Gedichte-Eiland

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Erich Kykal 12.04.2014 10:01

Hoffnung auf Liebe
 
Ich weiß, ich sollte nicht fragen mehr,
und keine Gedanken verschwenden
an Dinge, von denen die Seele mir schwer
und wunder nur wird, wo sie enden.

Ich weiß, ich sollte nicht hoffen mehr
auf hellere, freundliche Tage,
doch locken die Lieder des Lebens so sehr,
dass ich noch zu hoffen wage.

Ich weiß, ich sollte nicht graben mehr
nach bange vermuteten Gaben!
Mein Lieben jedoch, es setzt sich zur Wehr
und will seine Hoffnungen haben.

Dana 12.04.2014 20:28

Lieber eKy,

die letzte Strophe hat den Protagonisten in hohe lyrische Welten erhoben.;)
Was jeder für sich weiß, hat eigene Gültigkeiten.
Aber die Liebe als solche zu erheben, weiß nur ein Dichter.:)
Ob sie in Hoffnungen oder "Glauben":confused: mündet, stehe jedem selbst zu.

Ein wunderschönes und überzeugendes Gedicht.
Die Liebe ist stärker - vielleicht steht sie sogar über der Poesie, die sie immer wieder annähernd zu verdichten versucht.
Das ist dir vollkommen gelungen.

Liebe Grüße
Dana

Erich Kykal 12.04.2014 20:53

Hi, Dana!

Vielen Dank für deine vertiefenden Worte!
Ganz zufrieden bin ich noch nicht damit, an S3Z3 werde ich wohl nochmal rumdoktern müssen...:rolleyes: Das Komma in dieser Zeile unterbricht mir die Melodie zu stark.

LG, eKy

Dana 12.04.2014 21:03

und so?:

"Jedoch mein Lieben setzt sich zur Wehr
und will seine Hoffnungen haben."

Liebe Grüße
Dana

(Ist mir aber beil Lesen nicht als "unvollkommen" aufgefallen.:))

Erich Kykal 12.04.2014 21:30

Hi, Dana!

Nö, nicht wirklich besser. Da fehlt das "es", und nun ist das "jedoch" am Anfang zu stark.

Aber Danke fürs Versuchen!:)

LG, eKy

Chavali 14.04.2014 16:39

Servus Erich,

schön melancholisch :)

Für die vakanten Zeilen (S3 Z 3+4) habe ich folgende Idee:

Dennoch setzt sich mein Lieben zur Wehr
und will seine Hoffnungen haben.

Hier allerdings ist der Auftakt trochäisch, was dir nicht gefallen wird ;)
Aber es liest sich viiiiiel besser als die komische Zäsur:
Zitat:

jedoch, es
LG Chavali

Erich Kykal 14.04.2014 20:40

Hi, Chavi!

An sich eine sprachlich gewandte Lösung, indes (wie du erwähntest), dies ist ein Gedicht mit unbetonten Auftakten - und deine Version beginnt betont. Sorry.

Danke, dass du dich drangewagt hast, wohlwissend, wie pingelig ich bin (wie zumindest manche behaupten, keine Ahnung, wie die drauf kommen...).;)

LG, eKy

juli 15.04.2014 14:56

Hallo eKy
 
Die Liebe ist das Schönste was der Mensch im Leben erleben kann:):):)
Ich weiß keine Lösung für " Dein Problem" S3Z3. Achselzuck.:confused:
Aber dafür finde ich Dein Gedicht so wie es ist wunderschön.

LIebe Grüße sy:)

Dana 15.04.2014 17:31

Lieber eKy,

Zitat:

Zitat von Erich Kykal an Chavali
Danke, dass du dich drangewagt hast, wohlwissend, wie pingelig ich bin (wie zumindest manche behaupten, keine Ahnung, wie die drauf kommen...).

:D - du und pingelig?

So sehr, dass mir diese kleine Anmerkung von dir, von wegen: "Bin nicht ganz zufrieden..." keine Ruhe gibt.:p

Ich übersah auch die schöne Reimfolge nicht: mehr/schwer - mehr/sehr - und mehr/Wehr.:)

Nicht als Vorschlag, sondern um das Komma auszulassen:

"Mein Lieben jedoch mit eigner (eignem) Begehr,
es will seine Hoffnungen haben."

Du kannst mit deiner Dichtung wirklich zufrieden bis glücklich sein. :)

Liebe Grüße
Dana

Erich Kykal 15.04.2014 19:42

Hi, Sy!

Danke für's Reinschauen und Gefallen!


HI, Dana!

