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Alt 18.07.2026, 10:05   #5
MakaVeli
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 18.04.2021
Beiträge: 96
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Irgendwie bild' ich mir ein
hinter einer Fantasie
müsste was fantastisch sein,
ein Raum, wo irgendwie
ein Moment Unendlichkeit
in allen Farben jeder Zeit -
deine wirkt, ganz komisch
eh'r funktional, ergonomisch,
definiert, gut ausgemessen
oft gebraucht, eingesessen
recht bequem, alt bewährt
ausgeblichen, sinnbeschwert,
weil sie löcherlos formvollendet
in sich vor sich verschlossen,
vor sich für sich endet -
fest in Form gegossen.

Ich meine, falls es ankommen sollte, was ich hier, gut gemeint, selbstverständlich, und mit nem Schmunzeln, dürft ihr mir glauben, anbringe - dann müsstet ihr zugeben, dass ihr genau das, DIESEN ZUSTAND, unisono hier selber zugebt. Wohin kannst du zurückkehren? Doch wohl nur zu Dingen, die einem bekannt sind - und wenn sich's um Bekanntes handelt, was dich umgibt, isses, bekanntlich, kein Produkt der Fantasie. NIE! NIE! NIE!

Right? Weiterhin würde mich mal interessieren, wo denn die Fantasien sein sollen, mit denen man sich so gerne umgibt? Ich bin seit zehn Jahren hier, wirklich Fantastisches (wertungsfrei, es geht um den "Aggregatzustand") habe ich hier noch nicht wirklich vorfinden dürfen - falls es doch vorhanden ist, man möge es mir zeigen.
Am nächsten dran, mit Abstand, ist da tatsächlich noch Max, auch wenn er sich noch nicht ganz mit beiden Füßen rausgetraut hat, bis hierher. Ansonsten sind das doch fast alles immer wiederkehrende, nicht selten pejorativ wirken wollende, Endprodukte gewisser hurzturzlogolego Wunschvorstellungen, wie du sie überall anders findest, mit denen man sich am Ende von den Dingen ganz, ganz gekonnt abwendet, denen man vorher unaufhörlich zuruft, dass man ihnen nicht zugewandt ist - genau, wie es überall anders auch passiert, ständig.

Was im Prinzip nicht schlimm ist, weil, wie gesagt, alle anderen tun's auch. Dass, was hier schon x-mal passiert ist und gerade längst wieder passiert, ist der menschlichste, gewöhnlichste Vorgang auf dieser Welt, wirklich. Nevadi.
ABER: EIN DICHTER, der dem so tut, ist wie ein Dachdecker, der sich auf OpenAir spezialisiert - offen dafür, dass es reinregnet.

Auch wenn sie es nicht wissen, noch nicht: nichts bräuchten die Menschen, das Leben hier draußen mehr als ihre Dichter, die welche sind, indem sie versuchen, versuchen, versuchen.
Und was tun die Dichter hier, wie alle anderen, wie gesagt: erklären sich für vollendet, wenn sie dem Leben vermeintlich erfolgreich erklären können, die Tatsache, dass sie von ihm in ihm Unverstanden bleiben, beweise, dass sie genau die sind, für die sie sich schon immer halten wollten - man erklärt, nicht verstanden zu werden, nicht mal gehört, als Dichter, müsse beweisen, dass man genau so klug sein müsse, wie man von sich selbst gedacht.

Anders ist Unverständnis ja auch keinesfalls erklärbar, wa? Dann hier noch fortlaufend mit der groben Kelle austeilen zu wollen und das noch ne Kunst zu nennen, das ist, egal, was ihr glaubt, eigentlich einfach nur hochnotpeinlich.

Geändert von MakaVeli (18.07.2026 um 10:14 Uhr)
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