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Erfahrener Eiland-Dichter
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Häppchen Nummer 14
:201. Das grobe Organ. Was du mit Händen nicht greifst, das scheint dir Blinden ein Unding, Und betastest du was, gleich ist das Ding auch beschmutzt. 202. Der Lastträger. Weil du vieles geschleppt und schleppst und schleppen wirst, meinst du, Was sich selber bewegt, könne vor dir nicht bestehn. 203. Die Weidtasche. Reget sich was, gleich schießt der Jäger, ihm scheinet die Schöpfung, Wie lebendig sie ist, nur für den Schnappsack gemacht. 204. Der Unentbehrliche. Könnte Menschenverstand doch ohne Vernunft nur bestehen, Nickel hätte fürwahr menschlichsten Menschenverstand. 205. Die Xenien. Was uns ärgert, du gibst mit langen entsetzlichen Noten Uns auch wieder heraus unter der Reiserubrik. 206. Lucri bonus odor Gröblich haben wir dich behandelt, das brauche zum Vorteil Und im zwölften Band schilt uns, da gibt es ein Blatt. 207. Vorsatz. Den Philister verdrieße, den Schwärmer necke, den Heuchler Quäle der fröhliche Vers, der nur das Gute verehrt. 208. Nur Zeitschriften. Frankreich faßt er mit einer, das arme Deutschland gewaltig Mit der andern, doch sind beide papieren und leicht! 209. Das Motto. Wahrheit sag' ich euch, Wahrheit und immer Wahrheit, versteht sich: Meine Wahrheit; denn sonst ist mir auch keine bekannt. 210. Der Wächter Zions. Meine Wahrheit besteht im Bellen, besonders wenn irgend Wohlgekleidet ein Mann sich auf der Straße mir zeigt. 211. Verschiedene Dressuren. Aristokratische Hunde, sie knurren auf Bettler, ein echter Demokratischer Spitz klafft nach dem seidenen Strumpf. 212. Böse Gesellschaft. Aristokraten mögen noch gehn, ihr Stolz ist doch höflich, Aber du löbliches Volk bist so voll Hochmut und grob. 213. An die Obern. Immer bellt man auf euch! bleibt sitzen! es wünschen die Beller Jene Plätze, wo man ruhig das Bellen vernimmt. 214. Baalspfaffen. Heilige Freiheit! Erhabener Trieb der Menschen zum Bessern! Wahrlich, du konntest dich nicht schlechter mit Priestern versehn! 215. Verfehlter Beruf. Schreckensmänner wären sie gerne, doch lacht man in Deutschland Ihres Grimmes, der nur mäßige Schriften zerfleischt.
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Erfahrener Eiland-Dichter
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Häppchen Nummer 15
:216. An mehr als einen. Erst habt ihr die Großen beschmaust, nun wollt ihr sie stürzen; Hat man Schmarotzer doch nie dankbar dem Wirte gesehn. 217. Das Requisit. Lange werden wir euch noch ärgern und werden euch sagen: Rote Kappen, euch fehlt nur noch das Glöckchen zum Putz. 218. Verdienst. Hast du auch wenig genug verdient um die Bildung der Deutschen, Fritz Nicolai, sehr viel hast du dabei doch verdient. 219. Umwälzung. Nein, das ist doch zu arg! Da läuft auch selbst noch der Kantor Von der Orgel, und ach! Pfuscht auf den Klaven des Staats. 220. Der Halbvogel. Fliegen möchte der Strauß, allein er rudert vergeblich, Ungeschickt rühret der Fuß immer den leidigen Sand. 221. Der letzte Versuch. Vieles hast du geschrieben, der Deutsche wollt' es nicht lesen; Gehn die Journale nicht ab, dann ist auch alles vorbei. 222. Kunstgriff. Schreib die Journale nur anonym, so kannst du mit vollen Backen deine Musik loben, es merkt es kein Mensch. 223. Dem Großsprecher. Öfters nahmst du das Maul schon so voll und konntest nicht wirken, Auch jetzt wirkest du nichts, nimm nur das Maul nicht so voll. 224. Mottos. Setze nur immer Mottos auf deine Journale, sie zeigen Alle die Tugenden an, die man an dir nicht bemerkt. 225. Sein Handgriff. Auszuziehen versteh' ich, und zu beschmutzen die Schriften, Dadurch mach' ich sie mein, und ihr bezahlet sie mir. 226. Die Mitarbeiter. Wie sie Glieder verrenken, die Armen! Aber nach dieser Pfeife zu tanzen, es ist auch beim Apollo! kein Spaß. 227. Unmögliche Vergeltung. Deine Kollegen verschreist und plünderst du! Dich zu verschreien Ist nicht nötig, und nichts ist auch zu plündern an dir. 228. Das züchtige Herz. Gern erlassen wir dir die moralische Delikatesse, Wenn du die zehen Gebot' nur so notdürftig befolgst. 229. Abscheu. Heuchler ferne von mir! Besonders du widriger Heuchler, Der du mit Grobheit glaubst Falschheit zu decken und List. 230. Der Hausierer. Ja, das fehlte nun noch zu der Entwicklung der Sache, Daß als Krämer sich nun Kr**er nach Frankreich begibt.