An sich recht schön, klänge das "Begehr" nicht grad so gestelzt!

zB: "Mein Lieben jedoch trägt sein eigen Begehr
und will seine Hoffnungen haben."

Letztendlich finde ich den kleinen Ruckler erträglicher als das geschraubte, verstaubte "Begehr". Sorry.:rolleyes:

Ach, wenn es so leicht wäre, sich selbst zufriedenzustellen...:D
Vielen Dank für den tapferen Versuch auch dir!;)

LG, eKy

Dana 15.04.2014 20:06

Dann mach doch, was du willst.:D

Liebe Grüße
Dana

(nur, weil ich weiß, dass ich dir das Wasser noch nicht reichen kann.:p
Ich warte bis ich dich ertränke.:cool:)

Erich Kykal 15.04.2014 20:26

Hi, Dana!

Ei der Daus, ich habe dich hoffentlich nicht vergrämt!?;)

Übrigens - in schöner Lyrik ist wunderbar Ertrinken...:D

LG, eKy

Falderwald 18.04.2014 16:45

Servus Erich,

wie du weißt, drücke ich in "metrischen Dingen" bei meinen eigenen Texten ganz selten das ein oder andere Auge zu, vor allem, wenn ich im Sonett mal eine Hebung mehr verwende oder in einem anderen Text vom eigentlichen Versfuß abweiche.

Wenn ich dies tue, dann verschafft es mir aber doch durch dich die ein oder andere Mängelrüge.

Nun erkläre mir doch bitte einmal, was dich jetzt dazu bewogen hat, hier eine solch "krause" und unregelmäßige Metrik zu verwenden.

Ich weiß, ich sollte nicht fragen mehr,
und keine Gedanken verschwenden
an Dinge, von denen die Seele schwer
und wunder nur wird, wo sie enden.


xXxXxxXxX 9
xXxxXxxXx 9
xXxxXxxXxX 10
xXxxXxxXx 9

Ich weiß, ich sollte nicht hoffen mehr
auf hellere, freundliche Tage,
doch locken die Lieder des Lebens so sehr,
dass ich noch zu hoffen wage.


xXxXxxXxX 9
xXxxXxxXx 9
xXxxXxxXxxX 11 (das wäre hier der zu verwendende Standard)
xXxxXxXx 8

Ich weiß, ich sollte nicht graben mehr
nach bange vermuteten Gaben!
Mein Lieben jedoch, es setzt sich zur Wehr
und will seine Hoffnungen haben.


xXxXxxXxX 9
xXxxXxxXx 9
xXxxXxXxxX 10
xXxxXxxXx 9

Die jeweils ersten Zeilen gehen ja noch in Ordnung, sind sie metrisch doch alle gleich gehalten, doch die anderen markierten fallen aus dem Rahmen, sei es durch eine Hebung zuviel oder einfach durch weglassen unbetonter Silben, die eigentlich da hin gehörten.

Ich weiß, ich sollte nicht fragen mehr,
und keine Gedanken verschwenden
an Dinge, von denen die Seele (mir) schwer
und wunder nur wird, wo sie enden.

Ich weiß, ich sollte nicht hoffen mehr
auf hellere, freundliche Tage,
doch locken die Lieder des Lebens so sehr,
dass ich noch zu hoffen (es) wage.

Ich weiß, ich sollte nicht graben mehr
nach bange vermuteten Gaben!
**)Mein Lieben jedoch () setzt sich (träumend) zur Wehr
und will seine Hoffnungen haben.

**)Somit wäre das unschöne "Mein Lieben jedoch, es tut dies und das", beseitigt. Du musst ja nicht zwangsläufig "träumend" verwenden, das war nur als Beispiel gedacht.

Und so wäre auch die Metrik hier wieder gerettet und du hättest in allen drei Strophen ein einheitliches Metrikschema:

xXxXxxXxX 9
xXxxXxxXx 9
xXxxXxxXxxX 11
xXxxXxxXx 9 (x3)

Soviel dazu.

Inhaltlich kommt die Hoffnung nach Liebe stark zum Ausdruck.
Die unerfüllte Sehnsucht zieht sich durch alle Zeilen, aber auch die Angst vor Verwundungen sind nicht zu übersehen.

Zur Liebe gehört aber Mut, denn Leben und Lieben sind ein einziges Risiko und man weiß nie, wie sie enden.

Wer nicht bereit ist, dieses Risiko einzugehen, der wird sein Leben auch ohne die Liebe verbringen müssen.

Da helfen dann leider auch keine schönen Verse. :)


Gerne gelesen und kommentiert...:)


Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald

Erich Kykal 18.04.2014 23:34

Hi, gestrenger Faldi!

