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Alt 06.10.2014, 00:20   #7
Claudi
Senf-Ei
 
Registriert seit: 26.04.2014
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Lieber Sid,

jetzt hast Du Deine Strophen glücklich unter Dach und Fach gebracht, und nun kommt auch noch die Meckerziege. Nö, ich hab ja inzwischen erfahren, dass Du nicht so doll auf Ode stehst, und will mich kurz fassen.

Was mir sofort ins Auge stach, und was komischerweise noch niemand erwähnt hat, war S2V4:

Zitat:
Sommervögel dichten mit Herzblut, wollen
alte Formen wiederbeleben. Üben
voller Eifer schwierige Odenstrophen.
Gaukler der Reime.
Hier stört mich die unmittelbare Nähe der Reime zu den Odenstrophen. Das kann man leicht fehlinterpretieren. Entweder würde ich in V4 "Gaukler der Verse" schreiben, das wäre auch treffender, oder aber V3 entsprechend abändern.

Inhaltlich gefällt mir Deine Sommervögel-Ode ganz gut. Du hast allerdings in fast jedem Vers das Metrum fast haargenau durch die verwendeten Wörter nachgebildet. Das macht das Lesen ein bisschen eintönig und ist eigentlich nicht so sappholike.

Eine belebende Auflockerung dieses Schemas habe ich aber doch gefunden: Mit "wiederbeleben" XxxXx hast Du sogar einen Adoneus in den Vers gebracht. Das gefällt mir! Falls ich nochmal eine sapphische Ode von Dir zu lesen kriege, würde ich mir von solchen Bonbons noch ein paar mehr wünschen.

Willst Du jetzt noch meine ehrliche Meinung zu Deiner zweiten Ode lesen? Ich sag nur: Schwamm drüber und würde mich klar für die erste entscheiden, komme aber gerne nochmal wieder, wenn Du möchtest.


Liebe Grüße
Claudi
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Rasple die Süßholzwurzel so fein, dass es staubt, in den reichlich
Abgestandenen Quark; darüber verträufele Wermut,
Bis aus dem Rührwerk, Burps! endlich das Bäuerchen kommt.
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