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Häppchen Nummer 16
:231. Deutschlands Revanche an Frankreich. Manchen Lakai schon verkauftet ihr uns als Mann von Bedeutung, Gut! wie spedieren euch hier Kr**** als Mann von Verdienst. 232. Der Patriot. Daß Verfassung sich überall bilde! Wie sehr ist's zu wünschen, Aber ihr Schwätzer verhelft uns zu Verfassungen nicht! 233. Die drei Stände. Sagt, wo steht in Deutschland der Sansculott'? In der Mitte, Unten und oben besitzt jeglicher, was ihm behagt. 234. Die Hauptsache. Jedem Besitzer das Seine! und jedem Regierer den Rechtsinn, Das ist zu wünschen, doch ihr, beides verschafft ihr uns nicht. 235. Anacharsis der Zweite. Anacharsis dem ersten nahmt ihr den Kopf weg, der zweite Wandert nun ohne Kopf klüglich, Pariser, zu euch. 236. Historische Quellen. Augen leiht dir der Blinde zu dem, was in Frankreich geschiehet, Ohren der Taube, du bist, Deutschland, vortrefflich bedient. 237. Der Almanach als Bienenkorb. Lieblichen Honig geb' er dem Freund, doch nahet sich täppisch Der Philister, ums Ohr saus' ihm der stechende Schwarm! 238. Etymologie. Ominos ist dein Name, er spricht dein ganzes Verdienst aus, Gern verschafftest du, ging es, dem Pöbel den Sieg. 239. Ausnahme. Warum tadelst du manchen nicht öffentlich? Weil er ein Freund ist, Wie mein eigenes Herz tadl' ich im stillen den Freund. 240. Die Insekten. Warum schiltst du die einen so hundertfach? Weil das Geschmeiße, Rührt sich der Wedel nicht stets, immer dich leckt und dich sticht. 241. Einladung. Glaubst du denn nicht, man könnte die schwache Seite dir zeigen? Thu es mit Laune, mit Geist, Freund, und wir lachen zuerst. 242. Warnung. Unsrer liegen noch tausend im Hinterhalt, daß ihr nicht etwa, Rückt ihr zu hitzig heran, Schultern und Rücken entblößt. 243. An die Philister. Freut euch des Schmetterlings nicht, der Bösewicht zeugt euch die Raupe, Die euch den herrlichen Kohl fast aus der Schüssel verzehrt. 244. Hausrecht. Keinem Gärtner verdenk' ich's, daß er die Sperlinge scheuchet, Doch nur Gärtner ist er, jene gebar die Natur. 245. Currus virum miratur inanes. Wie sie knallen die Peitschen! Hilf Himmel! Journale! Kalender! Wagen an Wagen! Wie viel Staub und wie wenig Gepäck.