Ich habe das nie ge"x"t, bloß darauf geachtet, dass sich vierhebige und dreihebige Zeilen abwechseln. Wenn ich es lese, klingt es durchaus im Takt, mehr kann ich dazu nicht sagen. Die Sprachmelodie ist mir da wichtiger als die exakten "X"e, und die haut für mich hin. Vielleicht ist unsere Lesart unterschiedlich.
Ich geh da bei Gelegenheit noch mal drüber, danke für die Hinweise!

LG, eKy

Falderwald 19.04.2014 06:19

Servus Erich,

darüber brauchen wir gar nicht diskutieren.

Wenn es dir so gefällt, dann lass es stehen.
Normalerweise muss man deine Gedichte auch gar nicht "x-en", weil die Metrik sowieso meist stimmig ist.
Bei dir lege ich jedoch tatsächlich strengere Maßstäbe an, weil du ein sehr erfahrener Dichter bist und dir selbst normalerweise Unregelmäßigkeiten in der metrischen Struktur selbst sofort auffallen.

Sicher kann man das lesen, d. h. aber nicht, dass es auch fließt.
Als ich den Text zum ersten Mal betrachtete, kam ich unweigerlich ins Stolpern an den von mir monierten Stellen.

Vielleicht kann ich es dir mathematisch klarmachen.

Um eine fließende Metrik in einer Strophe zu erreichen, bedarf es eines Rhythmus.
Dem Rhythmus liegt, egal in welcher Deutung, immer eine Regelmäßigkeit zugrunde. Diese Regelmäßigkeit kann man auszählen.
Jede Einheit ergibt einen Takt. Die Taktlänge bestimmt der Dichter oder der Komponist.
Der Dichter arbeitet mit Silben, der Komponist mit Noten.
Auf jeden Fall muss bei der Auszählung der Takte am Ende eines Werkes stets eine teilbare Zahl herauskommen, sonst fehlt etwas, es geht nicht auf.

Das gilt für jede Strophe in der Dichtung, sowie für jeden Satz (oder Strophe) in der Musik.

Bei allen drei Strophen dieses Gedichtes beträgt die Silbenanzahl jedoch 37.
Und 37 ist eine Primzahl.

Das kommt in diesem Falle daher, dass du willkürlich in jeder Strophe eine Silbe weggelassen hast.
Und das geschah noch nicht einmal an denselben Versen der jeweiligen Strophe und die sogenannten Bruchstellen sind nicht an denselben Stellen innerhab der Verse.
Es wird also unwuchtig:

S1

xXxXxxXxX 9
xXxxXxxXx 9
xXxxXxxXxX 10
xXxxXxxXx 9

S2

xXxXxxXxX 9
xXxxXxxXx 9
xXxxXxxXxxX 11
xXxxXxXx 8

S3

xXxXxxXxX 9
xXxxXxxXx 9
xXxxXxXxxX 10
xXxxXxxXx 9

Bruch in S1

an Dinge, von denen die Seele schwer

Liest sich das tatsächlich flüssig?
Oder das?

an Dinge, von denen die Seele mir schwer

Bruch in S2

dass ich noch zu hoffen wage.

dass ich noch zu hoffen mich wage

Bruch in S3

Mein Lieben jedoch, es setzt sich zur Wehr

Mein Lieben jedoch setzt sich "dichtend" zur Wehr

Mal abgesehen davon, dass dies eine unschöne Satzkonstruktion ist, die du ja selbst schon weiter oben bemängelt hast, weil du nicht zufrieden damit bist, wäre die Metrik dann auch hier wieder fließend.
Warum schreibst du das so? Nicht "es" setzt sich zur Wehr, sondern "mein Lieben" setzt sich zur Wehr. Das "es" ist völlig unnötig und fällt sofort als notwendiges Füllsel an dieser Stelle auf.
Durch das Komma entsteht eine Zäsur, also ein Einschnitt, an dieser Stelle, die ebenso unnötig ist, denn es fließt nicht mehr, ich komme beim Lesen ins Stolpern.

Wie gesagt, natürlich ist unsere Lesart unterschiedlich, man kann sich das immer schön lesen, das schaffe ich auch mit dem Text, aber die Metrik ist streng nach den Regeln im Eimer und die Satzkonstruktion (s.o.) sehr unglücklich.

Das ließe sich also vermeiden und der Text würde auf jeden Fall dadurch gewinnen.

Also denk mal bei Gelegenheit darüber nach...;)


Liebe Grüße

Falderwald

Erich Kykal 19.04.2014 10:17

Hi, Faldi!

