Hallo Schamansky,
dein Gedicht hat mich schmunzeln lassen – und gleichzeitig ein bisschen neidisch gemacht. Wer hätte gedacht, dass ein Stein so überzeugend als Lebensmodell auftreten kann. Diese Mischung aus stoischer Gelassenheit und poetischer Müdigkeit vom Funktionieren-Müssen trifft einen Nerv, den wohl viele kennen.
Die Idee, sich einfach in die Landschaft zu legen und offiziell „nur zu sein“, hat was Verführerisches. Wenn man’s genau nimmt, ist der Stein ja quasi der Zen-Meister unter den Mineralien: keine Termine, kein Druck, kein WLAN, aber trotzdem immer gut geerdet.
Besonders das „langsam erodiern“ hat mich erwischt. Das klingt wie die ultimative To-do-Liste für alle, die sich schon beim Wort „funktionieren“ innerlich zusammenrollen:
- Existieren.
- Ganz langsam zerbröseln.
- Fertig.
Ein wunderbar lakonisches Gedicht — und ein überzeugendes Plädoyer für die Karriere als Findling.
Beste Grüße
Falderwald