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Alt 06.07.2026, 12:50   #1
Taxi5013
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 17.01.2017
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Standard Du bist das leise Werden

Du bist das leise Werden

Nicht laut kamst du zu mir,
sondern wie das Licht,
das lange hinter Wolken ruht
und schließlich doch die Nacht durchbricht.

Du warst nicht Antwort,
du warst das stille Fragen,
dem meine Seele
seit ungezählten Tagen entgegen wuchs.
An dir lernte mein Herz,
dass Liebe nicht besitzt,
sondern behütet,
wie der Morgen den Tau
und der Himmel den ersten Flug der Lerche.

Wir gingen durch Schatten,
die uns größer erscheinen wollten
als unsere Hoffnung.
Doch jeder Schmerz
legte nur eine tiefere Wurzel
unter den Baum unserer Sehnsucht frei.

Und langsam begriffen wir,
dass das Glück
nicht am Ende des Weges auf uns wartete,
sondern in jedem Schritt,
den wir einander entgegen gingen.

Nun wohnen unsere Hände
ineinander
wie zwei Flüsse,
die endlich das Meer gefunden haben.
Die Zeit verliert ihr Maß,
wenn ich in deine Augen sehe.

Alles Vergangene
wird still,
alles Zukünftige
wird leicht.
So stehen wir
unter dem weiten Himmel,
nicht als zwei,
die sich gesucht haben,
sondern als zwei,
die einander Heimat wurden.
Und jedes neue Erwachen
ist nicht der Beginn einer neuen Sehnsucht,
sondern der sanfte Beginn
einer Liebe,
die mit jedem Tag
tiefer,
stiller
und unvergänglicher wird.

Geändert von Taxi5013 (06.07.2026 um 12:53 Uhr) Grund: Fehler entnommen
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