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Alt 15.01.2026, 12:53   #2
Falderwald
Lyrische Emotion
 
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Registriert seit: 07.02.2009
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Hallo Max,

ein sehr atmosphärisches Werk, das die Kälte und Anonymität der nächtlichen Straße fast physisch spürbar macht. Besonders das Bild der „Laternen geklont“ als „Fragen aus Glas“ hat mich beeindruckt – das beschreibt dieses starre, künstliche Licht, das zwar hell macht, aber keine Wärme spendet, hervorragend.

Deine Interpretation des „Schweigens“ als etwas, das die Menschen langsam „frisst“, gibt dem Text eine existenzielle Tiefe.

Zur letzten Strophe: Das Bild der „Wächter im Land“ ist ein starker Abschluss.

Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: Ich würde die Verben in der zweiten und vierten Zeile voll ausschreiben. Das gibt der Strophe mehr Gewicht und erzeugt in der zweiten Zeile sogar einen feinen Doppelreim, der den Rhythmus stabilisiert.

Mein Vorschlag für das Ende:

Ein Wind zieht die Spuren aus Staub an die Wand,
als wollte er flüchtig im Gehen verstehen.
Die Lichter verharren als Wächter im Land,
als hätten sie alles schon kommen gesehen.

Das wirkt für mich „fertiger“ und klanglich voller.

Sehr gern gelesen!


Beste Grüße

Falderwald


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Oh, dass ich große Laster säh', Verbrechen, blutig kolossal, nur diese satte Tugend nicht und zahlungsfähige Moral. (Heinrich Heine)



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