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#1 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.053
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O dulcis libertas! Ich sah die schwarzen und die weißen Felder, auf denen die Figuren Schmerz erregten, im Off erfassten die Bewegungsmelder, ob sie sich alle stets korrekt bewegten, es harrten alle jener Lösegelder, die keinen Wert auf Tod und Leben legten. So konnten sich die Spieler immer halten, um ihre Strategien zu entfalten. Ich sah, wie hier und da ein junger Springer versuchte, seinen König zu umwallen, der Läufer war der Neuigkeitenbringer, weil seine Worte bei den Türmen hallen, des Bauern Kraft dagegen zählt geringer, er darf als Opfer auf dem Spielfeld fallen. So hängt das Schicksal ab von der Kontrolle der Spieler, sie bestimmen jede Rolle. Ich sah mit Gram, dass manche Spielstrategen vergaßen, Atmosphären zu erschaffen, wo alles blüht und weder saurer Regen die Welt verätzt noch schwarze Löcher klaffen und niemand zwingen abseits von den Wegen umherzuirren ohne ihre Waffen. In diesem Labyrinth war ich befangen, so manchen Irrweg bin ich mitgegangen. Ich sah mich selbst, ein Opfer dieser Schlachten, ich sah mich selbst, verwundet und am Bluten, ich sah, was diese Kriege aus mir machten, ich sah die Welt, der Bösen und der Guten, von allen Seiten konnte ich betrachten, dass Tod und Sein auf ihrer Macht beruhten. Ich sah, um meine Freiheit zu erringen, muss ich von ihrem Spielbrett springen. Um frei zu werden, musste ich mich trennen, von Dingen, die mir viel bedeutet haben, ich musste um mein bisschen Leben rennen, sonst fräßen mich am Ende noch die Raben, ich löste mich, um nicht mehr zu verbrennen, brach frei von ihren segensreichen Gaben. Jetzt gaffen sie von ihren Logen und Emporen sie haben just ihr eignes Spiel verloren. Falderwald . .. .
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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
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#2 |
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Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 176
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Lieber Falderwald,
dein Schach‑Gedicht hat mich sofort in diese Welt aus Figuren, Rollen und Macht gezogen. Ich mag, wie du das ganze Brett nicht als Spiel darstellst, sondern als System, das einen irgendwann auffrisst, wenn man nicht aufpasst. Die Springer, die Läufer, die Bauern – das wirkt alles so vertraut, als würde man Menschen sehen, die man schon einmal getroffen hat, nur eben in anderer Form. Besonders stark finde ich den Moment, in dem du dich selbst auf dem Brett erkennst: verwundet, blutend, mitten in Schlachten, die du nie bestellt hast. Das hat eine leise Wucht. Und der Entschluss, einfach runterzuspringen, weg von den „segensreichen Gaben“, die sich am Ende als Fesseln entpuppen – das ist ein schöner Befreiungsschlag. Der Schluss gefällt mir sehr: dass sie jetzt von ihren Logen aus gaffen und gar nicht merken, dass sie ihr eigenes Spiel verloren haben. Das hat etwas angenehm Trocken‑Triumphierendes. Ich finde es beschämend, dass solche Stanzen hier einfach unkommentiert untergehen! Herzliche Grüße von Xenia
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