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Du bist das leise Werden
Du bist das leise Werden
Nicht laut kamst du zu mir, sondern wie das Licht, das lange hinter Wolken ruht und schließlich doch die Nacht durchbricht. Du warst nicht Antwort, du warst das stille Fragen, dem meine Seele seit ungezählten Tagen entgegen wuchs. An dir lernte mein Herz, dass Liebe nicht besitzt, sondern behütet, wie der Morgen den Tau und der Himmel den ersten Flug der Lerche. Wir gingen durch Schatten, die uns größer erscheinen wollten als unsere Hoffnung. Doch jeder Schmerz legte nur eine tiefere Wurzel unter den Baum unserer Sehnsucht frei. Und langsam begriffen wir, dass das Glück nicht am Ende des Weges auf uns wartete, sondern in jedem Schritt, den wir einander entgegen gingen. Nun wohnen unsere Hände ineinander wie zwei Flüsse, die endlich das Meer gefunden haben. Die Zeit verliert ihr Maß, wenn ich in deine Augen sehe. Alles Vergangene wird still, alles Zukünftige wird leicht. So stehen wir unter dem weiten Himmel, nicht als zwei, die sich gesucht haben, sondern als zwei, die einander Heimat wurden. Und jedes neue Erwachen ist nicht der Beginn einer neuen Sehnsucht, sondern der sanfte Beginn einer Liebe, die mit jedem Tag tiefer, stiller und unvergänglicher wird. |
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