Moin liebe Lotusblüte,
deine "Grüne Symphonie" hat diese ruhige, weit ausgebreitete Klarheit, die nicht drängt, nicht fordert, sondern einfach zeigt. Die Bilder wirken wie sorgfältig gesetzte Pinselstriche: erst das Grün, das sich bewegt wie ein Atem; dann das Wasser, das nicht einfach fließt, sondern „plaudert“; später die Wiesen, die sich wiegen, als hätten sie ihren eigenen kleinen Rhythmus. Alles hat eine sehr sanfte Selbstverständlichkeit.
Besonders schön finde ich, wie du die Landschaft nicht beschreibst, sondern öffnest. Jeder Abschnitt ist wie ein kleiner Raum, in den man hineingehen kann: das Tal, der Bach, die Wiesen, die Schieferwände. Und am Ende entsteht tatsächlich dieses Gefühl eines Ortes, der nicht gesucht werden muss, weil er sich selbst zeigt.
Mich erinnert das an meine alte Heimat, das Bergische Land.
Diese Mischung aus sattem Grün, hügeligen Linien, feuchtem Licht und diesen stillen, dunklen Schieferflächen – das ist genau die Landschaft, in der ich groß geworden bin. Remscheid, die Wälder drumherum, die Täler, die Bäche, die alten Hänge: Das hat denselben Ton wie dein Gedicht. Vielleicht deshalb wirkt es für mich so vertraut.
Ein sehr ruhiger, sehr klarer Naturtext, der nicht überhöht, sondern einfach atmet.
Liebe Grüße
Falderwald