09.01.2026, 22:10
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Erfahrener Eiland-Dichter
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MOUNT VESUVIUS IN ERUPTION, 1817
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Worte zur Kunst: Romantik
MOUNT VESUVIUS IN ERUPTION, 1817
(dt. Ausbruch des Vesuvs, Blankosonett)
die Nacht brach auf und mit ihr jedes Leben
im Sichtbereich der rohen Urgewalt
war Stille alles, was wir zunächst hörten
die schwer und ahnungsvoll im Dunkeln lag
wie eine Decke angefüllt mit Träumen
das Epizentrum seiner Lage sucht
urplötzliches Aufflammen zu studieren
das sich aus Unbewusstem Bahnen bricht
schon sinkt der Meeresspiegel zur Korngröße
des Farbpigmentes Rot im Widerschein
der Aschewolken Glut und Flammenhölle
es regnet Bimsgestein und Schreie, die
von Eruptionen überlagert werden:
ich fühle leidenschaftlich Emotion…
Anmerkung: Das Bild MOUNT VESUVIUS IN ERUPTION, 1817 von William Turner, von dem sich das vorliegende Gedicht inspirieren ließ, ist keinesfalls ein Tatsachenbericht, sondern das Resultat einer stark geowissenschaftlich geprägten Vorstellungsweise. Turner, der ausschließlich Skizzierungen vom inaktiven Vesuv, siehe: hier vornahm, zeichnete den Ausbruch somit nach seiner eigenen Vorstellung. Im Gedicht wird des Weiteren auf die Fähigkeit vieler Tiere eingegangen, eine Art inneres Frühwarnsystem zu besitzen, siehe: hier und hier, welches der Gefahr somit vorausschaut. Wer sich hingegen für Turner interessiert, siehe: hier
*Text zum Bild: Text zum Bild: Joseph Mallord William Turner MOUNT VESUVIUS IN ERUPTION, 1817 Paul Mellon Collection, Yale Center for British Art
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Alles, was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form. (Hopi)
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