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Alt 24.07.2026, 10:00   #1
Taxi5013
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 17.01.2017
Beiträge: 243
Standard Der Himmel über Australien

Himmel über Australien

So weit das Auge schweigend sieht,
wo Sand in heiße Ferne flieht,
wo Glut den Atem langsam nimmt
und über dürrem Boden glimmt,
liegt ein Land aus Licht geboren,
von Zeit und Ewigkeit erkoren.

Kein Schatten schützt den müden Schritt,
nur Wind und Stille gehen mit.
Kein Bach erzählt von kühlem Sein,
kein grünes Blatt, kein Blütenschein;
nur roter Staub, der leise weht,
bis selbst der Wind zur Ruhe geht.
*
Und über allem; grenzenlos,
erhebt sich still der Himmel groß.
Ein dunkles Blau, so tief, so weit,
ein Spiegel der Unendlichkeit.
Die flimmernde Luft lässt Tänzer steigen,
kleine Sandgeister, die schweigend schweifen.
Sie wirbeln Kreise, leicht und sacht,
als hätten Engel sie erdacht.
*
Dann ziehen hoch am Firmament
die weißen Wolkenschiffe sacht im Wind.
Von Horizont zu Horizont getragen,
als wollten sie den Himmel fragen,
ob hinter jener fernen Bahn
noch größ're Wunder warten kann.
Und jeder Blick, der aufwärts strebt,
fühlt sich vom Ewigen umwebt.
*
Doch wenn im Norden Donner grollen
und schwarze Wolkenberge rollen,
wenn Blitze ihre Feuer schreiben
und Regenfluten nieder treiben,
dann scheint der Himmel selbst zu beben,
als ringe Zeit mit allem Leben.
Die Erde lauscht, der Mensch wird klein,
im Herzschlag dieser Wildnis sein.
*
Bis plötzlich, nach des Sturmes Macht,
ein Wunder still den Tag entfacht:
Ein Regenbogen, licht und klar,
spannt seine Brücke wunderbar.
Er reicht von Welt zu Welt hinaus,
von Menschenherz zu Gottes Haus;
ein schweigendes, erhab'nes Band,
gespannt über das weite Land.
*
So sind der Himmel und das Land
seit Jahrmillionen eng verwandt.
Kein Wolkenzug, kein Sturm verweht
die Liebe, die dort ewig steht.
Australien; du fernes Licht,
vergessen kann man dich wohl nicht.
Denn wer einst unter deinem Himmel stand,
trägt deine Weite in Herz und Hand.
Und wenn die Wolken weiter zieh'n,
die Jahre still vorüber flieh'n,
bleibt tief im Herzen, hell und klar,
dein Himmel; ewig, wunderbar.
*
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