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Alt 04.07.2026, 15:22   #1
Taxi5013
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 17.01.2017
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Standard Als die Zeit deinen Namen lernte

Als die Zeit deinen Namen lernte

Es gibt Sterne,
die brennen,
ohne je den Himmel zu berühren.

Es gibt Meere,
die rauschen
im Herzen eines einzigen Tropfens.

Und dann gibt es dich.

Nicht als Antwort
auf eine Frage,
sondern als die Sprache,
in der Fragen
ihren Frieden finden.

Seit du in mein Leben tratst,
hat selbst das Schweigen
eine Melodie.
Die Luft trägt Erinnerungen,
die nie geschehen sind,
und jeder Morgen wirkt,
als hätte das Licht
dein Lächeln geprobt.

Ich liebe dich
nicht wie das Feuer den Funken,
nicht wie der Mond die Nacht,
nicht einmal wie die Wurzel
die Erde.

Ich liebe dich,
wie die Zeit
den Augenblick liebt:
indem sie alles verliert,
um ihn für einen Atemzug
ewig werden zu lassen.

Wenn eines Tages
die Uhren verstummen
und die Kalender
zu leerem Papier verblassen,

wenn selbst die Sterne
ihre Namen vergessen
und das Universum
den letzten Traum ausatmet,

dann wünsche ich mir
nur dies:

dass irgendwo,
jenseits aller Enden,
noch einmal
deine Hand
die meine sucht –

und die Ewigkeit,
zum ersten Mal,
begreift,
was Liebe ist.
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