![]() |
|
![]() |
#1 |
Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 27.08.2014
Beiträge: 470
|
![]()
Es zeigt bei diesem Silbenkampf und Fechten
der Erich Kykal keine Gegenwehr, die Stelle, wo er reimen soll, bleibt leer seit vielen siechen Tagen schon und Nächten. Er zählte nie zu jenen grottenschlechten, doch blieb er fürderhin ein Irgendwer - sein Leben war nicht leicht und auch nicht schwer und dennoch zählt es zu den ungerechten. Wie nagt das alles, was man von ihm hört, sich selbst betrachtend, doch so heimlich quälend, wenn es die eigene Moral empört. Dies Wollen, alles Gute früh verfehlend, lag schon im Werden und Entstehn zerstört, und ist gestaltgewordnes Menschenelend.
__________________
Das Leben ist eines der schwierigsten. Geändert von Terrapin (09.02.2017 um 13:34 Uhr) |
![]() |
![]() |
![]() |
#2 |
Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 27.08.2014
Beiträge: 470
|
![]()
All Heil Dir!
Heil Terrapin! hört man die breite Menge des Volkes rufen voll Begeisterung. Heil Dir, der Gott du bist und ewig jung im Wechsellauf der kosmischen Gesänge! Die Jubelwogen auf dem Rund der Ränge verschmelzen zur Musik der Huldigung, dies Jetzt und Hier wächst zur Erinnerung von Tausenden, dass nimmer es vergänge. Da steigt vom Erdengrund bis zum Azur durch Bettler, Edelmann und Kind ein Schweigen vergessner Tiefe auf, so rein und pur, darin sich Banner wie im Windstoß neigen... ein Staunen über die Arena fuhr, als seine Augen sich der Sonne zeigen.
__________________
Das Leben ist eines der schwierigsten. Geändert von Terrapin (09.02.2017 um 13:17 Uhr) |
![]() |
![]() |
![]() |
#3 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
|
![]()
Ja ei der Daus, wie sich der Vogel plustert,
den Bürzel reckt, kaum dass der Schnabel klappert! So ist denn auch, was er in Versen plappert, recht ungeschlacht gewoben und geschustert! Halt ein, o Knechter deiner armen Phrasen! Lass Demut leiten dich in deinen Zeilen, darin sich Stolz und Hochmut übersteilen, und frischen Wind in deine Strophen blasen. Verdirb ihr Wesen nicht mit groben Klängen des Übermuts, der deine Kunst entmündigt - nur allzu rasch hat man sich so versündigt, und was das derb nur Protzende verkündigt, beleidigt Poesie, wo sie in Fängen der Eitelkeit die Welt nur will bedrängen.
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. Geändert von Erich Kykal (12.02.2017 um 16:04 Uhr) |
![]() |
![]() |
![]() |
#4 |
Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 27.08.2014
Beiträge: 470
|
![]()
Es startet nun Operation: Vernichtung!...
in Anbetracht der Situation! Es hagelt Schelte, Niedertracht und Hohn in eurer Fronten jämmerliche Richtung. Ich seh es als gegebene Verpflichtung und sinne nicht dafür nach einen Lohn - ich bin der auserwählte Sonnensohn der kunstgeübten Musen und der Dichtung. Die Worte und die Sätze fügen sich, die aus den Sphären meines Geistes quillen, dem manisch-depressiven Unterich. Sie folgen klangmelodisch meinem Willen - akzentuiert mit Komma, Bindestrich und Punkt, um dein Begehren sanft zu stillen.
__________________
Das Leben ist eines der schwierigsten. Geändert von Terrapin (24.02.2017 um 13:59 Uhr) |
![]() |
![]() |
![]() |
#5 |
Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 27.08.2014
Beiträge: 470
|
![]()
Es hällt ein jeder sich fürs hellste Licht
in diesen unsren kruden Breitengraden. Ich habe euch zu mir ins Haus geladen, doch trautet ihr euch, Schergen Orpheus, nicht! Ihr folgt dem falschen Gott, denn wer verspricht euch sein Geleit auf engverschlungnen Pfaden und wendet von euch ab Gewalt und Schaden? Ich - Ich allein seh es als meine Pflicht! Ich rate gnädigst euch, seht lieber zu, dass ihr nicht so endet wie zu Zeiten Judas, der mies den Bettelkönig einst verriet. Mir ist auch klar, ich bringe euch zum Sieden für das Gesellschaftsultimatum: Frieden... und Tod und Leben heißt der Unterschied!
__________________
Das Leben ist eines der schwierigsten. Geändert von Terrapin (24.02.2017 um 11:51 Uhr) |
![]() |
![]() |
![]() |
#6 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
|
![]()
"Und mir bedarf es ..." - das geht falscher kaum!