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Häppchen Nummer 17
:246. Kalender der Musen und Grazien. Musen und Grazien! oft habt ihr euch schrecklich verirret, Doch dem Pfarrer noch nie selbst die Perücke gebracht. 247. Taschenbuch. Viele Läden und Häuser sind offen in südlichen Ländern, Und man sieht das Gewerb', aber die Armut zugleich. 248. Vossens Almanach. Immer zu, du redlicher Voß! Beim neuen Kalender Nenne der Deutsche dich doch, der dich im Jahre vergißt. 249. Schillers Almanach von 1796. Du erhebest uns erst zu Idealen und stürzest Gleich zur Natur uns zurück, glaubst du, wir danken dir das? 250. Das Paket. Mit der Eule gesiegelt? Da kann Minerva nicht weit sein! Ich erbreche, da fällt »von und für Deutschland« heraus. 251. Das Journal Deutschland. Alles beginnt der Deutsche mit Feierlichkeit, und so zieht auch Diesem deutschen Journal blasend ein Spielmann voran. 252. Reichsanzeiger. Edles Organ, durch welches das Deutsche Reich mit sich selbst spricht, Geistreich, wie es hinein schallet, so schallt es heraus. 253. A. d. Ph. Woche für Woche zieht der Bettelkarren durch Deutschland, Den auf schmutzigem Bock Jakob, der Kutscher, regiert. 254. A. D. B. Zehnmal gelesene Gedanken auf zehnmal bedrucktem Papiere, Auf zerriebenem Blei stumpfer und bleierner Witz. 255. A. d. Z. Auf dem Umschlag sieht man die Charitinnen, doch leider Kehrt uns Aglaia den Teil, den ich nicht nennen darf, zu. 256. Deutsche Monatschrift. Deutsch in Künsten gewöhnlich heißt mittelmäßig! und bist du Deutscher Monat, vielleicht auch so ein deutsches Produkt. 257. G. d. Z. Dich, o Dämon! erwart' ich und deine herrschenden Launen, Aber im härenen Sack schleppt sich ein Kobold dahin. 258. Urania. Deinen heiligen Namen kann nichts entehren, und wenn ihn Auf sein Sudelgefäß Ewald, der frömmelnde, schreibt. 259. Merkur. Wieland zeigt sich nur selten, doch sucht man gern die Gesellschaft, Wo sich Wieland auch nur selten, der Seltene, zeigt. 260. Horen. Erster Jahrgang. Einige wandeln zu ernst, die andern schreiten verwegen, Wenige gehen den Schritt, wie ihn das Publikum hält.
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Häppchen Nummer 18
:261. Minerva. Trocken bist du und ernst, doch immer die würdige Göttin, Und so leihest du auch gerne den Namen dem Heft. 262. Journal des Luxus und der Moden. Du bestrafest die Mode, bestrafest den Luxus, und beide Weißt du zu fördern, du bist ewig des Beifalls gewiß. 263. Dieser Musenalmanach. Nun erwartet denn auch, für seine herzlichen Gaben, Liebe Kollegen, von euch unser Kalender den Dank. 264. Der Wolfische Homer. Sieben Städte zankten sich drum, ihn geboren zu haben, Nun, da der Wolf ihn zerriß, nehme sich jede ihr Stück. 265. M***. Weil du doch alles beschriebst, so beschreib uns zu gutem Beschlusse Auch die Maschine noch, Freund, die dich so fertig bedient. 266. Herr Leonhard **. Deinen Namen les' ich auf zwanzig Schriften, und dennoch Ist es dein Name nur, Freund, den man in allen vermißt. 267. Pantheon der Deutschen, I. Band. Deutschlands größte Männer und kleinste sind hier versammelt, Jene gaben den Stoff, diese die Worte des Buchs. 268. Borussias. Sieben Jahre nur währte der Krieg, von welchem du singest? Sieben Jahrhunderte, Freund, währt mir dein Heldengedicht. 269. Guter Rat. Accipe facundi Culicem, studiose, Maronis, Ne, nugis positis, arma virumque canas. Zeitgenössische Übersetzung (Ich kann kein Latein, nur hoffen, dass sie einigermaßen korrekt ist): Nimm des gelehrten Maro Werk die Mücke: Du könntest Sonst von Waffen und Mann singen, und Possen verschmähn. 270. Reineke Fuchs. Vor Jahrhunderten hätte ein Dichter dieses gesungen? Wie ist das möglich? Der Stoff ist ja von gestern und heut'. 271. Menschenhaß und Reue. Menschenhaß? Nein, davon verspürt' ich beim heutigen Stücke Keine Regung, jedoch Reue, die hab' ich gefühlt. 272. Schinks Faust. Faust hat sich leider schon oft in Deutschland dem Teufel ergeben, Doch so prosaisch noch nie schloß er den schrecklichen Bund. 273. An Madame B** und ihre Schwestern. Jetzt noch bist du Sibylle, bald wirst du Parze, doch fürcht' ich, Hört ihr alle zuletzt gräßlich als Furien auf. 274. Almansaris und Amanda. Warum verzeiht mir Amanda den Scherz und Almansaris tobet? Jene ist tugendhaft, Freund, diese beweiset, sie sei's. 275. B**. Wäre Natur und Genie von allen Menschen verehret, Sag, was bliebe, Phantast, denn für ein Publikum dir?
