Liebe Floris,
dein Gedicht hat mich sehr bewegt. Es ist nicht laut, nicht pathetisch, sondern zeigt Trauer in einer Form, die man gut aushält, weil sie ehrlich ist. Du beschreibst diesen Wechsel zwischen Erschöpfung, Wut, Müdigkeit und dem Versuch, sich selbst wiederzufinden mit einer Klarheit, die ich sehr schätze.
Besonders stark empfinde ich die „Nie mehr“-Zeilen. Sie treffen etwas sehr Konkretes, etwas, das man nicht wegdiskutieren kann. Diese kleinen Alltagsmomente, die fehlen, sind oft das, was am tiefsten schmerzt — und du formulierst das ohne jede Überhöhung.
Auch das Bild des Stausees hat für mich eine stille Kraft. Es ist ungewöhnlich, aber nicht übertrieben, und ich mag, wie du es weiterdenkst: dass jemand von außen darauf schaut und etwas darin erkennt, das sowohl traurig als auch tröstlich ist. Das ist eine feine Balance, die dir gut gelingt.
Insgesamt ist es ein sehr persönlicher Text, der zeigt, wie Trauer sich verändert, ohne einfach zu verschwinden. Und wie Schreiben manchmal der Ort ist, an dem man all das sortieren kann.
Mit einem freundlichen Gruß
Melinda
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