Gedichte-Eiland

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Carlino 20.11.2011 10:58

Liquidation
 
Hier stockt der Atem
Du stehst und lauschst
An einer Tür
Die nimmer du
Zu öffnen wagtest

Drinnen stilles Gleiten
Wunder Leiber Stöhnen ...
Tod

Walther 20.11.2011 15:07

Lb. Carlino,

hast das nicht "Wunder Leiber Stöhnen?"

LG W.

Carlino 20.11.2011 16:33

Lieber Walther,

danke für den Hinweis!!!

Liebe Grüße von Carlino

Stimme der Zeit 20.11.2011 16:39

Hallo, Carlino,

der Tippfehler ist ja dank Walther bereits behoben, dann widme ich mich dem Inhalt. Für mich gibt es hier zwei Möglichkeiten:

1. "Hinter der Tür" liegt die eigene Sterblichkeit, die Möglichkeit von Krankheit, Leid, Siechtum und Tod. Und somit auch die eigene Angst und Hilflosgkeit. Ab und zu "zeigt" uns das Leben diese Türe (z. B. in einem Krankenhaus oder auf einer Beerdigung); aber wir öffnen sie nicht wirklich, lieber umdrehen und weggehen ...

2. "Hinter der Tür" liegen die Gräuel, zu denen Menschen fähig sind. Kriegsgefangenschaft, Misshandlung, Folter, das Sterben und Leiden von Menschen, die aus Armut ohne medizinische Hilfe bleiben (oder verhungern).

Es gibt Menschen, die diese Türe öffnen - um zu helfen. Leider sind das viel zu wenige. Die meisten entscheiden sich für das "Weggehen/Wegsehen": Wenn ich die Tür nicht öffne, dann ist das alles "nicht da", es liegt "hinter der Tür" - weit weg ... Nicht alle diese Menschen sind zu verurteilen, denn manche haben einfach zu viel Angst. Aber es gibt auch zu viele, denen das eigene Wohl als Ausschließlichkeit gilt.

Ein ganz anderer "Blick" aufs Westend, ein ganz anderer "Carlino" - aber sehr eindringlich geschrieben, wirklich. Ich kommentiere nicht ohne Beklommenheit.

Trotzdem (oder gerade deswegen) gerne kommentiert.

Liebe Grüße

Stimme (die bei solchen Themen immer das Markenzeichen weglässt.)

Carlino 21.11.2011 16:16

Liebe Stimme,

keine der beiden von Dir aufgezeigten und ausführlich beschriebenen Möglichkeiten möchte ich ausschließen!!! Das Unausprechliche, aber Erahnte hinter der Tür, die uns anzieht und zugleich abstößt, wollte ich anklingen lassen.

Vielen herzlichen Dank für den einfühlsamen Kommentar!

Carlino

Chavali 21.11.2011 17:01

Lieber Carlino,

ein wenig scheue ich mich, auszusprechen, was dein Text aussagt.
Dein Kommentar an Stimme sagt es:
Zitat:

Das Unausprechliche, aber Erahnte hinter der Tür, die uns anzieht und zugleich abstößt,
Darum kann ich nur anfügen, dass mich der Text sehr berührt hat.

Viele Grüße,
Chavali



Carlino 22.11.2011 07:57

Liebe Chavali,

und mir bleibt es, Dir zu danken für Deine Rückmeldung, die mir sagt, dass ich mit meinen Gefühlen nicht allein stehe.

Liebe und herzliche Grüße aus dem Westend von Carlino


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