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Ein neuer Morgen Fröhliches und Hoffnungen

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Alt 16.01.2026, 12:04   #1
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.033
Standard Rückkehr zur Fantasie



Rückkehr zur Fantasie


Es suchen unsre Augen jeden Morgen
nach neuen Fäden ohne Fäulnisduft,
wir spinnen lichte Pfade ohne Sorgen,
erschließen Räume voller Atemluft.

Wenn monderfüllte Weisen leise singen,
dann reisen wir gemeinsam in die Nacht
zu jenen Geistern, die uns stets umringen,
so schwindet ihrer Schatten finstre Macht.

In jedem Menschen schläft ein zartes Wesen,
gewebt aus Farben, das nach Ruhe strebt,
von seinen Rollen kann es nur genesen,
wenn man es seiner Pflichten sanft enthebt.

Wir reisen schneller als Erinnerungen
zur Schwelle der Legende, die uns hält,
die Zeit ist einem kühnen Traum entsprungen,
der wird zum Weg in eine gute Welt.

So öffne deine Tür für eine Feier
der freien Geister, male ein Gesicht,
das unvollendet unter einem Schleier
aus Schattenrissen liegt im Dämmerlicht.

Das junge Herz des Alten lernt zu weinen,
die Tränen werden Wasser für die Saat,
so kann sich Dunkelheit mit Licht vereinen,
und Hoffnung pflanzen, bis der Morgen naht.

Wir fliehen nicht die Wirklichkeit, wir kehren
zurück zur Fantasie im Seelenkult,
wir bauen Brücken, öffnen Türen, ehren
ein Leben voller Liebe und Geduld.


Falderwald
. .. .


__________________


Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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Alt 23.03.2026, 10:50   #2
Chavali
ADäquat
 
Benutzerbild von Chavali
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Mitteldeutschland
Beiträge: 13.028
Standard

Hi Faldi,

dieser Zustand ist zu optimistisch, zu schön, zu phantastisch und doch, oder gerade deswegen, unerreichbar.
Fantasien und Hoffnungen auf ein gutes, konfliktfreies und selbstbestimmtes Leben sind legitim.

Ein schönes Gedicht - das wahre Leben aber sieht anders aus, ja sogar mehr noch:
Es ist das genaue Gegenteil.

Deswegen bleibt die Rückkehr zur Fantasie eben nur eine Ebene der Gedankenwelt.

Lieben Gruß,
Chavi




__________________
.
© auf alle meine Texte
Die Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz

*
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Alt 01.07.2026, 08:22   #3
Falderwald
Lyrische Emotion
 
Benutzerbild von Falderwald
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.033
Standard

Hi Chavi,

danke dir. Die Fantasie ist hier bewusst als Gegenpol gesetzt — nicht als Flucht, sondern als Möglichkeit. Gut, dass du das so gelesen hast.

Liebe Grüße

Falderwald


__________________


Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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Alt 01.07.2026, 09:31   #4
Max Vödisch
Max Vödisch
 
Benutzerbild von Max Vödisch
 
Registriert seit: 26.03.2013
Ort: Osterzell
Beiträge: 86
Standard Rückkehr zur Fantasie

Hallo Falderwald,

ein wunderschönes, zutiefst versöhnliches Gedicht, das mich sehr anspricht. Du triffst hier einen ganz wesentlichen Punkt: Die Rückkehr zur Fantasie ist keine Schwäche und keine Realitätsflucht, sondern ein Akt des seelischen Selbstschutzes. Um in einer oft kalten Wirklichkeit zu bestehen, braucht das „zarte Wesen“ im Menschen diese lichten Pfade und schöpferischen Räume.

Besonders die Zeile „Das junge Herz des Alten lernt zu weinen / die Tränen werden Wasser für die Saat“ hat eine enorme poetische Tiefe. Das Verbinden von Dunkelheit und Licht ist handwerklich wie emotional meisterhaft gelöst.

