Liebe Floris,
Das ist ein sehr schönes Erinnerungsstück. Der Text lebt von seiner Ruhe und von der liebevollen Genauigkeit, mit der du deine Uroma zeichnest. Die Szenen sind schlicht, aber präzise, und genau dadurch wirken sie. Man spürt die Wärme, die Routine, die kleinen Handgriffe, die ein ganzes Leben tragen. Besonders stark ist der Moment, in dem aus einem schlechten Schultag durch Kaffee, Leberwurstbrot und Aufmerksamkeit wieder eine heile Welt wird. Das ist nicht kitschig, sondern glaubwürdig.
Handwerklich funktioniert der Text, weil du nicht überhöhst, sondern beobachtest. Die Details – die Kaffeemühle, die Leinensäckchen, die Kondensmilch – geben dem Ganzen Gewicht. Und du findest einen guten Schluss: Der Duft als Brücke in die Vergangenheit, ohne Pathos, nur mit leiser Dankbarkeit.
Ein ruhiger, stimmiger Text, der genau das tut, was er soll: ein Mensch wird sichtbar.
Liebe Grüße
Falderwald