Lieber Falderwald,
dein Schach‑Gedicht hat mich sofort in diese Welt aus Figuren, Rollen und Macht gezogen. Ich mag, wie du das ganze Brett nicht als Spiel darstellst, sondern als System, das einen irgendwann auffrisst, wenn man nicht aufpasst. Die Springer, die Läufer, die Bauern – das wirkt alles so vertraut, als würde man Menschen sehen, die man schon einmal getroffen hat, nur eben in anderer Form.
Besonders stark finde ich den Moment, in dem du dich selbst auf dem Brett erkennst: verwundet, blutend, mitten in Schlachten, die du nie bestellt hast. Das hat eine leise Wucht. Und der Entschluss, einfach runterzuspringen, weg von den „segensreichen Gaben“, die sich am Ende als Fesseln entpuppen – das ist ein schöner Befreiungsschlag.
Der Schluss gefällt mir sehr: dass sie jetzt von ihren Logen aus gaffen und gar nicht merken, dass sie ihr eigenes Spiel verloren haben. Das hat etwas angenehm Trocken‑Triumphierendes.
Ich finde es beschämend, dass solche Stanzen hier einfach unkommentiert untergehen!
Herzliche Grüße von Xenia