Liebe Melinda,
dein Text hat eine stille Selbstverständlichkeit, die ich sehr mag. Du beschreibst Nähe nicht als großes Gefühl, sondern als etwas, das sich im Alltag bildet — in kleinen Gesten, in Aufmerksamkeit, in dem Mut, sich nicht wegzudrehen. Das wirkt nicht konstruiert, sondern gewachsen.
Besonders schön finde ich, wie du Gemeinschaft nicht romantisierst. Sie entsteht bei dir nicht durch große Worte, sondern durch das einfache Dasein: jemand hört zu, jemand spricht, jemand geht einen Schritt mit. Das ist unspektakulär und gerade deshalb wahr. Du gibst diesen Momenten Gewicht, ohne sie zu überhöhen.
Die Passage über die Lasten des Tages hat eine feine Ehrlichkeit. Kein Drama, kein Pathos — nur die Anerkennung, dass wir manchmal schwer tragen und manchmal leicht und dass es einen Unterschied macht, ob jemand neben uns geht. Das ist ein sehr menschlicher Gedanke, ruhig und klar formuliert.
Die letzte Strophe fasst das alles gut zusammen. Dieser „Raum“, der lebendig wird, ist kein Ort, sondern eine Haltung. Aufmerksamkeit, Geduld, das Wissen, dass niemand ganz für sich steht — das ist schlicht, aber stark. Und du triffst diesen Ton sehr präzise.
Ein leiser, warmer Text. Und gerade deshalb überzeugend.
Liebe Grüße
Falderwald
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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)
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