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#1 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
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Bei mir war es umgekehrt: Mein Vater hat mir nur ein einziges Mal eine runtergehauen, und das auch nur, weil er maßlos wütend und enttäuscht war (ich muss für ihn eine immer größere Enttäuschung gewesen sein, je älter ich wurde, weil ich mich guten schulischen Leistungen zunehmend verweigerte und er diesbezüglich großen Ehrgeiz hatte: Ein Professorensohn musste doch mindestens Doktor werden!), ansonsten fiel es ihm trotz aller tiefen Liebe zu seinem ersehnten Stammhalter schwer, mich auch nur anzufassen.
Meine Mutter war die Resolute und Handfeste bei meiner Erziehung. Dennoch liebte ich gerade sie abgöttisch und habe dagegen zu meinem Vater nie eine wirklich enge Bindung aufbauen können. Warum? Weil meine Mutter mir bei aller Strenge auch ihre Liebe offen, intensiv und ohne Hemmungen zeigen konnte - mein Vater konnte es nicht. Nun, es ist ohnehin Vergangenheit, und nur die meine, und sie wird mit mir vergessen und obsolet sein. Uns bleibt ohnehin nichts, als unser Päckchen zu tragen - und darin sind ja auch viele gute und schöne Erlebnisse mit meinen Eltern! ![]() LG, eKy
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Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. Geändert von Erich Kykal (10.03.2018 um 17:17 Uhr) |
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#2 |
Gast
Beiträge: n/a
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deine Geschichte hört sich an wie eine griechische Tragödie, wo es irgendwie "nicht anders kommen konnte".
Man weiß nie, was die ganz Alten früher erlebt haben; Krieg, Flucht, richtig gewalttätige Erziehung. Viele Männer hatten ein Trauma, Gefühle zeigen fiel ihnen schwer. Männer durften nicht weinen, sonst galten sie als Memme. Das alles mag solch tragischen Situationen herbeiführen, die doch niemand sicherlich bewusst so wollte. Zudem war früher der Standesdünkel noch hoch angesiedelt und "was die Leute sagen". Mein Vater war da sehr modern. Ihm war es grundsätzlich egal, was die Leute sagen. Ich habe niemals wieder einen Menschen kennengelernt, dem die Meinung der Menschen-Masse so unwichtig war und ihre Gesellschaft ebenso- ,es sei denn, sie waren Familie. Er war sanft und liebevoll, verantwortungsvoll,auch zu unserem Hund, konnte aber anderen gegenüber höchst ungemütllich werden. ![]() Ist wohl eine Charaktersache.Lächeln. Ich wurde immer um meiner selbst geliebt ( auch von meiner Mutter), einfach, dass ich da war. Alle waren sehr stolz auf mich mit Abi und Studium. Niemand hat mir da je reingeredet. Mein Vater hat stundenlang mit mir Mathe geübt, als ich so in Kl. 7-10 war. Geduldig. ![]() Dazu fällt mir immer mein Aphorismus ein: (gilt auch für Ehepartner ![]() " Du musst einen Menschen lieben als den, der er heute ist. Sonst verachtest du ihn morgen für das, was er nicht geworden ist.". Aus dieser Tradition kommend, habe ich auch nie Forderungen an meine Tochter gestellt. Sie geht ihren Weg und den sollte sie sich selbst aussuchen. Und bisher geht sie ihn vorbildlich und kämpferisch- stolzt bin ich auf sie! LG von Koko |
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