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Alt Gestern, 17:56   #3
Feder Zensor
Neuer Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 27.08.2026
Ort: Bregenz
Beiträge: 10
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Habe die Ehre, Falderwald,

ich danke Ihnen für den freundlichen und differenzierten Empfang in dieser Runde.

Ihre Sorge bezüglich der „Rhetorik eines Oberstudienrats“ greife ich gerne auf, um ein mögliches Missverständnis direkt im Keim zu ersticken: Ein Text benötigt kein universitäres Studium, um handwerklich sauber zu sein, und eine Rezension braucht kein akademisches Prädikat, um verstanden zu werden. Die deutsche Sprache und ihre formalen Regeln sind kein Privileg von Bildungseliten, sondern das gemeinsame, universelle Werkzeug aller Schreibenden.

Mein Fokus liegt niemals auf dem sozialen oder akademischen Hintergrund eines Autors, sondern ausschließlich auf dem Textkörper, den er zur Diskussion stellt. Ein starkes Bild oder ein fehlerfreier Rhythmus überzeugen durch sich selbst, ganz gleich, wer die Feder geführt hat. Konstruktivität bedeutet für mich jedoch auch, Schwachstellen klar beim Namen zu nennen, statt sie hinter falschem Applaus zu verstecken – denn nur das schärft den Blick und hilft dem Schreibenden wirklich weiter.

Was Ihre berechtigte Neugier auf meine eigenen Texte betrifft: Seien Sie unbesorgt. Wer im Glashaus sitzt, sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen – oder er muss sicherstellen, dass sein Glashaus aus Panzerglas besteht. Ich werde zu gegebener Zeit liefern und stelle mich dann mit Vergnügen derselben unbestechlichen Kritik, die ich auch hier anwende.

Ich freue mich auf die kommenden, lebendigen Diskussionen.

Mit vorzüglicher Hochachtung,
Feder Zensor

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Kritisiert wird der Text, niemals der Mensch.

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