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#5 |
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gesperrte Senorissima
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Pfalz
Beiträge: 4.134
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Liebe Jenny!
Das ist wieder einmal ein dolles Ding! Auch wenn sie ungereimt sind: Ich mag Deine Kurzverse. Sinngemäß (erlköniglich) stimmt es nicht, denn im LyrI sehe ich kein tödliches Fieber am Wirken. Aber auch immanente" Fieber" können Phantasie und Angst hervorrufen. Wie Du die Gegenwehr gegen diese blassen Söhne beschreibst: GUT! Klitzekleine Anmerkungen: -------------------------------------------------------------------------------- Ziellos treibe ich durch dunkle Straßen, bleich mein Gesicht, vom Wind zerzaust mein wirres Haar. Oben am Himmel, hinter Nebelschleiern, ein blassgelber Mond, eingehüllt im Dunst weißgrauer Wolken. Mein rastloser Schritt verliert sich einsam auf nassem Asphalt. Wie Irrlicht blendet mich der Schein der Laternen. Auf Zehenspitzen durch raschelndes Laub. Aus den Baumkronen vernehme ich leise Erlkönigs Raunen. Im Namen seiner Söhne lädt er mich zum Tanz. Stehblues verspricht er, Leidenschaften so heiß und Wonnen so süß. Im nachtschwarzen Kleid mit einem Geschmeide aus grünen Smaragden (Pleonasmus. Smaragde sind per se grün. Wie wäre es mit "glitzernden Smaragden" oder "funkelnden Smaragden"?) und aus blauen Perlen, kühlen Tränen gleich. Im weißen Rolls Royce versunken im Fond, zum Schloss gefahren von einem Chauffeur gediegen in grau. (in Grau) Erlkönigs Söhne empfangen mich mit leeren Augen. Sie geleiten mich müde zur Tafel. Ein Festmahl gar wird aufgetragen von einer Dame, schwarz bekleidet (gekleidet?) mit Schnurrbart. Cognac und Scotch, getrunken aus Stiefeln. Champagner zerfließt zwischen blutroten welkenden Rosen. Und Erlkönig spricht: "Wir feiern im Jenseits. Als Preis fordre ich deinen Körper und auch deine Seele." Plötzlich packt mich heilloses Entsetzen. Bang frag ich mich: "Ist mein Leben verspielt und vertan?" Wille erfasst mich, durchströmt meine Glieder. Heiß siedet mein Blut. Ganz laut schreie ich: "Will leben, will leben!" (Leben will ich! Will leben! ...?) Verfinstert sein Blick. Seine eiskalte Faust fährt mir ins Genick, schubst mich unsanft rüber zum Abgrund. ("rüber" klingt mir zu salopp. Wie waäre es mit "an den Rand des Abgrunds" ?) Doch ich kann Tai Chi, stelle mich ganz ruhig hin und mit gewaltiger Faust schlägt er sich selbst k.o. und ich bin frei! Stolz und vergnügt schreite ich voran, trotz Sturm und Regen. Hab keine Angst mehr: Ich kann Tai Chi! __________________ Dein Gedicht ist so vieldeutig, so subjektiv interpretierbar, daß es ein Vergnügen ist, darin zu gründeln! Grandios. Erlkönig, Faust, Teufel, Inferno, Widerstand, Selbstbewußtsein, Kraft, Stärke, Ängste, Zweifel: ALLES drin! Grandios. Lieben Gruß von cyparis |
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