Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alte Sünden
Falderwald
18.02.2009, 00:25
Hier nun mein Persönliches Gedichte-Archiv, welches ich demnächst noch erweitern werde.
Viel Spaß beim Lesen...:)
Liebe Grüße
Falderwald
Falderwald
18.02.2009, 00:25
Der Wahlkampf
In Pose geworfen, der Kamm geschwollen,
vor Etikette, nach zig Protokollen.
Es deutet der Finger nach vorne immer,
denn jeder findet den anderen schlimmer.
In Pose geworfen, Angst zu verlieren,
dabei die Bereitschaft zu diffamieren.
Gesinnung am Boden, Gegner zerstören,
mit leeren Phrasen den Zeitgeist beschwören.
In Pose geworfen, alles versprochen,
das eigene Wort durch Lüge gebrochen.
Ein Blick in den Spiegel nur scheinbar beschert
die Realitäten, die spiegelverkehrt.
In Pose geworfen, Sinne verschlossen,
der Hoffenden Träume im Nichts zerflossen.
Den Illusionen folgt fader Geschmack,
stets lockt das in Pose geworfene Pack.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:27
Die Macht der Worte (Eine Sinfonie in 7 Sätzen)
I. Satz, Ouvertüre
Triste Ahnung hoffnungslos
im Schein des Seins verhüllt,
die Visionen kurios
von jetzt auf gleich zerknüllt.
II. Satz, Gefühle
Augenblicke tiefen Leids
gepaart mit Tradition,
senden diesen scharfen Reiz
durch Herz und Hirn synchron.
III. Satz, Zufall?
Lahmer Flügel, blasse Fee,
der Geist stahl ihr das Ziel,
ärmlich wirkt nun das Budget
in diesem schlauen Spiel.
IV. Satz, Apokalypse
Energien fürchten sich,
und im Vulkan kocht Eis,
morgens wirkt es abendlich,
weil schwarzer Schnee fällt leis'.
V. Satz, Die Unterdrückung der Kunst
Schwimmen Stimmen nur in Moll,
erklingen Dinge Dur,
darben Farben kummervoll
auf grauer Trauerspur.
VI. Satz, Die Wissenschaft versagt
Malen Zahlen negativ,
entdecken Ecken rund,
gleiten Zeiten relativ
und Blüten bluten bunt.
VII. Satz, Grand Finale
Spiegeln Spiele sich im Spiel,
doch trügen Lügen nicht,
schätzen Sätze nur ein Ziel:
des schlichten Dichters Sicht.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:29
Ich dachte
Ich dachte du dachtest er denkt
Und über den Wolken ist Blau
Ich lockte du locktest er lenkt
Und hier auf der Erde ist Grau
Ich traute du trautest er trog
Und in deinem Herzen war Rot
Ich lachte du lachtest er log
Und nun liebt die Liebe den Tod
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:30
In deinem kleinen Garten
Und wieder trieb mich Frühlingsluft,
es fiel mir schwer zu warten,
mit unvergleichlich süßem Duft
in deinen kleinen Garten.
Dort war ich gern und hatte Spass,
fing fröhlich an zu flachsen,
ich streichelte das dichte Gras,
sah' freudig alles wachsen.
Ich nahm den Spaten mir zur Hand,
den Stiel, den langen Dicken,
und sah sein Blatt, wie es entschwand
im Dunkel meinen Blicken.
Als alles kräftig durchgepflügt,
begann die Kraft zu lahmen,
so dass ich dachte, es genügt,
und streute meinen Samen.
Das war ein schönes Glücksgefühl,
ich kann es kaum beschreiben;
in deinem Garten das Gewühl
ich könnt' es ewig treiben.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:32
An des Vaters Tochter
(Für Jasmin)
Ein stiller Hauch, die Jahre schwinden,
das Leben dauert keine Ewigkeit;
der Durchblick will mir schon erblinden,
da öffnest du ein Fenster mir so weit.
Ich seh' in deiner Augen Spiegel,
wie meine müde Seele wieder lacht,
und dein Gesicht zeigt mir ein Siegel,
vertrauensvoll aus meinem Selbst gemacht.
Ins kühle Nass der Meeresfluten
senkt rot wie Blut die Sonne sich hinein;
ein Boot treibt in den roten Gluten,
darin sitzt du allein im Widerschein.
Des Bootes Segel braucht die Winde,
drum send' ich sie mit Liebe zu dir hin,
als zarten Gruß, zu meinem Kinde,
damit du weißt, daß ich stets bei dir bin.
Mit Liebe dies' Gedicht zu schmücken,
das soll dir zeigen was du für mich bist,
was ich versucht hab' auszudrücken,
und dass es nur für dich geschrieben ist.
So wünschte ich, dass wenn die Tage
einst kommen und du es zum Abschied liest,
in jeder hoffnungslosen Lage
mein Lächeln stets in deinen Augen siehst.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:33
...und der Dämon sprach:
Ich lege euch die Hölle dar,
ihr sollt an mir verbrennen
und suche still, kaum wahrnehmbar,
mein Ziel ist es zu trennen.
Die größte Freude, meine Lust
ist qualvoll euch zu schmerzen,
mit Flammen tief in eurer Brust
von vielen tausend Kerzen.
Der Menschheit Geißel nennt man mich,
ich liebe euer Leiden,
durch meine Schuld pflegt bitterlich
manch einer zu verscheiden.
Wenn Liebe euch den Kopf verklärt,
so bin ich stets im Bunde,
bedrohe spitz, was ihr begehrt,
streu' Salz in jede Wunde.
Am Anfang noch da kommt der Stolz
des Neuen mir entgegen,
doch Feuer frißt auch frisches Holz,
weiß Brände wohl zu legen.
Spürt ihr im Nacken einen Hauch
hinab zum Steißbein gleiten?
Wo ihr auch seid, da bin ich auch
und das zu allen Zeiten!
