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Denkerklause Philosophisches und Nachdenkliches

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Alt 12.07.2015, 23:16   #1
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi, Faldi!

Danke für deine Gedanken und das Lob.

Dein Vorschlag vermeidet zwar die Wortwiederholung, wirkt aber von der Satzkonstruktion her unvollständig und eher unelegant. Selbst mit einem Doppelpunkt am Ende der Mittelzeile klänge der Satz abgehackt. Da riskiere ich lieber ein weiteres "wir".

Worin wir uns versehnen und ergänzen (Lebensfreude, Emotion, Zuneigung, kurz - das ganze soziale Miteinander und seine Spielarten) erwächst in uns zu taumelnden Allüren.
Die Terzette wollen sagen, dass wir durch die Ablenkungen eines schön erlebten Tages gern mal übermütig werden, zuviel riskieren oder uns schlicht besaufen usw..., kurz, uns im Taumel gesellschaftlichen Umgangs (in der Oberflächlichkeit der Spass- und Freizeitgesellschaft) in Urlaub oder Freundeskreis vergessen, über die Stränge schlagen, den Blick für's Wesentliche verlieren.
Für das letzte Terzett stelle man sich eine Stranddisco vor, ein Ballermanngelage - oder irgendein beliebiges Wochenendbierfest in der Provinz. (Vgl. auch den "Trubel der Menge" bei Faustens Osterspaziergang und sein philosophisches Lamento darüber ...)

LG, eKy
__________________
Weis heiter zieht diese Elend Erle Ute - aber Liebe allein lässt sie wachsen.
Wer Gebete spricht, glaubt an Götter - wer aber Gedichte schreibt, glaubt an Menschen!
Ein HAIKU ist ein Medium für alle, die mit langen Sätzen überfordert sind.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.

Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
Hybris ist ein Symptom der eigenen Begrenztheit.

Geändert von Erich Kykal (13.07.2015 um 14:56 Uhr)
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Alt 13.07.2015, 12:48   #2
juli
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Hey eKy :)

Ja so ist das Leben, ein auf und ab.

Besonders gut gefallen mir die beiden Terzette, weil sie so lebensfroh sind.

Faldi hat hier ja schon interpretiert, ich schließe mich dem an.

Sehr gerne mehrfach gelesen.

Liebe Grüße sy
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Alt 13.07.2015, 14:58   #3
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Beiträge: 8.570
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Hi, Sy!

Vielen Dank für das üppig verteilte Lob - immer wieder genossen!

LG, eKy
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Alt 16.07.2015, 22:24   #4
Dana
Slawische Seele
 
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Beiträge: 5.637
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Lieber eKy,
jenen Taumeltag kennen wir allzu gut. Im Taumelgenuss verliert man den Willen sich zu (er)kennen und zu spüren. Doch, weil es immer wieder so geschieht, stellt sich die Frage um das Warum.
Geschieht es um des "Überlebenswillen", um zu Bestehen des Bestehens wegen? Oder sind die Tage so?
Ich will die Antwort darin nicht suchen. Die Denkerrubrik ergibt sich in sich selbst. Wir üben uns im Überleben, ob mit Allüren oder jenen Stunden in lichtberauschten Tänzen. Vielleicht bestehen wir nur aus Taumeltagen, weil wir die anderen nicht erkennen.
Ein schönes, gutes und denkwürdiges Sonett in der Denkerrubrik.

Liebe Grüße
Dana
Dana ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2015, 23:25   #5
Erich Kykal
TENEBRAE
 
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Hi, Dana!

Danke für die Blumen und Überlegungen!

Interessant ist ja, dass ich mir solche Gedanken nie vorher zurechtlege! Das Gedicht beginnt als "tabula rasa" mit einer ersten Zeile, die meist einem äußeren Eindruck geschuldet ist, einem interessanten Bild.
Was dann beim Dichten draus wird, entscheiden teils unbewusste Hirnregionen, denn vordergründig bin ich mit Wortfindung, Rhythmus, Sprachklang und Reimfolge beschäftigt.
Oft bin ich selbst hinterher überrascht, wo mich das Unterbewusste hingetragen hat! Am meisten wundert mich, dass meine Werke bei so einer Methode dennoch immer zu einer nachvollziehbaren Conclusio finden, und das rechtzeitig zum Ende der Sonettform.

Hier habe ich in den Quartetten zwar nicht dieselben umarmten Reime, doch wiederhole ich beide dann in den Terzetten - so hat alles doch irgendwie seine "Ordnung" ...

LG, eKy
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Die Verbrennung von Vordenkern findet auf dem Gescheiterhaufen statt.
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Geändert von Erich Kykal (01.04.2016 um 22:36 Uhr)
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