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Alt Heute, 15:58   #2
Xenia
Lim-Fee
 
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Lieber Falderwald,

mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit öfter freie Verse schreibst – und ich muss sagen, das steht dir richtig gut. Du hast da eine ganz eigene Art, Räume zu öffnen, ohne dass ein Reim oder ein Metrum dich festhält. Das wirkt frei, aber trotzdem präzise, und genau das beherrschst du inzwischen perfekt.

Dein Text hier hat mich sofort in diesen Laden gezogen, in dem die Luft schon beim Reingehen nach gescheiterten Lebensentwürfen riecht. Diese Männer an der Bar – herrlich getroffen. Man sieht sie förmlich vor sich: laut, wichtig, leer. Und wie du sie beschreibst, dieses „durch Menschen hindurchsehen“, das kenne ich nur zu gut.

Auch die Tänzerinnen sind stark dargestellt: professionell, gelangweilt, völlig unbeeindruckt von den Kerlen, die glauben, die Welt drehe sich um sie. Das ist einer der ehrlichsten Momente im ganzen Text.

Am besten gefällt mir aber dieses leise Abtauchen am Ende. Kein Drama, kein großes Fazit – nur dieses Aufstehen, Münzen hinlegen, rausgehen. Und plötzlich ist da Frieden, nicht weil etwas gut geworden wäre, sondern weil wieder alles egal ist. Das hat eine schöne, trockene Kraft.

Herzliche Grüße von Xenia
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