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:34
Der Schlaf der Rose
Zärtlich bleibt dein Bild gefangen,
wie sanfter Hauch, den ich gepflegt,
seh' das Lächeln deiner Wangen
und wie die Anmut dich bewegt.
Rote Blätter tropften lose
aus einer Blüte auf den Grund,
weil die Schönheit einer Rose
zerbrochen war und tödlich wund.
Bitter tränken meine Tränen
den Augenblick in diesem Raum,
übrig bleiben mir nur Szenen
aus einem roten Rosentraum.
Frisch geschärft des Messers Schneide,
die deinen Lebensfaden traf,
folgen will ich dir, ich leide,
in einen tiefen, tiefen Schlaf...
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:35
Im Meer aus Tränen
Wir warten hier im Meer aus Tränen,
auf einer Insel namens Anstandsrest,
und sehen wie mit alten Kähnen
uns auch der letzte Anstand noch verläßt.
Wir hängen hinter hohlen Phrasen
im Angesichte einer Ungeduld,
in deren unkonstanten Phasen
ein jeder praktiziert den Geltungskult.
Und all die vielen Simulanten,
so teilnahmsvoll am allgemeinen Leid,
die dich im Elend doch nicht kannten,
in ihrer ach so großen Heiligkeit.
Wenn sie dann brav ihr Nicken geben
und immer schön termin- und mundgerecht,
so wollen sie damit erstreben
den Aufstieg hin zum Herren, weg vom Knecht.
Wer quält sich schon im Meer aus Träumen,
im Luxus derer, wo selbst Neid verblaßt,
wo niemand glaubt was zu versäumen,
doch weiß die übrigen gut angepasst.
Sogar die Sehnsucht nach der Liebe
wird überschattet von der Wirklichkeit,
weil sie als Bühne dunkler Triebe
wird oft benutzt in Überlegenheit.
Schon wieder seh' ich eine Träne,
die langsam über deine Wange streift,
und jeden deiner schönen Pläne
zerstört, bevor er jemals ausgereift.
Was ist so schwer, so schwer am Lachen?
Hast du denn jetzt nicht oft genug geweint?
Es liegt an dir, du kannst es machen,
denn jeder ist sich selbst der größte Feind.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:37
So nett
(Das widme ich dir...)
Die Psychoanalyse
der Neurosen im Komplex
verändert jeder Drüse
den natürlichen Reflex.
Die Folgen sind Phobien,
die, im Grunde ganz banal,
erzwingen Lethargien
deren Kraft zentripetal.
Die Schönheit einer Seele
im natürlichen Gewand
gleicht einem Kronjuwele.
Doch wer sich niemals mühte,
der ist innerlich verbrannt...
...wie eine welke Blüte.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:38
Kerle
Herrjeh, was sind die Männer stark,
mit Muskeln und mit Sehnen,
sie fühlen sich ja so autark,
vergießen niemals Tränen;
das muß man mal erwähnen.
Sie treiben es mit Frauen toll
und fahren schnelle Wagen,
mit Koteletts stopfen sie sich voll
in Freß- und Trinkgelagen;
das wollt' man nur mal sagen.
Sie können alles jederzeit,
man kann sie niemals brechen,
sind sexuell stets griffbereit,
da zeigen sie nie Schwächen;
darüber möcht' man sprechen.
Auch wenn es geht um Lug und Trug,
sind Männer einfach spitze,
da Unschuldslämmer, superklug
das ist die Männerskizze;
deswegen macht man Witze.
Und wenn sie dann beim Haushaltskram
sich zieren, weil sie schwächeln,
dann wird das Eheleben lahm,
nach Sex muß er dann hecheln;
darüber muß "frau" lächeln.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:39
Deutschland 2006
Zum Teufel mit dem guten Ruf;
was scheren mich Gesellschaftsnormen,
die einst die Mode nur erschuf,
um Gliederpuppen sich zu formen?
Spürt denn niemand diesen kranken
Minderwertigkeitsgedanken?
Moral verkommt zum Leistungssport;
versteckt mit Heuchelei durchzogen,
erweist sich manches Ehrenwort
im Nachhinein als nett gelogen.
Gibt es nur noch dumme Massen,
die sich das gefallen lassen?
Die Emotionen sind gestört;
wo sind die Dichter und Poeten,
die nie den Zeitgeist nur beschwört
und gegen Wind und Strom sich drehten?
Sind sie alle ausgestorben
oder hat man sie verdorben?
Zivilcourage fortgeweht;
wen kümmern schon des Nächsten Sorgen?
Fassaden halten doch diskret
der Nöte Elend gut verborgen.
Es ist wirklich eine Schande,
c'est la vie im deutschen Lande !
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:40
In das Nichts
Mir strahlt ein Stern vom Firmament,
so unerreichbar in der Ferne;
sein Licht berührt mein Herz dezent
und trifft die Seele mir im Kerne.
Verlockend dringt sein frischer Glanz
in meine trunkenen Gedanken,
mit unbeschwerter Eleganz,
so grenzenlos und ohne Schranken.
Die Sehnsucht wächst zur süßen Qual,
ich kann dem Zauber nicht entrinnen,
und projiziert ein Bild astral,
umschmeichelt mich mit allen Sinnen.
Ich greife nach dem Strahl des Lichts,
ein Schrei entlockt sich meiner Kehle,
denn dieser Griff faßt in das Nichts
und füllt mit Leere mir die Seele.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:41
Hallo und wie geht's ?
Dort oben am Himmel mit kaltem Gesicht
thront grinsend der Vollmond in zynischer Weise.
Gelassen sein Weg, so als wisse er nicht,
was er hier bewirkt im Verborgenen leise.
So muß wohl ein jeder sein Kreuz mit sich tragen,
Hallo und wie geht’s? – Erspar dir das Fragen
Im Grunde egal wer das Land hier regiert,
die Masse der Menschen wird dieses stets büßen.