Ein wunderbarer Gegenpol zum Alltag, den ich sehr gerne gelesen habe.

Liebe Grüße
Max
Max Vödisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2026, 10:05   #5
MakaVeli
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 18.04.2021
Beiträge: 95
Standard

Irgendwie bild' ich mir ein
hinter einer Fantasie
müsste was fantastisch sein,
ein Raum, wo irgendwie
ein Moment Unendlichkeit
in allen Farben jeder Zeit -
deine wirkt, ganz komisch
eh'r funktional, ergonomisch,
definiert, gut ausgemessen
oft gebraucht, eingesessen
recht bequem, alt bewährt
ausgeblichen, sinnbeschwert,
weil sie löcherlos formvollendet
in sich vor sich verschlossen,
vor sich für sich endet -
fest in Form gegossen.

Ich meine, falls es ankommen sollte, was ich hier, gut gemeint, selbstverständlich, und mit nem Schmunzeln, dürft ihr mir glauben, anbringe - dann müsstet ihr zugeben, dass ihr genau das, DIESEN ZUSTAND, unisono hier selber zugebt. Wohin kannst du zurückkehren? Doch wohl nur zu Dingen, die einem bekannt sind - und wenn sich's um Bekanntes handelt, was dich umgibt, isses, bekanntlich, kein Produkt der Fantasie. NIE! NIE! NIE!

Right? Weiterhin würde mich mal interessieren, wo denn die Fantasien sein sollen, mit denen man sich so gerne umgibt? Ich bin seit zehn Jahren hier, wirklich Fantastisches (wertungsfrei, es geht um den "Aggregatzustand") habe ich hier noch nicht wirklich vorfinden dürfen - falls es doch vorhanden ist, man möge es mir zeigen.
Am nächsten dran, mit Abstand, ist da tatsächlich noch Max, auch wenn er sich noch nicht ganz mit beiden Füßen rausgetraut hat, bis hierher. Ansonsten sind das doch fast alles immer wiederkehrende, nicht selten pejorativ wirken wollende, Endprodukte gewisser hurzturzlogolego Wunschvorstellungen, wie du sie überall anders findest, mit denen man sich am Ende von den Dingen ganz, ganz gekonnt abwendet, denen man vorher unaufhörlich zuruft, dass man ihnen nicht zugewandt ist - genau, wie es überall anders auch passiert, ständig.

Was im Prinzip nicht schlimm ist, weil, wie gesagt, alle anderen tun's auch. Dass, was hier schon x-mal passiert ist und gerade längst wieder passiert, ist der menschlichste, gewöhnlichste Vorgang auf dieser Welt, wirklich. Nevadi.
ABER: EIN DICHTER, der dem so tut, ist wie ein Dachdecker, der sich auf OpenAir spezialisiert - offen dafür, dass es reinregnet.

Auch wenn sie es nicht wissen, noch nicht: nichts bräuchten die Menschen, das Leben hier draußen mehr als ihre Dichter, die welche sind, indem sie versuchen, versuchen, versuchen.
Und was tun die Dichter hier, wie alle anderen, wie gesagt: erklären sich für vollendet, wenn sie dem Leben vermeintlich erfolgreich erklären können, die Tatsache, dass sie von ihm in ihm Unverstanden bleiben, beweise, dass sie genau die sind, für die sie sich schon immer halten wollten - man erklärt, nicht verstanden zu werden, nicht mal gehört, als Dichter, müsse beweisen, dass man genau so klug sein müsse, wie man von sich selbst gedacht.

Anders ist Unverständnis ja auch keinesfalls erklärbar, wa? Dann hier noch fortlaufend mit der groben Kelle austeilen zu wollen und das noch ne Kunst zu nennen, das ist, egal, was ihr glaubt, eigentlich einfach nur hochnotpeinlich.

Geändert von MakaVeli (18.07.2026 um 10:14 Uhr)
MakaVeli ist offline   Mit Zitat antworten
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