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Unser Leben
Das Leben – ein flüchtiger Augenblick
Das Leben ist ein stiller Fluss, der durch die Zeit sich windet, der uns mit jedem neuen Tag ein Stückchen Zukunft kündet. Es schenkt uns Glück im Morgenlicht, lässt Rosen für uns blühen, und manchmal müssen wir durch Nacht und durch die Schatten ziehen. Wir lernen lieben, lernen geh’n, verlieren und gewinnen, und suchen oft ein ganzes Jahr, was wir längst tief in uns finden. Es trägt die Spuren unsrer Zeit, die Falten unsrer Sorgen, doch hinter jeder dunklen Nacht wartet ein neues Morgen. Wie oft hielt uns ein Wort zurück, wie oft hat eins befreit, wie oft war eine kleine Hand ein Stern in dunkler Zeit. Wir tragen Menschen in uns fort, die längst von uns gegangen, und hören noch ihr liebes Wort, als wär's erst jüngst verklungen. Denn nichts, was uns im Herzen traf, kann ganz verloren gehen. Was Liebe einmal in uns schuf, wird still in uns bestehen. Und wenn der Herbst des Lebens naht, die Tage leiser werden, dann liegt in jedem Sonnenstrahl ein tiefer Sinn auf Erden. Dann zählen nicht die Jahre mehr, nicht Ruhm und Gold und Macht. Es zählt, ob unser Herz noch liebt, ob Güte in uns wacht. Und wenn dereinst der Abend kommt, der letzte still und sacht, dann frag nicht, wie viel Zeit verging, sondern, was sie aus dir gemacht. |
Hallo Taxi5013,
ach je, was für ein plötzlicher, rührender Sinneswandel! Kaum fliegt dir deine zahnlose Kneipen-Romanze samt dem „porösen Arsch“ und dem fäkalen Beistand deines keulenschwingenden Kumpels um die Ohren, wirfst du dir das Gewand des gütigen Alters-Philosophen über und flüchtest dich in die absolute Schmalz-Kompensation. Diese moralische und literarische Metamorphose ist wirklich filmreif. Eben noch auf billigem „Weiberfang“ am Tresen, und jetzt faselst du plötzlich mit feuchten Augen von „Güte, die in uns wacht“ und dass „unser Herz noch liebt“. Diese plötzliche Heuchelei ist kaum zu überbieten. Aber schauen wir uns dein neues „Meisterwerk“ mal an. Du hast diesmal die klassischen Strophen weggelassen und den Text stattdessen als lange Fließtext-Blöcke gepostet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – hattest du etwa panische Angst, dass ich dir dein holperndes Metrum wieder Zeile für Zeile zerlege, wenn du es ordentlich untereinander schreibst? Geholfen hat das optische Versteckspiel allerdings nicht, denn inhaltlich hast du hier den absoluten Rekord im Phrasendreschen aufgestellt. Jede Zeile ist eine Aneinanderreihung der abgegriffensten Lyrik-Klischees der Menschheit. Der „stille Fluss“, „Rosen, die blühen“, die „Nacht und die Schatten“, der „Herbst des Lebens“, „Ruhm und Gold und Macht“. Das ist kein individuelles Gedicht, Taxi, das ist ein wandelnder Kitsch-Baukasten für Trauerkarten und Wandtattoos aus dem Möbelhaus. Und selbst im tiefsten Rührseligkeits-Sumpf verlässt dich dein handwerklicher Endgegner – die deutsche Sprache – nicht: Du lässt deine Figuren ernsthaft „ihr liebes Wort hören, als wär's erst jüngst verklungen“. Abgesehen davon, dass ein Wort nachklingt, während eine Melodie verklingt: Ein Wort verklingt nicht „jüngst“, sondern „gerade eben“. Aber wie immer bei dir gilt: Hauptsache, der Notreim geht irgendwie auf „gegangen“ auf. Ein wirklich rührender Versuch, dich nach deiner intellektuellen Pleite im Kneipen-Thread auf die Meta-Ebene der tiefen Weisheit zu retten. Du hast uns damit zwar nicht berührt, aber zumindest bewiesen, dass dein Vorrat an sentimentalem Wischi-Waschi unerschöpflich ist. Freundliche Grüße thommi |
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