Wald- und Wiesenpoet
Ich muss mich heute ausradieren
aus jedem Buch, aus jeder Zeile
und jedem Ort. Will eine Weile
und wie ich war, nicht existieren.
Was war es, das ich wohl verloren,
dass ich es suchte zwischen Worten?
Wo dachte ich mich zu verorten?
Hab ich mich selbst heraufbeschworen?
Wenn ja - wozu? Für welches Wirken?
Was meinte ich so zu bewegen?
Und wen? Es macht mich fast verlegen;
all mein Gefasel über Birken,
poetisch hingehauchte Wälder,
kaum sichtbar mehr vor lauter Bäumen -
Geblubber bloß von Seelenschäumen.
Der-Weisheit-letzter-Schluss-Vermelder,
den wähnte ich mich unbefangen.
Inzwischen ist die Zeit vergangen:
ich bin nicht mehr total naiv,
und such verzweifelt das Motiv,
um jetzt mit Schreiben anzufangen.
.fee ´12
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"Gedichte sind Geschenke an die Aufmerksamen" Paul Celan
Geändert von fee (03.05.2012 um 07:39 Uhr)
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