Es werden die Starken und Reichen hofiert,
denn ihnen liegt Gott und die Welt ja zu Füßen.
Und wen du auch triffst hier, nur Jammern und Klagen,
Hallo und wie geht’s? – Erspart euch das Fragen.
Der Weg, der so steinig und oft noch vermint,
zeigt manchmal den Hang hin zum herben Bizarren.
Wenn jeder nur kriegt, was er wirklich verdient,
dann hält uns das Schicksal ganz schrecklich zum Narren.
Da höre ich Stimmen, die laut zu mir sagen:
Hallo und wie geht’s? – Erspart mir das Fragen.
Es gab einmal Tage in Frohsinn und Glück,
bekannt ist es vielen, wie sie dann entgleiten.
In solchen Momenten denkt jeder zurück,
und harrt voller Sehnsucht harmonischen Zeiten.
Will dich denn das Leben erbarmungslos schlagen?
Hallo und wie geht’s? – Was soll dieses Fragen?
Nun zeigen dir Freunde wie schlecht du doch bist,
sie ziehen geschlossen zur anderen Seite.
Ich halt’ euch den Spiegel, der zeigt wie es ist,
schau nur meinen Weg, auf das dieser mich leite.
Doch immer noch höre ich heuchelnde Fragen:
Hallo und wie geht’s? – Kann’s nicht mehr ertragen...
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:42
Die Kunst
Es zeigte sich der Himmel rot,
ich sah die Lichterspuren leuchten,
und hörte wie sie in der Not
von ihrer Angst gezeichnet keuchten.
Die Feuervögel flogen tief,
wie schwarze Kreuze, deren Schwingen
die Luft zerschnitten aggressiv,
um Not und Elend mitzubringen.
Des Donners Lärm, er tönte laut,
vermischt mit Furcht und Panikschreien,
die Haare standen auf der Haut
mir, konnten sie denn nicht verzeihen?
Es stank, die Luft sie schmeckte hart,
die Trümmer rauchten und die Leichen,
sie waren nicht einmal verscharrt,
da setzten sie ihr erstes Zeichen.
Die Flagge wehte hoch am Mast,
vom Hügel der aus Fleisch und Steinen,
und unten in dem Blutmorast
da konnten wir nur stille weinen.
Nun wußt' ich wohl, wer hier bedroht,
und daß sie Mitleid gar nicht kannten,
denn ihre Kunst das war der Tod
in allen seinen Varianten.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:44
Über alle Distanzen
Es traf mich wie ein heller Blitz,
ja, Amors Pfeile die sind spitz.
Sie dringen tief ins Herz hinein,
durch rohes Fleisch bis ins Gebein.
Es schnüret mir die Kehle,
es brennt in meiner Seele,
So tief, so heiß wie ein Vulkan,
wirft’s mich aus meiner Lebensbahn
und Leidenschaften sind geweckt
vom Liebesvirus angesteckt.
Doch zwischen uns ein tiefes Tal,
gefüllt mit einer süßen Qual,
das ich nicht überwinden kann
es hält mich fest in dunklem Bann.
Ich will trotz der Distanzen
dir rote Rosen pflanzen.
Extrem spür’ ich des Pfeiles Stich,
aus tiefstem Herzen lieb’ ich Dich,
so wie Du bist, mit Haut und Haar,
Geliebte, Du bist wunderbar.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:45
Requiem
Mein Freund, ich will mich nicht beschweren,
ich sag’ dir rundheraus, daß ich versteh’,
und werd’ dein Denkmal ewig ehren,
doch so ein Abschied, der tut immer weh.
Mein Freund, nun hab’ ich dich verloren,
der Tag war schön, an dem ich dich einst traf.
Ich fühlte mich so neugeboren,
erwachte wie aus einem langen Schlaf.
Mein Freund, eins möcht’ ich dir noch sagen,
daß unsre Bindung mir doch so viel gab,
und nun leg ich mit stummem Klagen
mein liebend' Herz zu dir ins kühle Grab.
~~~und jede Träne trocknet~~~
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:46
Der Phallus-Mythos
Oh Phallus, du mein bester Freund,
ich bin von dir besessen,
was haben wir schon rumgestreunt,
was waren wir vermessen.
Oh Phallus, liebster Phallus mein,
wie haben wir’s getrieben,
auch ohne Frau, nur ganz allein
und immer nach Belieben.
Oh Phallus deine große Kraft
ist magisch wie beglückend,
Begierde weckt die Leidenschaft
orgastisch und entzückend.
Oh Phallus, mein verehrter Gott
In allen Augenblicken,
bestraf’ mich niemals mit Boykott,
ich brauch’ dich zum Erquicken.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:48
Der Teufelskreis (Platonische Liebe)
Vielleicht in meinem nächsten Leben,
Humor ich lach dir ins Gesicht,
das Spiel ist einfach, zugegeben,
doch meine Trümpfe stechen nicht.
Ich kann mich drehen und auch wenden,
da komm’ ich nicht mehr heile raus.
Ich frage mich, wie soll das enden?
Und sitz im rosa Wolkenhaus.
Das Schicksal mischte meine Karten,
es narrte mich zu seiner Zeit.
Verblieben ist ein banges Warten
in Demut und Bescheidenheit.
Platonisch darf ich dich nur lieben,
weil ich dich nicht verlieren mag.
Wohin mit allen meinen Trieben?
Verflucht sei jeder neue Tag.
Und all mein Sinnen und mein Streben,
verhallt so ungehört und leis’.
Vielleicht in meinem nächsten Leben,
so schließt sich nun der Teufelskreis…
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:50
Tod einer sanften schönen Anmut
Ich denke mir Flügel und schwebe zum Mond,
selbst zu den entferntesten Sternen,
mit Inspirationen wird mir das entlohnt,
Erfahrung durch ewiges Lernen.
