Gedichte-Eiland  

Zurück   Gedichte-Eiland > Gedichte > Strandgut > Beschreibungen

Beschreibungen von Personen, Dingen, Zuständen, Stimmungen, Gefühlen, Situationen

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 08.02.2010, 15:52
Onkie IIV Onkie IIV ist offline
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 30.06.2009
Beiträge: 40
Standard Nebenan

Nebenan

Jetzt brüllt beständig eine Autobahn
Jetzt thronen irgendwo zwei Werbebrüste
Wo ich vor langer Zeit mein Mädchen küsste
Und in den Himmel sticht ein roter Kran.

Und bald ein zweiter, groß und filigran,
Als wenn so mancher in den Himmel müsste.
Und immer weiter wachsen die Gerüste
Bis alles steht nach Gottes großem Plan.

Und ich steh einsam hinter Fensterscheiben.
Da fährt ein LKW mit grauem Sand
Und Kräne drehen sich, wo Menschen bleiben.

Und Zeiger drehen sich, weil jemand fand
Er müsse sie nun wieder weitertreiben.
Und traurig blicke ich auf eine Wand.




Verbessert mich
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 08.02.2010, 16:13
a.c.larin a.c.larin ist offline
Erfahrener Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 14.03.2009
Ort: wien
Beiträge: 3.012
Standard

hallo onkie IIV,

hier gibts aus meiner sicht nix mehr zu verbessern :
traurig, aber wahr: wenn man von baustellen, verkehrswegen und plakatwänden umzingelt ist!

So mancher baut aufs freie Feld,
doch sind vergangen erst zehn Jahr,
dann ist er ringsherum umstellt
und nichts ist mehr, wies einmal war!


du hast die tatsache formal und inhaltlich sehr gelungen dargestellt,
mein kompliment!

larin
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 08.02.2010, 16:43
Dana Dana ist gerade online
Slawische Seele
 
Registriert seit: 07.02.2009
Ort: Inselstadt Ratzeburg
Beiträge: 2.706
Standard

Hallo Onki IIV,

ich bin nicht die Sonettfachfrau - also werde ich mich hüten, am Formalen zu kritteln. Das steht mir nicht zu.

Jedoch die Melancholie, die du aus Kränen, Blöcken, lärmender Autobahn und LKW's zu zaubern verstanden hast, ist total.
Die tristen und zerstörenden Bilder stellen sich beim Lesen sofort ein.
Seltsam, die Bilder sind ohne Bäume, ohne Blumen und Menschen stellt man sich nur hinter den Fenstern vor.

Sehr gelungen.

Liebe Grüße
Dana
__________________
Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen,
ich schulde ihnen noch mein Leben.
(Frederike Frei)
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 08.02.2010, 21:28
Onkie IIV Onkie IIV ist offline
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 30.06.2009
Beiträge: 40
Standard

hallo ihr beiden ,

vielen dank für eure netten kommentare.

@ a.c.larin:
freut mich, dass du meine ansichten teilst.
so hoffen wir, dass wir im alter
noch blumen haben und den wald.
und auch die vögel und die falter
nicht sterben auf dem stadtasphalt.


@ dana:
ein sehr gelungen gibt es nicht jeden tag (:
freut mich, dass du ein wenig in die stimmung eintauchen konntest.
tut mir fast leid, dass es nichts fröhliches ist.

lg an euch,
onkie
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 09.02.2010, 07:24
Quicksilver Quicksilver ist offline
lebendig
 
Registriert seit: 28.10.2009
Beiträge: 331
Quicksilver eine Nachricht über ICQ schicken
Standard

Hallo Onkie,

rein sprachlich und inhaltlich lese ich einen Widerspruch zum Klanggedicht heraus. Die vielen "Unds" stören mich in einem Sonett gewaltig, jedoch passt dies recht gut zur Baustelle

Metrisch geben ich die Wörter "Autobahn" und "filigran" zu denken. Ich persönlich würde sie daktylisch betonen. Sie lassen sich zwar zum Jambus hinbiegen, aber ob das ohne Weiteres konform ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Gefühl lässt mich hier eher unnatürlich betonen.

Davon abgesehen, dass dies Gedicht in Sonett-Form verfasst ist, gefällt es mir sehr gut.

Grüße
von
Quicksilver
__________________
Suche die Quintessenz
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 10.02.2010, 14:48
Onkie IIV Onkie IIV ist offline
Eiland-Dichter
 
Registriert seit: 30.06.2009
Beiträge: 40
Standard

Huhu Quicksilver,

hab vielen Dank für deine Rückmeldung. Mit deinem Einwand, dass
es keinem gewöhnlichem Klanggedicht entspricht, hast du absolut
recht. Dafür ist der Klang weitaus zu schroff und uneinfühlsam
und auch der Fluss beispielsweise bei "Und immer weiter wachsen die
Gerüste" zu schnell. Gleichwohl hat es für mich einen Reiz gehabt
genau in dieser Art die Sonettform zu benutzen.
Vielleicht wird es nächstes mal wieder anders sein. Und über die Unds
muss ich noch einmal nachdenken, sie heben das Tempo zwar ziemlich,
aber es sind wirklich viele. Wenn jemand Vorschläge hat, dann
her damit. Die beiden Wörter, die du nanntest, daktylisch zu betonen,
schaffe ich übrigens fast nicht. Also ich denke, dass man es regelkonform
betonen kann, jedoch die Betonungen nicht so "klar" sind. Also
dass nach einer stärkeren Betonung nicht immer eine weitaus schwächere
kommt. Ist ja alles relativ
(Ich lasse mich da aber gerne belehren.)

lg
onkie
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Besucher seit 21.04.2009:

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 21:24 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.

http://www.gedichte-eiland.de

Dana und Falderwald

Impressum: Ralf Dewald, Heinrich-Heine-Weg 11, 23909 Ratzeburg