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Alt Heute, 12:21   #4
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
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Hallo liebe Lotusblüte,

dein Text arbeitet mit einer klaren, ruhigen Bildsprache, die sich konsequent an der Wahrnehmung entlang bewegt. Das frühe Licht, die Gräser, die Wasserperlen — das sind Motive, die du sorgfältig setzt, ohne sie zu überhöhen. Die Stärke des Gedichts liegt darin, dass es sich Zeit nimmt, die Szene auszubreiten, ohne sie zu erklären.

Was mir auffällt: Du führst die Natur nicht als Kulisse, sondern als Gegenüber ein. Der Wind, der „dich kennt“, die Bäume, die „sicher sein wollen“, der Wald, der „eine Geschichte erzählt“ — das sind klare Personifikationen, die dem Text eine leise Bewegung geben. Sie funktionieren, weil du sie nicht ausspielst, sondern beiläufig einsetzt.

Der Übergang vom äußeren Bild zum inneren Moment — „Ich war es immer, ich hatte es nur vergessen“ — ist der stärkste Punkt des Gedichts. Er ist nicht laut, aber er markiert den Kern: eine Rückkehr zu etwas Selbstverständlichem, das im Alltag verloren geht.

Was das Gedicht nicht tut: Es stellt keine Frage, es sucht keine Pointe, es will nichts beweisen. Es bleibt vollständig in der Wahrnehmung. Das ist eine bewusste Entscheidung, und sie trägt, weil du die Bilder klar hältst und nicht in Symbolik abgleitest.

Insgesamt ein stilles, konzentriertes Stück, das seine Wirkung aus der Ruhe bezieht, nicht aus Überraschung.

Liebe Grüße

Falderwald


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Manchmal muss man eben Dreck fressen, um Gold kacken zu können (Falderwald)



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