Wo endet die Wirklichkeit, was ist das Sein?
Ich forsche nach den Entitäten.
Die Ontologien verwehten im Schein
vergänglicher Extremitäten.
Der Surrealismus ist transzendental,
mein Freund, es ist spät, lass mich gehen,
mit Trauer im Herzen und Tränen der Qual,
ich weiß doch, du kannst nicht verstehen.
Wir suchten nach Wissen, wir fanden es nicht,
und nun sind zwei Seelen am Bluten,
zwei Herzen zerbrochen am kosmischen Licht,
ertrunken in weltlichen Fluten.
Nun setz ich die Segel, mein Schiff sticht in See,
auf das es mich fort von dir führe,
vergessen mich macht all das Leid und das Weh,
weil ich nur noch Leere verspüre.
Doch meine Gedanken verbleiben bei dir,
und führt mich das auch ins Verderben,
du bleibst meine Liebe und meine Begier,
es ist mir ein wenig nach Sterben…
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:53
Eines
Ich fahre auf der Autobahn
und fresse jeden Meter,
die Straße ist mir untertan,
ich bin kein Leisetreter.
Doch grämt mich eines immer mehr,
es macht mich traurig tränenschwer.
Ich höre stetig den Asphalt,
dies’ monotone Rauschen,
ich fühle diese Allgewalt
und möcht’ mit niemand tauschen.
Doch eines hätte ich noch gern,
denn dieses eine ist so fern.
Und vor mir dieser Idiot,
fährt wieder ohne Blinker,
doch ich bin Profi, trotz der Not
fahr’ ich vorbei und zwinker’.
Nur eines treibt mich aus der Spur,
ach, eines sag, wo bist du nur?
Der Tachometer macht bald schlapp,
Vorbeiflug aller Schilder,
dabei geht mir manch einer ab,
nur eines wär’ noch wilder.
Ich liebe eines ungemein,
und dieses, das bist du allein.
Nur du allein
Nur du
Du
…
und ich
für dich
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:54
Wenn ich könnte
Könnt’ ich die Liebe erklären,
tät’ jeder Respekt mir gewähren,
mein Name erstrahlte im Licht,
doch wenn ich es könnte, dann tät’ ich es nicht.
Könnt’ ich das Leben verstehen,
ganz weit in die Zukunft rein sehen,
und ändern vergangene Zeit,
dann wäre ich dazu bestimmt nicht bereit.
Könnt’ ich ins Himmelreich schauen,
vielleicht gar dem Teufel vertrauen,
erzählen was folgt auf den Tod,
erteilt’ ich mir selbst wohl ein Redeverbot.
Könnt’ ich das Böse besiegen,
das Gute in Sicherheit wiegen,
behielt’ ich’s für mich ganz allein,
kann Gutes doch ohne das Böse nicht sein.
Könnt’ ich mal tief in dich blicken,
so würd’ ich vielleicht dran ersticken,
zu seh’n, was es mir so beschert,
doch wäre mir das die Versuchung wohl wert.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:56
Der Priester und der Dichter
Ein Priester weilte jüngst zu Gaste
und sah die Schrift, die ich verfaßte
er kam dadurch ins Staunen gleich,
sprach: deine Kunst ist segensreich.
Er fragte mich weshalb ich schriebe,
von Frauen, Männern, Hass und Liebe,
von Schicksal und Gerechtigkeit
und manchmal von Durchtriebenheit.
Ich schreib, was ich zu sagen habe,
und nutzen kann ich diese Gabe
als das mir eigne Podium,
die Worte sind mein Medium.
Er suchte in den Schriften weiter,
schien tief betroffen, manchmal heiter,
und bat mich, daß ich ihm erzähl’,
warum ich stets nur Reime wähl’.
Ich dichte um des Dichtens Willen,
mal laut zumeist jedoch im Stillen.
Ach ja, und was ich noch vergaß,
das Wortestellen macht mir Spaß.
Die Politik aufs Korn ich nähme,
Verachtung zeigend und mit Häme,
doch finde er bei all dem Spott,
kein einzig’ Wort vom lieben Gott.
Ich denk an all die armen Wesen,
und auch an die, die auserlesen
sich horten können jeden Schatz,
da ist für Gott nur wenig Platz.
Sein Blick, ich wollt' ihn gerne missen,
schien ein Appell an mein Gewissen,
die Sünde schwer in diesem Wort
begangen, wie ein Göttermord.
Gelobet sei der Herr, allmächtig,
dabei hob er den Kopf bedächtig
zum weiten Himmelszelt empor,
als sänge dort der Englein Chor.
Dort oben siehst du nur die Sterne,
ich hab auch dich als Priester gerne;
mein Sein bewahrt die Eleganz
mit unbeschwerter Toleranz.
Wie ich denn Gut und Böse trenne,
zu was ich mich denn nun bekenne,
denn durch den kirchlichen Boykott
erstarkt der teuflische Komplott.
Die Kirche braucht niemand zum Beten;
die Rufe derer, die hier flehten,
verhallten dort stets ungehört,
das ist, was mich daran so stört.
Den Glauben müsse man bewahren,
den Himmlischen zu offenbaren
in seiner großen Allgewalt
nur dazu wär’ er hier bestallt.
Ich glaube an das Recht zu leben,
und habe es nie aufgegeben,
zu ächten jeden Angriffskrieg;
wer Liebe sät verdient den Sieg.
Kein Gott, kein Teufel ist erschienen
um je ein Unrecht hier zu sühnen;
nie waren Gut und Böse Feind,
im Menschen sie sich stets vereint.
Er meinte, dass er nicht verstehe.
Ich sei ein Freigeist, wie er sehe,
nicht handelnd nach dem Gottgebot
ob ich nicht fürchtete den Tod.
Sollt’ ein Gericht mich dort erwarten
in jenem himmlisch schönen Garten,
so wäre mir davor nicht bang,
bei diesem, meinem Lebensgang.
