Lieber MakaVeli,
dein Text hat eine ganz eigene Glut, die man sofort spürt.
Dieses „Kannst du dich entsinnen?“ wirkt wie ein Ruf aus einer Tiefe, die man nicht oft betritt. Ich musste beim Lesen ein wenig an jene Nächte denken, in denen man nicht weiß, ob man träumt oder erinnert – und beides verschwimmt zu etwas, das man nur fühlen kann.
Die Mischung aus Feuer, Ahnen, Rauch und diesem leisen Zischen hat etwas sehr Archaisches.
Ich kenne solche Momente, in denen ein kleiner Impuls plötzlich eine ganze innere Landschaft aufwühlt. Dein Gedicht fängt das gut ein – dieses Aufstehen, Augenwischen, Weitergehen, obwohl man noch halb im Dämmer steckt.
Besonders stark finde ich die Stellen, in denen du das Persönliche mit dem Überzeitlichen verbindest.
„An alle! Dich! An Ihn! Und sie!“ – das hat fast etwas Beschwörendes.
Man merkt, dass hier nicht nur ein Gefühl beschrieben wird, sondern ein ganzes inneres Ritual.
Der Schluss ist sehr zart, trotz all der Wucht davor.
Dieses Bild, dass dein Feuer weiter in tausend Kerzen brennt, hat etwas Tröstliches.
Manchmal bleibt ja wirklich nur ein kleiner Rest, der weiterleuchtet, wenn alles andere verschwunden ist.
Herzliche Grüße von Xenia