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| Beschreibungen von Personen, Dingen, Zuständen, Stimmungen, Gefühlen, Situationen |
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#11 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
Registriert seit: 14.03.2009
Ort: wien
Beiträge: 4.893
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das wid ja noch mal ein richtig feine zusammenarbeit.....
![]() dann mach ich mal gleich weiter: BEI QUIMPERLE (Fritz Thaulow, 1901) http://www.museumsyndicate.com/item.php?item=36227 Wie kann ein Herbst zu Farbigkeit gerinnen, da sich auf eines Baches lichtem Spiegeln die Schatten seiner Uferbäume siegeln wie Sterbende, die sich von vorn beginnen, wenn sie nach Eis und Kälte neu erwachen. Noch wärmt der milde Tag, bewegt ein Fließen die bunten Bilder, die sich langsam schließen und den Betrachter seltsam traurig machen, ahnt er doch schon im unentwegten Rauschen des Eises Stille und will immer lauschen, solang die Wasser gehen mit der Zeit. Er weiß, er kann den Gang der Welt nicht wenden. Das Jahr vergeht, ein altes Sein muss enden - dem Wandel bleibt Lebendiges geweiht. was mir ganz zuerst auffällt, ist, wie du die besondere farbigkeit des bildes eingefangen hast! dafür hut ab! du triftt es, finde ich, ganz genau: geronnen und versiegelt! toll! das wäre mir so nicht eingefallen! ![]() auf eines Baches lichtem Spiegeln : das substantivisch gebrauchte Verb ist hier ganz richtig, aber nicht ganz leicht zu lesen ( "auf lichten Spiegeln" ginge auch, käme dem normalen sprachgebrauch näher. musst du selber wissen, ob du dich hier für den leser oder für dich entscheidest. )bei "Sterbende , die sich von vorn beginnen" stutze ich. sichelt es hier? ja: im ersten vierzeiler zweimal, im zweiten noch einmal. sprachlich zwar richtig - aber vielleicht doch zu viel reflexives? nur mal so zum vergleich: "Sterbende, die ganz von vorn beginnen...." wie ist das? ich komme mühleos weiter, bleibe an dem "immer" hängen. "für immer" lauschen, so wie im trivialen schlager ? nö mag ich nicht so. aber "weiter lauschen" - das gefiele mir (weil die bewegung des wassers ja unweigerlich weiter will.) Er weiß, er kann den Gang der Welt nicht wenden. Das Jahr vergeht, sein altes Sein muss enden - dem Wandel bleibt Lebendiges geweiht. die letzte zeile kommt mir irgendwie verdreht vor. ich weiß schon: das lebendige bleibt dem wandel geweiht - wenn es so dortstünde, könnte das gedicht mühelos ausfließen. so aber bildet sich noch mal ein keliner gedanklicher rückstau... Lebendiges bleibt Wandlung stes geweiht erschiene mir geradliniger. ich vermute, dir gefällt wahrscheinlich der wandel trotzdem besser. entschuldige bitte, dass ich hier nicht in emotionen schwelge beim lesen deiner sonette: sie rufen diese durchaus hervor - aber wenn ich mit dem "werkstattblick" unterwegs bin, lasse ich mich davon nicht so sehr tangieren. ich übernehme jetzt hier das dran herumschrauben - träumen dürfen dafür alle anderen, die es lesen! ![]() in der arbeitsmontur, larin
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Cogito dichto sum - ich dichte, also bin ich! |
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