Ich kenn den Weg zu meinen Füßen,
und meine Fehler muß ich büßen,
doch nie gemordet und geraubt,
erschien’ ich dort mit stolzem Haupt.
Da schien der Priester zu verstehen,
und wandte sich abrupt zum Gehen;
ich gab ihm Liebe mit und Licht
und wußte, er vergißt mich nicht.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:57
Die Sache mit der Moral
Wer glaubt denn noch, daß die Moral
das Höchste sei im Leben?
Manch einer frönt dem Ideal
nach Geld und Ruhm zu streben.
Die Seele hart, mit kaltem Herz
und gierigen Gedanken,
sind Stolz und Ehre im Kommerz
Begriffe, die versanken.
Den Modeblick geradeaus
auf's eig'ne Ziel gerichtet,
sind sie dem Anstand stets voraus
und nur sich selbst verpflichtet.
Doch ist das wohl der Menschen Art
seit Anbeginn der Zeiten,
denn seit der Mensch sich selbst gewahrt,
gibt es auch Schwierigkeiten.
Was Gut, was Böse ist, das kann
Moral nicht definieren.
Ein jeder muß, was selbst begann,
alleine inszenieren.
Drum ist die Frage nach Moral,
nach Herkunft, wie auch Glauben,
für sich genommen ganz egal,
weil alle sich berauben.
Tatsächlich ist der Sinn skurril,
dem niemand kann entrinnen,
denn alles ist ein übles Spiel,
das kaum noch zu gewinnen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 00:58
Zu den Nomaden
Ich ahne dich, weiß nicht warum,
schon klopfst du sacht an meine Türe;
ich will noch nicht und ebendrum
tu ich, als ob ich dich nicht spüre.
Doch andrerseits ist mir nicht bang,
schloss längst schon einen tiefen Frieden,
mit dir mein Freund, darum empfang’
ich dich nun doch entspannt hienieden.
Du trittst herein und lenkst den Schritt
zu mir, ich trete dir entgegen;
nur aufrecht geh’ ich mit dir mit,
allein schon meiner Würde wegen.
Gewähre mir noch den Moment
all jenen Treuen zu gedenken,
die bis zur Stund’ mir permanent
Vertrauen, Liebe, Freundschaft schenken.
Schon spüre ich den sanften Zug
an meiner Seele Silberfaden,
auf, auf zum fernen Himmelsflug,
ich werde wieder zum Nomaden.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 00:59
*Metaphysis*
Der letzte Vorhang ist gefallen
im Traum-Theater des Obskuren,
die Elegie der Nachtigallen
verhallt im Mythos der Lemuren.
Am späten Abend der Äonen,
wenn müde Sterne kollabieren,
verwirbelt Licht in Rotationen,
weil Urgewalten triumphieren.
Materie und Nichts gelangen
im Abgrund der Unendlichkeiten,
aus der sie letztlich doch entsprangen,
zu alt vertrauten Herrlichkeiten.
Und dieses Spiel, so wild chaotisch
ist nur ein Herzschlag aus den Räumen,
in denen jeder Geist - biotisch
beginnt in Phantasie zu träumen.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:00
Neulich, am Bahnhof
Dort liegt er am Boden, Gefühle zerstört,
doch hört er die anderen flüstern.
Verachtend die Blicke, die Mienen empört;
"Nein so etwas, schaut nur, das ist unerhört".
Sie gaffen vor Abscheu ganz lüstern.
Er windet sich qualvoll im eigenen Dreck,
sie schau'n fasziniert auf sein Leiden.
Ach laßt ihn doch liegen, es hat keinen Zweck.
Sie steigen pikiert über diesen hinweg,
nicht ohne sich daran zu weiden.
Ich stehe daneben, bin sprachlos vor Wut,
denn meine Geduld ist am Ende,
entsetzt über diese gefühllose Brut,
weil niemand sich kümmert und keiner was tut.
Ich fühle...und reich ihm zwei Hände.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:02
Die Traumtänzer
Nur dir mein Lieb' leg ich zu Füßen
mein Herz in seiner ganzen Pracht,
es hat vor Freude laut gelacht
und mir gesagt, ich soll dich grüßen.
Nur dir, Geliebte, gilt mein Streben,
mein Denken, Fühlen, ganzer Sinn,
so daß ich immer bei dir bin,
ganz tief, wie ein Gefühlserbeben.
Ich spüre dich auf die Distanzen,
wie eine Liebesmelodie,
denn trennen können sie uns nie;
laß uns verträumt im Mondlicht tanzen.
Gehüllt ins nackte Kleid der Geigen,
auf rosenrotem Blütenlaub,
beschienen nur vom Sternenstaub,
erzittern wir im Liebesreigen.
Verschmelzen Körper und die Seelen,
Gefühle über Zeit und Raum,
ganz schnell, nur diesen einen Traum,
den kann uns Nichts und Niemand stehlen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:03
Hin zu dir
Der Vollmond schien die ganze Nacht,
ich schaute hin, rief deinen Namen,
wohl wissend, daß mit Lunas Pracht
auch meine Rufe zu dir kamen.
Der Kreis des Wassers von der Quell'
bis hin zum kleinsten Regentropfen,
läßt meinen Gruß zu dir ganz schnell,
wie Tränen an dein Fenster klopfen.
Nun werd' ich noch des Windes Luft
mit meiner ganzen Sehnsucht füllen,
schon bald spürst du den süßen Duft,
wenn Liebesbrisen dich umhüllen.
