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#1 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.074
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Erfroren Der Sommer neigt sich bald dem Ende zu, die Tage werden wieder kürzer und das Laub der Bäume färbt sich langsam bunt, doch frage ich zum Herbst mich, wo bist du? Wir hatten lange schon kein Rendezvous mehr und ich frage mich, was ist der Grund dafür, es lief doch alles so schön rund, die schöne Zeit verging jedoch im Nu. Der Herbst wird still verstreichen und allein geleitet mich das Schicksal dergestalt auch in die dunkle Jahreszeit hinein. Es kommen Lenz und Sommer dann alsbald, für mich jedoch bleibt auch im Sonnenschein das Leben ohne dich nur winterkalt. Falderwald . .. .
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#2 |
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Lim-Fee
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 190
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Lieber Falderwald,
Erfroren hat wieder diese stille Melancholie, die du so gut beherrschst. Man spürt sofort, wie der Jahreszeitenwechsel hier nur der Hintergrund ist für etwas viel Tieferes – dieses Gefühl, dass ein Mensch fehlt und selbst der kommende Frühling daran nichts ändern kann. Besonders schön finde ich die klare, ruhige Sprache. Der Text trägt keinen überflüssigen Schmuck, sondern wirkt wie ein leiser Atemzug, der sich einfach in den Herbst legt. Die letzte Zeile trifft sehr: Dieses „winterkalt“ im Sonnenschein ist ein starkes Bild für eine Liebe, die weiterwirkt, auch wenn sie nicht mehr da ist. Herzliche Grüße von Xenia
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#3 |
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Neuer Eiland-Dichter
Registriert seit: 14.08.2026
Beiträge: 24
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Lieber Falderwald,
damit hast du mich echt erwischt. Dieses "Erfroren" sagt so viel, ich mag gar nichts hinein geheimnissen. Wer mal "gefroren" hat, wer mal zu Eis erstarrt ist, weiß wovon du schreibst. Ich lese gerade gerade ganz viele der Sonette. Diese Reimform kenne ich nur vom Lesen und du beherrschst sie wirklich im Schlaf denke ich. Chapeau! Floris |
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#4 |
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Lyrische Emotion
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 10.074
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Liebe Xenia,
danke dir für deine Worte. Du hast die Stimmung des Textes sehr treffend beschrieben. Diese Melancholie, die sich nicht laut zeigt, sondern eher wie ein feiner Schatten über den Zeilen liegt, war tatsächlich beabsichtigt. Der Jahreszeitenwechsel ist hier nur Kulisse – das eigentliche Thema ist der Verlust, der sich nicht durch Frühling oder Sommer wegschieben lässt. Dass du die ruhige, schmucklose Sprache hervorhebst, freut mich besonders. Ich wollte den Text nicht überfrachten, sondern ihn so schlicht halten, dass die Kälte, die darin steckt, fast von selbst spürbar wird. Die letzte Zeile ist dabei der Punkt, an dem sich alles bündelt: ein Sonnenschein, der nichts mehr wärmt. Liebe Floris, deine Rückmeldung hat mich gefreut. Du hast recht: Wer einmal wirklich „gefroren“ hat – im übertragenen Sinn –, der erkennt diese Art von Kälte sofort wieder. Es ist eine Erfahrung, die sich nicht erklären lässt, sondern nur wiedererkannt wird. Genau darauf zielt der Text ab: nicht auf Dramatik, sondern auf dieses stille Erstarren, das sich in den Alltag legt. Dass du die Reimform erwähnst, freut mich ebenfalls. Das Sonett zwingt zu einer gewissen Disziplin, und manchmal hilft gerade diese Formstrenge dabei, ein Gefühl klarer zu fassen. Schön, dass du das so wahrgenommen hast. Ich bedanke mich für eure einfühlsamen Kommentare. Liebe Grüße an euch beide ![]() Falderwald
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