllt von Licht, wiegt oft mehr als ein Weltgericht. O Lerche, kleiner Himmelsgast, du trägst, was kaum ein Mensch umfasst: Dass wahre Freude Flügel zeigt, und jeder Tag sich tief verneigt. Mit Hoffnung wird, wenn man versteht, wie deine Weise aufwärts weht. So singe weiter, Jahr für Jahr, du Himmelskind, so leicht, so klar. Und wenn einst meine Schritte ruhn, die Hände haben nichts zu tun, dann wünsche ich mir still und sacht, du singst auch über meiner Nacht. Dann weiß ich: Über Feld und Zeit, über Kummer und Vergänglichkeit, steigt deine Stimme himmelwärts – und senkt sich tief hinein ins Herz. Geändert von Taxi5013 (07.08.2026 um 10:47 Uhr) Grund: störenden Stern entfernt |
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#2 |
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Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 176
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Lieber Taxi,
deine Lerche hat etwas sehr Anrührendes. Ich musste beim Lesen ein wenig an frühe Sommermorgen denken, wenn man irgendwo auf dem Land unterwegs ist und plötzlich dieses helle, fast übermütige Trillern hört. Das hast du gut eingefangen – dieses Gefühl, dass so ein kleiner Vogel eine ganze Welt zum Klingen bringen kann. Besonders schön finde ich die Stellen, in denen du die Lerche nicht nur beschreibst, sondern ihr fast eine kleine Lebensweisheit mitgibst. „Nicht Größe ist es, die uns macht“ – das hat mich tatsächlich kurz innehalten lassen. Manchmal sind es ja wirklich die kleinen Dinge, die uns durch den Tag tragen. Ich musste auch ein wenig schmunzeln, weil ich einmal eine Lerche gesehen habe, die so hoch gestiegen ist, dass ich sie fast aus den Augen verloren hätte. Da dachte ich mir: Die hat wirklich keine Angst vor der Welt. Dein Gedicht erinnert mich daran. Der Schluss ist sehr zart und persönlich, fast wie ein kleines Gebet. Dieses Bild, dass ihr Lied über der eigenen Nacht weiterklingt, hat etwas Tröstliches. Herzliche Grüße von Xenia
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#3 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 250
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Liebe Xebia,
Du bringst mich heute fast in Verlegenheit, selten habe ich an einen einzigen Tag, so viel Lobendes erfahren. Ich freue mich natürlich, dass Dir meine Gedichte gefallen haben und Dich zu außergewöhnlich schönen Kommentaren veranlaßt haben. Vielen Dank dafür, ganz lieben Gruß vom Taxi... |
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