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Häppchen Nummer 19 :
276. Erholungen. Zweites Stück. Daß ihr seht, wie genau wir den Titel des Buches erfüllen, Wird zur Erholung hiemit euch die Vernichtung gereicht. 277. Moderezension. Preise dem Kinde die Puppen, wofür es begierig die Groschen Hinwirft, so bist du fürwahr Krämern und Kindern ein Gott. 278. Dem Zudringlichen. Ein vor allemal willst du ein ewiges Leben mir schaffen? Mach im zeitlichen doch mir nicht die Weile so lang. 279. Höchster Zweck der Kunst. Schade fürs schöne Talent des herrlichen Künstlers! O hätt' er Aus dem Marmorblock doch ein Kruzifix uns gemacht. 280. Zum Geburtstag. Möge dein Lebensfaden sich spinnen, wie in der Prosa Dein Periode, bei dem leider die Lachesis schläft. 281. Unter vier Augen. Viele rühmen, sie habe Verstand; ich glaub's, für den einen, Den sie jedesmal liebt, hat sie auch wirklich Verstand. 282. Charade. Nichts als dein Erstes fehlt dir, so wäre dein Zweites genießbar, Aber dein Ganzes, mein Freund, ist ohne Salz und Geschmack. 283. Frage in den Reichsanzeiger. W. Meister betreffend. Zu was Ende die welchen Namen für deutsche Personen? Raubt es nicht allen Genuß an dem vortrefflichen Werk? 284. Göschen an die deutschen Dichter. Ist nur erst Wieland heraus, so kommt's an euch übrigen alle, Und nach der Lokation! Habt nur einstweilen Geduld! 285. Verleger von P** Schriften. Eine Maschine besitz' ich, die selber denkt, was sie drucket, Obengenanntes Werk zeig' ich zur Probe hier vor. 286. Josephs II. Diktum an die Buchhändler. Einem Käsehandel vergleich er eure Geschäfte? Wahrlich der Kaiser, man sieht's, war auf dem Leipziger Markt. 287. Preisfrage der Akademie nützlicher Wissenschaften. Wie auf dem Ü. fortan der teure Schnörkel zu sparen? Auf die Antwort sind dreißig Dukaten gesetzt. G. G. Jeder, siehst du ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig, Sind sie in Corpore, gleich wird dir ein Dummkopf daraus. 289. Hörsäle auf gewissen Universitäten. Prinzen und Grafen sind hier von den übrigen Hörern gesondert, Wohl! Denn trennte der Stand nirgends, er trennte doch hier! 290. Der Virtuose. Eine hohe Noblesse bedien' ich heut' mit der Flöte, Die, wie ganz Wien mir bezeugt, völlig wie Geige sich hört.
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Erfahrener Eiland-Dichter
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Häppchen Nummer 20
:291. Sachen, so gesucht werden. Einen Bedienten wünscht man zu haben, der leserlich schreibet Und orthographisch, jedoch nichts in Bell-Letters gethan. 292. Französische Lustspiele von Dyk. Wir versichern auf Ehre, daß wir einst witzig gewesen, Sind wir auch hier, wie gestehen's, herzlich geschmacklos und fad'. 293. Buchhändler-Anzeige. Nichts ist der Menschheit so wichtig, als ihre Bestimmung zu kennen; Um zwölf Groschen kurant wird sie bei mir jetzt verkauft. 294. Auktion. Da die Metaphysik vor kurzem unbeerbt abging, Werden die Dinge an sich morgen sub hasta verkauft. 295. Gottesurteil. (Zwischen einem Göttinger und Berliner.) Öffnet die Schranken! Bringet zwei Särge! Trompeter geblasen! Almanachsritter heraus gegen den Ritter vom Sporn! 296. Sachen, so gestohlen worden. (Immanuel Kant spricht.) Zwanzig Begriffe wurden mir neulich diebisch entwendet, Leicht sind sie kenntlich, es steht sauber mein I. K. darauf. 297. Antwort auf obigen Avis. Wenn nicht alles mich trügt, so hab' ich besagte Begriffe In Herrn Jacobs zu Hall Schriften vor kurzem gesehn. 298. Schauspielerin. Furiose Geliebten sind meine Forcen im Schauspiel, Und in der Comédie glänz' ich als Brannteweinfrau. 299. Professor Historiarum. Breiter wird immer die Welt, und immer mehr Neues geschiehet, Ach! die Geschichte wird stets länger und kürzer das Brot! 300. Rezension. Sehet wie artig der Frosch nicht hüpft! Doch find' ich die hinteren Füße um vieles zu lang, so wie die vordern zu kurz. 301. Litterarische Adreßkalender. Jeder treibe sein Handwerk, doch immer steh' es geschrieben: Dies ist das Handwerk, und der treibet das Handwerk geschickt. 302. Neueste Kritikproben. Nicht viel fehlt dir, ein Meister nach meinen Begriffen zu heißen, Nehm' ich das einzige aus, daß du verrückt phantasierst. 303. Eine zweite. Lieblich und zart sind deine Gefühle, gebildet dein Ausdruck, Eins nur tadl' ich, du bist frostig von Herzen und matt. 304. Eine dritte. Du nur bist mir der würdige Dichter! es kommt dir auf eine Platitüde nicht an, nur um natürlich zu sein. 305. Schillers Würde der Frauen. Vorn herein liest sich das Lied nicht zum besten, ich les' es von hinten, Strophe für Strophe, und so nimmt es ganz artig sich aus.
