Hallo Cilonsar,
Aufführung im Lars-von‑Trier‑Kino: „Freiheit – Director’s Cut“.
Schon der Einstieg mit „6 fehlt… (66 Zeichen)“ wirkt wie ein kaputter Abspann, ein kryptisches Insert, das von Trier irgendwo zwischen Kapitel I und II eingeblendet hätte, während die nackte und frierende Charlotte Gainsbourg schweigend, aber kotzend in die Kamera starrt.
Die Schlagwort‑Ketten – Antichrist, Eichen, Copyright‑Deiche – türmen sich wie Szenenfragmente, die von Trier in Nymphomaniac als Kapitelüberschriften genutzt hätte: bedeutungsschwer, aber letztlich nur Requisiten. Angst, Überkompensation, Millennialwahn – alles wird behauptet, nichts wird erzählt.
„Digitalisierend geh’ über Leichen“ klingt wie ein von‑Trier‑Monolog, der im Off gesprochen wird, während die Kamera minutenlang auf eine kahle Wand zoomt. Doch statt Freiheit entsteht nur ein Manifest, das sich selbst ins Leere schreibt.
Am Ende bleibt kein Gedicht, sondern ein pseudo‑philosophisches Verwirrspiel, das sich in seinen eigenen Schlagworten verliert. Von Trier hätte den Abspann laufen lassen und gesagt: „Das war keine Freiheit, das war nur ein Projektor, der durch seine eigene Unfähigkeit mit einem seufzenden Schmatzen implodiert.“
Gruß von Ihrer trolligen Hohlheit dem Ratzeburger Dichterfürsten
Falderwald