![]() |
Im Atem der Morgenwiese
Im Atem der Morgenwiese
Ich gehe durch das frühe Licht, und alles um mich scheint noch unentschieden – die Gräser, die sich strecken, die kleinen Wasserperlen, die sich nicht entscheiden können, ob sie fallen oder bleiben wollen. Der Wind fährt mir durch das Haar, als würde er mich kennen, als hätte er mich schon einmal an einem anderen Ort berührt. Ich lasse ihn gewähren. Manchmal braucht man nichts weiter als eine Hand aus Luft. Über mir öffnen sich die Kronen der Bäume, so langsam, als wollten sie sicher sein, dass ich bereit bin für ihr Licht. Ich bin es. Ich war es immer, ich hatte es nur vergessen. Die Erde unter meinen Füßen fühlt sich warm an, als hätte sie die ganze Nacht auf mich gewartet. Ich gehe weiter, und jeder Schritt macht mich ein wenig leichter. Ein Vogel ruft, ein zweiter antwortet, und plötzlich klingt es, als würde der ganze Wald eine Geschichte erzählen, die nur für mich bestimmt ist. Ich bleibe stehen, schließe die Augen und lasse die Welt einmal durch mich hindurchgehen. Sie tut es leise, ohne Drängen, ohne Anspruch. Und für einen Moment fühle ich mich wie eine Blüte, die sich öffnet, nicht weil jemand es erwartet, sondern weil es Zeit ist. |
Liebe Lotusblüte,
dein Gedicht hat mich sofort in dieses frühe Licht versetzt, das du so zart beschreibst. Ich konnte beim Lesen richtig spüren, wie alles noch ein bisschen unentschieden ist — diese kleinen Wasserperlen, die nicht wissen, ob sie bleiben oder fallen sollen, das hat etwas unglaublich Feines. Besonders schön finde ich, wie du den Wind zeichnest. Nicht als Wetter, sondern fast wie jemanden, der dich kennt und dir kurz über die Schulter streicht. Das ist so eine stille Nähe, die man selten so treffend liest. Und dann diese Momente, in denen du dich erinnerst, dass du das Licht eigentlich immer in dir hattest — das hat mich sehr berührt. Es ist ein leiser Satz, aber er trägt so viel. Der Wald, der plötzlich eine Geschichte erzählt, die nur für dich bestimmt ist — das ist ein wunderbares Bild. Nicht laut, nicht überhöht, sondern einfach da, wie ein Geschenk, das man nur annehmen muss. Ein sehr stilles, sehr schönes Gedicht. Es hat mich für einen Moment ganz ruhig gemacht. Herzliche Grüße von Xenia :) |
Liebe Xenia,
deine Worte haben mich wirklich gefreut. Es ist schön zu lesen, wie du dieses frühe Licht und all die kleinen Bewegungen darin wahrgenommen hast. Vor allem, dass du den Wind so deutlich gespürt hast — das hat mich überrascht und berührt, weil genau dieser Moment für mich selbst so still war. Und wie du den Wald beschrieben hast, als würde er mir eine eigene Geschichte schenken… das hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Es ist ein besonderes Gefühl, wenn jemand die leisen Stellen eines Textes so klar sieht. Vielen Dank dir für diesen feinen, aufmerksamen Kommentar. LG :Blume: Lotusblüte |
| Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:07 Uhr. |
Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, Jelsoft Enterprises Ltd.
http://www.gedichte-eiland.de
Falderwald