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#8 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
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Häppchen Nummer 21
:306. Pegasus, von ebendemselben. Meine zarte Natur schockiert das grelle Gemälde, Aber, von Langbein gemalt, mag ich den Teufel recht gern. 307. Das ungleiche Verhältnis. Unsre Poeten sind seicht, doch das Unglück ließ sie vertuschen, Hätten die Kritiker nicht ach! so entsetzlich viel Geist. 308. Neugier. Etwas wünscht' ich zu sehn, ich wünschte einmal von den Freunden, Die das Schwache so schnell finden, das Gute zu sehn. 309. Jeremiaden aus dem Reichs-Anzeiger. Alles in Deutschland hat sich in Prosa und Versen verschlimmert, Ach und hinter uns liegt weit schon die goldene Zeit. 310. Böse Zeiten. Philisophen verderben die Sprache, Poeten die Logik, Und mit dem Menschenverstand kommt man durchs Leben nicht mehr. 311. Skandal. Aus der Ästhetik, wohin sie gehört, verjagt man die Tugend, Jagt sie, den läst'gen Gast, in die Politik hinein. 312. Das Publikum im Gedränge. Wohin wenden wir uns? Sind wir natürlich, so sind wir Platt, und genieren wir uns, nennt man es abgeschmackt gar. 313. Das goldene Alter. Schöne Naivität der Stubenmädchen zu Leipzig, Komm doch wieder, o komm, witzige Einfalt, zurück! 314. Komödie. Komm Komödie wieder, du ehrbare Wochenvisite, Siegmund, du süßer Amant, Maskarill, spaßhafter Knecht. 315. Alte deutsche Tragödie. Trauerspiele voll Salz, voll epigrammatischer Nadeln, Und du Menuettschritt unsers geborgten Cothurns. 316. Roman. Philosoph'scher Roman, du Gliedermann, der so geduldig Still hält, wenn die Natur gegen den Schneider sich wehrt. 317. Deutsche Prosa. Alte Prosa komm wieder, die alles so ehrlich heraussagt, Was sie denkt und gedacht, auch was der Leser sich denkt. 318. Chorus. Alles in Deutschland hat sich in Prosa und Versen verschlimmert, Ach! und hinter uns liegt weit schon die goldene Zeit. 319. Gelehrte Zeitungen. Wie die Nummern des Lotto, so zieht man hier die Autoren, Wie sie kommen, nur daß niemand dabei was gewinnt. 320. Die zwei Fieber. Kaum hat das kalte Fieber der Gallomanie uns verlassen, Bricht in der Gräkomanie gar noch ein hitziges aus.
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#9 |
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ADäquat
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Liebe Stimme,
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. © auf alle meine Texte
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#10 |
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Erfahrener Eiland-Dichter
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Danke, liebe Chavi,
zuerst dafür, dass die die Xenien gefallen und danach auch für den Hinweis. ![]() Das habe ich irgendwie völlig übersehen, ich habe ein PDF-Dokument bei mir gespeichert. Da muss wohl ein Fehler passiert sein, ich suche mal bei einer anderen Quelle und ersetze dann die "Doppelung". Und ja, Nummer 307 - heute ist es ja nicht anders, stimmt's? Du hast recht, nachdenkenswert ... Liebe Grüße Stimme ------------------------------------------------ Edit: Goethe und Schiller waren raffiniert! Das ist Absicht, denn Nummer 318 heißt absichtlich: Chorus - d. h. eine gewollte Wiederholung. Der einzige Unterschied ist ein Ausrufezeichen - ! ...Also kein Fehler, ich habe drei andere Quellen überprüft. ![]() ![]() Liebe Grüße Stimme
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Geändert von Stimme der Zeit (05.01.2012 um 14:22 Uhr) |
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