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Alt Heute, 10:40   #4
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
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Liebe Lotusblüte,

danke für deinen Kommentar.
Du liest das Gedicht über die handelnde Zeit, nicht über die abstrakte — und das ist tatsächlich der Ansatz. Die Diebin und die Architektin sind keine großen Metaphern, sondern zwei einfache Bewegungen: nehmen und formen. Dass du das als unaufgeregt und klar wahrnimmst, entspricht genau der Haltung, die ich darin haben wollte.

Die kleinen Verluste — Morgen, Schritt, Gesichter — sollten nie dramatisch wirken. Es sind die Dinge, die man erst merkt, wenn sie fehlen. Dass du die Kiesel als beruhigend, aber nicht weich liest, freut mich; sie sind bewusst konkret gehalten, damit die Erinnerung nicht ins Nebelige kippt.

Auch deine Beobachtung zur Freiheit trifft den Kern.
Sie sollte leise bleiben. Kein Triumph, kein Pathos. Nur der Gedanke, dass man auf Ruinen stehen kann, ohne sich erklären zu müssen. Die Vögel sind kein Symbol, sondern ein kurzer Moment von Abstand.

Der Schluss ist bewusst schlicht.
Keine Belehrung, nur eine Feststellung: Man besiegt die Zeit nicht. Man hört nur auf, ihr die Werkzeuge zu entreißen. Dass du das als bleibend empfindest, passt gut.


Hallo Max,

danke für deinen Kommentar.
Du gehst direkt an die Doppelrolle der Zeit, und das ist tatsächlich der Kern: erst die Diebin, die nimmt, dann die Architektin, die aus dem, was bleibt, etwas Neues baut. Nicht als Trost, sondern als Mechanik. Dass du die Wendung am Schluss als befreiend empfindest, freut mich — sie sollte nicht laut sein, sondern klar.

Die Bilder, die du hervorhebst, sind bewusst schlicht gehalten.
Der Kiesel in der Hand, die Vögel über den Ruinen — das sind keine großen Symbole, sondern kleine Punkte von Gelassenheit, die bleiben, wenn man den Rest weglässt. Dass sie nachhallen, zeigt, dass die Reduktion funktioniert.

Der Gedanke, dass man die Zeit nicht bezwingen kann, sondern nur aufhört, sich an ihr aufzureiben, ist die eigentliche Pointe. Kein Kampf, keine Niederlage — nur ein anderer Umgang.


Liebe Grüße an euch beide

Falderwald


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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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