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Klagelied auf die Zwangsbeglückung
Klagelied auf die Zwangsbeglückung Ich will euch heut ein Liedchen singen von Reimen, die wie Reime klingen, von Metrik, die nicht ständig stolpert, damit kein Vers so grausam holpert, von Sinn und Unsinn in den Zeilen, die wild durch manche Strophen eilen, von Worten, die es lohnt, zu dichten, statt Geist und Leser hinzurichten, von schlechtgelaunten Satzentwürfen, die wirken wie ein Suppenschlürfen, von hingerotzten Beugungssilben, Kadenzen, die am Schluss vergilben, von Dichtern, die es echt nicht bringen, weil sie die Sprache qualvoll zwingen, Metaphern nicht zu schätzen wissen, „beschissen“ reimen auf Narzissen, die schlicht durch die Begriffe leiern und so durch die Gedichte eiern, wie ich mit diesen dummen Sätzen: Ich hoffe sehr, ihr wisst’s zu schätzen. Falderwald . .. . Zitat:
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Ja,ja, Faldi, |
Wir schätzen es.
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Hi Chavi,
Ich danke dir. Der Text ist bewusst als kleine Satire auf das Stolpern und Zwingen gedacht — nicht als Erziehungsversuch. Ich nehme es mit Humor, mehr wollte der Text auch nicht. Hallo Schamansky, Vielen Dank. Freut mich, dass es angekommen ist. Liebe Grüße :) Falderwald |
Immer wenn ich dieses lese und die Kommentare darunter, muss ich an folgendes Denken und dabei irgendwie tatsächlich gar gewaltig lachen:
"Das Sonett Sich in erneutem Kunstgebrauch zu üben, Ist heil’ge Pflicht, die wir dir auferlegen: Du kannst dich auch, wie wir, bestimmt bewegen Nach Tritt und Schritt, wie es dir vorgeschrieben. Denn eben die Beschränkung läßt sich lieben, Wenn sich die Geister gar gewaltig regen; Und wie sie sich denn auch gebärden mögen, Das Werk zuletzt ist doch vollendet blieben. So möcht’ ich selbst in künstlichen Sonetten, In sprachgewandter Maße kühnem Stolze, Das Beste, was Gefühl mir gäbe, reimen; Nur weiß ich hier mich nicht bequem zu betten: Ich schneide sonst so gern aus ganzem Holze, Und müßte nun doch auch mitunter leimen." Goethe. Aber was weiß der schon. |
Hallo MakaVeli,
Goethe zu zitieren ist immer eine gute Idee — besonders dann, wenn man sich hinter ihm verstecken möchte. Das Sonett, das du anführst, feiert die Freude an der Form, nicht den Zwang zur Form. Es ist ein Lob auf die Möglichkeit, nicht auf die Vorschrift. Dass du es als Anlass nimmst, „gewaltig zu lachen“, ist bemerkenswert: Goethe lacht nicht. Er arbeitet. Er spielt. Er probiert. Er beschränkt sich freiwillig. Ich habe eine Satire geschrieben, die bewusst mit dem Stolpern und Zwingen spielt. Du antwortest mit einem Sonett, das du als moralische Instanz über den Text stellst. Das ist eine hübsche Geste, aber sie kommentiert nicht, was ich geschrieben habe — sie kommentiert nur, was du gern lesen würdest. Und deine Schlusszeile „Aber was weiß der schon“ ist ein netter Versuch, die eigene Überhöhung mit Ironie zu kaschieren. Goethe wusste viel. Was du aus ihm machst, ist allerdings deine Sache — nicht meine. Viele Grüße Falderwald |
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Falderwald