Und alles was mir möglich wär'
dir meine Liebe zu beweisen,
ich täte es - und noch viel mehr,
ich schickte selbst mein Herz auf Reisen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:04
Dahinter geschaut
Kahle, graue Häuserfronten
hinter deren Steinfassaden
Lachen, Weinen und auch Stöhnen,
sicherlich mit oft obszönen
Szenen zwischen Maskeraden
sich verwandeln zu abstrakten,
fürchterlich entblößten nackten,
eingeschränkten Horizonten,
bergen alle Emotionen
menschlich abgrundtiefer Welten,
die in seltsamen Gefühlen
und berechnenden Kalkülen
auch, und gar nicht mal so selten,
destruktiv vernichtend walten,
vor die gute Absicht schalten.
Mit zerstörten Illusionen. .. .
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:05
Späte Erkenntnis
Diese hässliche Fassade
ist im Grunde eine Blende,
eine zynische Scharade,
ohne Ziel und ohne Ende.
Egoismus für Duette
schafft die Basis des Symptomes
einer falschen Etikette
des gebräuchlichen Idiomes.
Selbst die größten Optimisten,
deren Liebe einst pathetisch,
werden dann zu Anarchisten
der Gesinnung - unästhetisch!
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:06
Schon bald
Verzweiflung lag in deinen Blicken,
dazwischen las ich Zuversicht;
wir würden nicht daran ersticken,
der Abschied war kein dunkles Licht.
Zwei Herzen in Trauer. .. .
Ein Schatten nur, nicht auf die Dauer.
Er würde bald vorübergehn,
denn zwischen uns gabs keine Fragen,
jedoch ein inniges Verstehn.
Ich harre den Tagen. .. .
Die Zeit verweht und mit den Stunden
verrinnt das Leben Schritt für Schritt.
Minuten werden zu Sekunden,
und jede nimmt dich weiter mit.
Den Traum nicht verschenken. .. .
Vertrauend dem andern gedenken,
mit einem kleinen Liebeslicht.
Ein wenig strahlt es noch verschwommen
und leuchtet nur auf weite Sicht.
Schon bald werd' ich kommen. .. .
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:08
Der Sünder
Hinfort mit dieser Herrlichkeit
im Kult verklärter Ignoranzen,
die hinter falscher Heiligkeit
zur Schau gestellt sich nur verschanzen.
Ihr Armen glaubt am Ende noch
ihr kämt in himmlische Gefilde,
verblendet durch der Dummheit Joch,
mit Bann bedroht, gelockt mit Milde.
Und wer sein Dasein will verschenken
an dieses götzliche Idol,
der mag sich bitteschön beschränken.
Doch diese Lehre ist frivol,
drum bleibt bloß weg, ihr Heilsverkünder,
ich bin und bleib’ ein armer Sünder.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:09
Wortspiele
Manchmal sind sie allegorisch oder einfach metaphorisch,
doch auch öfter kategorisch, nur um sie dann rein rhetorisch
zu benutzen und mißbrauchen,
mit ihrem Inhalt zu beschwören,
daß sie niemals illusorisch, sondern einmal ganz historisch
in die Annalen tauchen,
um niemand zu empören.
Sind sie zu definieren, zu indentifizieren,
liegt es am Konzentrieren, um diese zu negieren,
die Lüge bloßzustellen,
im Herzen intellektuell,
den Wert zu proklamieren und sich emanzipieren,
die Wahrheit aufzuhellen,
für sich ganz individuell.
Oft sind es Denunzianten, noch öfter Spekulanten,
doch niemals Dilettanten, die bösen Intriganten,
und wenn sie wieder hetzen
und gar nichts mehr verstehen,
so tun, als wären sie Giganten, wie sie sich selbst benannten,
dann laßt sie einfach schwätzen
und wendet euch zum Gehen.
Was nützen die Poeme? Beschreiben nur das ganz Extreme,
sind alles Theoreme, weil lösen müssen die Probleme,
ganz bestimmt nicht diese Demagogen,
die,
sensationell
ihr Zeremoniell
eingefügt in die Systeme, angepaßt an das Bequeme,
jedes Individuum betrogen,
belogen,
potenziell,
aktuell !
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:10
Fred's Psycho-Blubber
Mein Name ist Aldwal, doch sagen Sie Fred,
ich bin Ihr persönlicher Star-Psychologe.
Wo drückt Sie der Schuh? Ich bin ganz diskret,
und hab' für Ihr Leiden die richtige Droge.
Sie sind gegen alle Gefühle immun?
Es kann Sie kein Leid und kein Elend mehr rühren?
Was jemand auch redet, Sie sind opportun,
damit Sie den eigenen Vorteil verspüren?
Ihr Leben besteht nur aus Lug und aus Trug?
Sie haben auch niemals ein schlechtes Gewissen?
Bekommen von Kohle und Macht nie genug,
und haben schon häufig die Leute beschissen?
Ich hab' einen Ratschlag, ganz einfach der Trick,
so finden Sie schnellsten zurück Ihre Mitte.
Man braucht Sie ganz dringend in der Politik,
dort sind Sie ganz richtig. Der Nächste jetzt bitte. .. .
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:11
Monodialog
Geht weg, ihr Schreckensbilder und Gestalten!
Wie ihr mich quält im Hier und Jetzt,
mit Lust versucht die Seele mir zu spalten
und mich durchs Chaos der Gefühle hetzt.
Ich bin es leid mich ständig zu beweisen,
daß mir Moral am Herzen liegt,
weil es doch gilt, die Normen zu lobpreisen,
damit Vernunft am Ende stets obsiegt.
Hab' ich mit einem Wort darum gebeten,
man schenke mir ein Privileg,
als mir in alten Wänden und Tapeten
die Sicht verbaut war auf den eignen Weg?
Und nun? Nun redet jeder ganz beflissen
und wohl mit gutgemeintem Rat,
aus Überzeugung mir in mein Gewissen,
wie schlecht der Weg doch sei, den ich betrat.
Doch jetzt stell' ich mich taub, ihr sprecht vergebens,
da hilft euch weder Arg noch List.