Danke für dein Nachhaken! Natürlich gebe ich dir rein numerisch Recht, das stand auch nie zur Debatte. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass gerade bei der Poesie die Mathematik nicht alles ist, nicht alles sein kann. Was nützte die perfekteste Ausgewogenheit nach metrischen Kriterien, wenn es dem Werk dafür an sprachlicher Melodie und inhaltlicher Tiefe fehlte, Dinge, die eben oft durch ein einziges Wort weniger oder eine bestimmte Phrasierung erreicht werden - oder zumindest, dass der jeweilige Autor dies glaubt.:rolleyes::D So erscheint mir die von dir monierte Stelle in S1 tatsächlich ohne das eingefügte "mir" authentischer, sprachmelodisch tiefer und wirkungsvoller, vielleicht, weil ich das Wort "Seele" hier besonders betone, besonders langziehe.
Ich versuche es mal mit deiner Variante, auch wenn mir die Zeile mit dem "mir" schon fast etwas gedrängelt erscheint und rascher gelesen werden muss, als ich möchte.

Dein Korrekturvorschlag für S2 ist schlicht falsch. Nicht die Tatsache, dass die Zeile unwuchtig ist, wohlgemerkt, sondern das von dir dort eingesetzte Wort, sowohl im ersten (grausige Inversion obendrein!) wie im zweiten deiner Kommentare.
"dass ich noch zu hoffen wage" ist eine in sich vollständige Phrase ("ich wage zu hoffen"), bestenfalls das "noch" könnte man weglassen. Deshalb fiel mir ja auch nichts dort ein, um den Ruckler zu beseitigen, die eine fehlende Silbe zu ergänzen. Ich behalf mich, indem ich die Zeile etwas langsamer und betonter las. Ich werde nun ein "doch" einfügen und hoffe, dass es sich nun ausgeht.

Bei S3 werde ich deinem Ansinnen ebenfalls nachgeben und die Zeile umstellen, allerdings mit einem anderen Adjektiv. Vielen Dank für dein Insistieren in dieser Sache!:)

LG, eKy

Narvik 09.05.2014 05:53

Hallo Erich Kykal,

so ist es, man weiß um viele Dinge, die man eigentlich nicht mehr tun sollte oder kann und trotzdem sehnt man sich danach.
Ich würde es kurz und bündig so charakterisieren, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und daran finde ich auch gar nichts Schlimmes, denn solche Hoffnungen schaden niemandem und die darf man sich bewahren.

Herzliche Inselgrüße

Narvik

Erich Kykal 09.05.2014 16:48

Hi, Narvik!

Wunderbar auf den Punkt gebracht, von innerer Stille und Weisheit beleuchtet und erhellt! Danke!:)

LG, eKy

Lailany 25.11.2014 05:36

Hallo Eky,
Tiefseetauchen ist immer spannend, in den Untiefen trifft man zwar öfters mal auf Ungeheuer, aber hin und wieder findet man auch Perlen. :) Und das ist eine.
Auch die Kommentare / Diskussion sind interessant.
Der Inhalt spricht für sich, die Kommentatoren haben ihre Gedanken dazu hiergelassen, neues kann ich nicht beitragen.
Alle Änderungen, die du vorgenommen hast, lassen sich nicht mehr nachvollziehen, aber die heiß diskutierte letzte Zeile hast du mit dem 'wütend' genial gelöst. Das trotzige, nicht zum Aufgeben bereite lyrIch... prima Schlusszeile.

Bei all dem Rumfummeln hat sich entweder ein Hoppala eingeschlichen, oder er wurde in der Hitze der Debatte übersehen:

Zitat:

Zitat von Erich Kykal (Beitrag 72972)
dass ich doch noch zu hoffen wage.

Sollte es nicht
'dass doch noch zu hoffen ich wage'
heißen?

Sehr gern gelesen und besenft.

HG von Lai:Blume:

Erich Kykal 25.11.2014 19:15

Hi, Lai!

Danke für dein Lob und deine Gedanken!

Zu deinem Vorschlag: Beide Versionen sind möglich, wobei deine eine Inversion wäre, was nicht alle mögen.
Das "doch" in dieser Zeile habe ich jetzt übrigens gestrichen.
...

In S3Z3 bin ich - Faldi wird's nicht mögen - zum Satz mit "es" zurückgekehrt - er scheint mir sprachmelodisch und auch taktmäßig am ehesten so hinzuhauen:

Mein Lieben jedoch, es setzt sich zur Wehr

LG, eKy


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