![]() |
|
|
|
|
#1 |
|
Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 230
|
Lieber Falderwald,
dein Text hat einen sehr klaren, fast gelassenen Blick auf das ganze Spektakel, das sich da in den Medien abspielt. Ich musste beim Lesen ein wenig schmunzeln, weil mir diese „Maskenparade“ tatsächlich bekannt vorkommt – manchmal hat man ja wirklich das Gefühl, dass die Welt sich in lauter kleine Schubladen auflöst, und jede davon möchte besonders wichtig sein. Die Bilder, die du benutzt, wirken sehr elegant: die Schmetterlinge, die Hofbälle, das Rascheln der Kostüme. Das gibt dem Thema eine leichte, fast spielerische Note, obwohl es eigentlich um etwas ziemlich Ernstes geht. Ich mag solche Texte, die nicht mit dem Holzhammer arbeiten, sondern mit einem ruhigen Lächeln. Besonders schön finde ich die Stelle, in der du beschreibst, wie sich die Welt wieder beruhigt, sobald man das Gerät ausschaltet. Das kenne ich gut – im Alltag interessiert es wirklich niemanden, welche Etiketten gerade im Trend sind. Da zählt eher, ob jemand freundlich ist oder nicht. Manchmal ist das richtige Leben viel einfacher, als die Medien es darstellen. Der Schluss hat etwas sehr Weises, ohne belehrend zu wirken. Diese „Gelassenheit“, von der du sprichst, ist vielleicht wirklich das, was uns allen guttun würde. Ein Zustand, in dem man Menschen einfach nimmt, wie sie sind, ohne Trommelwirbel und ohne Maskenball. Herzliche Grüße von Xenia
|
|
|
|
|
|
#2 |
|
Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.147
|
Liebe Xenia,
danke dir für deine Rückmeldung. Es freut mich, dass der Text für dich diesen ruhigen Blick auf das identitäre Getöse behalten hat. Genau darum ging es mir: nicht um eine Abwertung einzelner Begriffe, sondern um die Beobachtung, wie schnell sich die öffentliche Debatte in immer feinere Schubladen verästelt, während der Alltag davon weitgehend unberührt bleibt. Die Bilder, die du erwähnst, sollten den Kontrast sichtbar machen: das große Rascheln der medialen Kostüme einerseits, und die nüchterne Realität andererseits, in der am Ende doch nur zählt, wie jemand sich verhält. Das Ausschalten des Geräts ist dabei der Moment, in dem die Perspektive wieder zurechtrückt. Dass du den Schluss als weise, aber nicht belehrend empfunden hast, freut mich. Die „Gelassenheit“ ist hier kein moralischer Anspruch, sondern eher eine pragmatische Haltung: Man nimmt zur Kenntnis, dass Identität ein Thema geworden ist, aber man lässt sich nicht von jeder neuen Etikette aus der Ruhe bringen. Danke für deinen Kommentar. Liebe Grüße ![]() Falderwald
__________________
Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald) Für alle meine Texte gilt: © Falderwald --> --> --> --> --> Wichtig: Tipps zur Software |
|
|
|
![]() |
| Lesezeichen |
| Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1) | |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|