Hier kommt die große Chance meines Lebens,
und dieses Mal bin ich ein Egoist.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:12
Hommage à une poète
Du bist ein Element der Nacht
und deine Worte klingen leise,
jedoch mit ungeheurer Macht
in einer schönen Art und Weise.
Du sprichst von Liebe und Natur
in sinnlich schwebenden Gedanken
und schreibst stets Emotionen pur,
in denen viele schon versanken.
Du hast das Böse nie im Sinn,
vertrittst nur positive Thesen,
und bist von Herzen Dichterin
mit deinem liebevollen Wesen.
Du hast dem Hauch der Poesie
ein neues Bild gegeben,
drum send’ ich dir mit Sympathie
ein helles Licht für dein Bestreben.
~~Gewidmet~~
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:13
Mit schönem Gruße
Ich hab' genug von nett gewählten Worten,
gepflegt, durchdacht und formuliert,
weil Euresgleichen und Konsorten
euch schon genug damit blamiert.
Jeder tue, was er kann,
nun tanze Hampelmann!
Die weißen Krägen über den Krawatten
sind immer sauber, frisch gestärkt,
doch einen kleinen dunklen Schatten,
den hab' ich neulich schon bemerkt.
Jetzt kriegt bitte keinen Schreck,
es war nur Fliegendreck.
Gesund zu bleiben, das wird künftig teuer,
denn Rentner sind nur eine Last,
darum wird flott die Mehrwertsteuer
den Nöten hier gut angepasst.
Nun wird schneller noch krepiert,
wir haben es kapiert.
All jenen, die solch Wunderbares säten,
sei einmal herzlich Dank gesagt,
erhöht euch schnell noch die Diäten,
bevor am Hungertuch ihr nagt.
Frisch gewaschen und geschminkt,
doch irgendetwas stinkt.
Und jedes eurer schönen Wahlversprechen
ist ohne Wert, weil's nicht mehr zählt,
denn wer gewinnt, der kann es brechen,
man hat's ja nur dem Volk erzählt.
Wenn ihr ruft zur nächsten Wahl,
könnt ihr mich alle mal...
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:14
Kakophonie des Wahnsinns
Ich spüre im Herzen die Kakophonie,
die Einsamkeit will mich zersetzen,
den Geist und die Seele mit Schizophrenie
mir langsam und qualvoll genüsslich zerfetzen.
Die Messer sind schärfer als jedes Skalpell,
sie schneiden durch jeden Gedanken;
Gefühle zerschnetzeln sie ebenso schnell,
der Rest ist umschlungen von dornigen Ranken.
Ich lache und wälz' mich im eigenen Blut
der lustvoll zerstückelten Nerven;
der Schmerz ist zwar höllisch, doch will ich der Wut
getrieben durch Wollust mich gern unterwerfen.
Die Tränen ersticken im lechzenden Trieb
des Wahnsinns gesüßter Aromen,
Befriedigung sucht sich dasselbe Prinzip,
verschmilzt mit dem Ich in frivolen Symptomen.
Jetzt bin ich - wo bin ich - wer bin ich denn jetzt -
willst du mir - mein Gott - ich beginne -
die Lust ist am Gipfel - endgültig verletzt -
ganz langsam - ganz langsam - mir schwinden die Sinne...
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:15
Ernüchterung
Ernüchterung, ein kalter Schlag,
es trifft dich in der Euphorie,
am Sommer-, Winter-, Feiertag
gleichwohl mit böser Ironie.
Sei’s bei Liebe oder Arbeit,
ärgern dich auch die Finanzen,
der dicke Bauch, die Eitelkeit,
will das Glück nicht mit dir tanzen?
Selbst Mitleid wird dir nicht zuteil,
auf andere ist kein Verlaß,
drum findest du dein Seelenheil
im Selbstmitleid und Eigenhaß.
Nun beginnt die Demontage,
du warst selber dein Berater,
und kassierst dir nun die Gage
für den Akt im Heimtheater.
Die Selbstvorwürfe quälen schlicht
dir dein Gemüt zum Abgesang,
die guten Dinge zählen nicht
und werden auch zum Bumerang.
Es ist egal, wie du dich drehst,
dein Pech das ist so hundsgemein,
selbst wenn du stillstehst oder gehst,
es schlägt dir ins Gesicht hinein.
Liegst du dann verstört am Boden,
noch lebt der Körper, denn er zuckt,
findet sich bei den Methoden
noch jemand, der gern darauf spuckt.
Du kannst kaum dein Glück noch fassen,
denkst, morgen ist ein neuer Tag,
legst dich schlafen, ganz gelassen,
wachst auf, schon kommt der nächste Schlag.
Streckst wieder auf dem Bett dich aus,
und du glaubst es geht nicht schlimmer?
Nein, nein mein Freund, mach dir nix draus:
Eine Steigerung gibt’s immer.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:17
Mitten in Europa
Sag mir, wofür ist dein Gehabe,
dein Ego aufgebläht, es strotzt
vor Tränen, frömmelnd hingerotzt,
hier an des Wortes frischem Grabe?
Warum stehst du als schwarzer Rabe,
der Mitleid heischend um sich glotzt,
mit heiserem Gekrächze protzt,
im Mittelpunkt der Trauer-Nabe?
Der Kirchturm pfählt die Pyramiden,
die zeitlos glänzen in Paris,
erzeugt im Ekel der Hybriden.
Und doch ist dieser Übeltäter,
gebettet auf das gold’ne Vlies,
gedanklich nur ein Volks-Verräter.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:18
Das Loch
Es fragt mich meine Tochter doch,
"Du Papa sag', was ist ein Loch?
In meinem Kopf beginnt's zu gären,
"Ja Kind, wie soll ich's nur erklären?
Ein Loch ist nix, ist hohl, ist leer."
Die Antwort fällt mir wirklich schwer.
Verzweifelt ring' ich beide Hände
und meine Miene spricht wohl Bände.