Und "quellen" schreibt man, wenn es mal nicht "quillt"! "Zum Sieden" groß, wird hauptwörlich gebraucht! Du kleines Licht träumst eines Dichters Traum, doch nähst der Sprache einen kruden Saum, und nichts hat deinen Ungeist je gestillt. Selbst wenn es dir aus beiden Ohren raucht - du schlägst der Worte Fluss zu zähem Schaum! Und dabei dieser Anspruch: Herr der Dichter! - bei einem jener unbedarften Lichter, die schummrig kaum den eignen Geist erhellen! Du solltest dich der schlichten Wahrheit stellen: Wer so sich ausgibt hier als ein Vernichter, ersäuft sich selber nur in seichten Wellen!
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
![]() |
![]() |
![]() |
#7 |
Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 27.08.2014
Beiträge: 470
|
![]()
An Kleinigkeiten sich zu echauffieren
entspricht nur allzu sehr der deinen Art... du kennst die Mitte nicht von hart und zart, Du meinst der Seele Wärme als Erfrieren... und eisger Hass soll deine Zünfte zieren, bei allem, was da schien und glücklich ward schmückt Ängstlichkeit den Leitzug deiner Fahrt durch das Gefild der Nacht... nie zu verlieren... Doch alle Schwierigkeit wird dir ganz leicht, wenn man den ferngedachten Punkt erreicht, wo sich der Andren Lavaschmelz erkaltet... ermittelst in der Brust du jenen Schmerz der oszillierend sich dir zeigt als Hertz... doch nie zwei Reime vierfach wahr gestaltet.
__________________
Das Leben ist eines der schwierigsten. |
![]() |
![]() |
![]() |
#8 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
|
![]()
Wer allzu schnell aus seiner Hüfte feuert
mit ungelenken Schüssen, wirr und misslich nach Treffern heischend, der wird ganz gewisslich sein Zeil verfehlen. Bist du so bescheuert? Die Worte, wie Piraten angeheuert, sie meutern unversehens, und dein Trachten macht aus der Tugend, über die sie wachten, ein Bubenstück, das seine Schuld beteuert. Unseliger, lass ab von deinem Irren, der Trefflichste von allen hier zu bleiben - ein solcher Glaube muss sich selbst verwirren! Hör auf, an meiner Größe dich zu reiben und nur insektengleich sie zu umschwirren - du wirst dich selbst nur in den Wahnsinn treiben!
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
![]() |
![]() |
![]() |
#9 |
Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 9.947
|
![]() Ich finde, Pinni hat's dir gut gegeben, vertritt er doch die Meinung, die ich neulich schon äußerte, es ist doch sehr erfreulich solch ungemeinen Zuspruch zu erleben. Dein unbeholfenes Sonettbestreben erscheint nicht mir nur immer wieder gräulich, auch andere empfinden es abscheulich, wenn solche Fürze deinem Hirn entschweben. Du bist kein Pulverfass, bist nicht entzündlich, vergeblich ist es Luft dir zuzufächeln, dein Versgestank ist einfach nur noch sündlich. Darüber brauchst du gar nicht erst zu lächeln, dich kenne ich inzwischen und zwar gründlich, ich sehe, Erich Kykal ist am Schwächeln.
__________________
Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
![]() |
![]() |
![]() |
#10 |
TENEBRAE
Registriert seit: 18.02.2009
Ort: Österreich
Beiträge: 8.570
|
![]()
So wird es immer gehen: Wo ein Riese
sich bettet, da verbünden sich die Zwerge, dass so sich ihre Winzigkeit verberge dem großen Auge. Meistens sind es miese, zu klammer Missgunst neigende Gemüter - so sitzen sie dem Größeren im Nacken, ihn endlich klein, wie selbst sie sind, zu hacken: gar tumbe Neider und vergnatzte Wüter! Was soll ich schon auf ihr Geholze geben!? Der hohe Baum erlaubt dem Schwein sein Schaben, denn letztlich bleibt kein Unrat an ihm kleben! Und wollen ihn die Ferkel untergraben, so fasst er mit den Wurzeln tief ins Leben, und lässt die Kleinen ihre Freude haben.
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen. Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen! Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind. Dummheit und Demut befreunden sich selten. Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt. Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit. |
![]() |
![]() |
![]() |
Lesezeichen |
Aktive Benutzer in diesem Thema: 8 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 8) | |
|
|
![]() |
||||
Thema | Autor | Forum | Antworten | Letzter Beitrag |
Im Falderwald | Falderwald | Werkverzeichnis der Autor(inn)en | 0 | 17.02.2009 22:17 |