Es schaut mich an der kleine Wicht,
"Ich weiß nicht, das versteh' ich nicht."
"Ein Loch muß einen Rand besitzen",
ich seh's in ihren Augen blitzen.
"Dann ist ein Loch so wie ein Fass?"
Und langsam werd' ich wirklich blass.
"Nicht ganz, ein Ding ist wie ein Ding,
es hat ein Loch, so wie ein Ring,
denn um ein Loch muß stets was sein,
ein Loch gibt's niemals ganz allein.
Es braucht etwas, das es umhüllt,
ist etwas drin, ist es befüllt.
Ein Erdloch das hat keinen Zweck
und füllst du's auf, dann ist es weg."
"Wo ist das Loch denn dann geblieben?",
fragt dieses Kind mich hintertrieben.
Nun steh' ich da leicht konsterniert,
hat mich der Zwerg doch vorgeführt.
"Jetzt weiß ich keine Antwort mehr,
entschuldige, mein Kopf ist leer."
Es runzelt sich die kleine Stirn,
es arbeitet in ihrem Hirn:
"Ist kein Problem, versteh' ich doch,
dein Kopf ist jetzt ein großes Loch,
du füllst es auf mit frischen Wörtern,
dann können wir das neu erörtern!"
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:19
Definition für Glück
Ich habe von deinen Gefühlen getrunken
und deine unendliche Sehnsucht gespürt;
in einer verlangenden Zartheit versunken
hat mich deine ehrliche Liebe berührt.
Du durftest mich völlig und selbstlos benutzen
mit Leidenschaft, fordernder endloser Gier,
es gab kein Bereuen, es gab kein Beschmutzen,
es zählte nur eines, und das waren wir.
Es war einfach magisch, wir konnten nicht glauben
was uns während dieser Momente geschah.
Wir konnten einander uns alles erlauben,
weil jeder sich selbst nur im anderen sah.
Es war wie ein Nehmen und gleichzeitig Geben,
Visionen, ein Zauber, für uns nur gemacht.
Wir wussten nun endlich, ja das ist das Leben,
und haben vor Freude darüber gelacht.
Und nun ist mein Herz, meine Seele verloren
ich ließ sie bei dir und für dich nur zurück;
wir haben uns ewige Liebe geschworen,
nur du bist die Definition mir für Glück.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:21
Vergißmeinnicht
Was ist das nur? Mir fällt nichts ein,
geht gar nix in die grauen Zellen.
Ich frage mich, muß das denn sein?
Weh mir, dem Intellektuellen.
Mode, Werbung, Fernsehterror,
schlechte Nachricht in den Räumen schwebt,
negativ, Gedankenhorror,
Machtbesessenheit und Habgier lebt.
Feine Leut' mit Schlips und Kragen,
so seriös sie immer sprechen,
und sich im TV abplagen,
die ließen sich doch nie bestechen ?
Tanzen sie auf ihren Bühnen,
scheint dieser Akt professionell,
wirken sie wie Schauspielhünen
und sind immerzu topaktuell.
Schöne Reden gern sie schwingen,
von Wirtschaftswachstum, Bürgerpflichten,
toll, wie diese Worte klingen,
die mich soeben unterrichten.
Alle Vorbilder, Idole
sind hier verschwunden unterdessen.
Große Namen, dicke Kohle;
wie hieß der gleich? Hab' ich vergessen...
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:22
Dezemberrosen
In dieser Stadt bin ich geboren,
sie war mehr Mutter mir als Ort,
und doch hab ich mein Herz verloren
fern der Heimat an ein liebes Wort.
Es sprach zu mir von den famosen
rot blühenden Dezemberrosen.
Mein Schicksal hatte sich gewendet,
die Pflichten waren fast erfüllt,
so daß ein Lebensabschnitt endet,
auch wenn Abschied sich in Wehmut hüllt.
Es warten die bedingungslosen
rot blühenden Dezemberrosen.
Nun hoffe ich auf schöne Zeiten
in einer zarten Blütenwelt,
wo unsere Gemeinsamkeiten
sich entfalten können wie's gefällt.
Bald werden sie uns schon liebkosen:
Rot blühende Dezemberrosen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:23
Weihnachtspräsent
Und frohe Weihnacht allerseits,
Bescherung gab es ja bereits,
denn durch die neue Mehrwertsteuer
wird’s nächstes Jahr erst richtig teuer.
Rezeptgebühr und Arztbesuch
belastet längst das Kassenbuch,
man rechnet nur noch in Prozenten
und kürzt genüsslich unsre Renten.
Doch damit ist es nicht genug,
denn dankbar folgt im Gegenzug
der Sozis und der Christlichkeiten
Verlängerung der Arbeitszeiten
In der Regierung von Frau Merkel
bedenken schon die nächsten Ferkel
wie man die Sau noch melken kann
und schleichen sich von hinten an.
Und jetzt wird es schon wieder blöder,
denn nun verlangt der Bayern Söder,
auch noch für Pkws die Maut,
daß ihr euch das jetzt auch noch traut.
Mit eurer Scheiß Bürokratie
da löst ihr die Probleme nie,
man hört von euch nur Dumm-Geschwätze,
schafft endlich neue Arbeitsplätze.
Zum Trost gibt es für das Getier
bei Armut immer noch Hartz IV.
Denn Arbeitslosigkeit ist Schwindel,
drum gibt’s kaum Geld für das Gesindel.
Jetzt sei die Frage mal erlaubt,
ob die Regierung denn nun glaubt,
nur weil sich niemand laut beschwert,
wär’ unser Dasein lebenswert?
Wie dumm muß doch der Bürger sein,
fällt immer wieder auf euch rein.
Am liebsten, möchte ich jetzt sagen,
würd’ ich euch in die Fresse schlagen.
Denn eure eitle Arroganz
ist nur ein übler Mummenschanz,
gekürt durch lauter Peinlichkeiten
politischer Spitzfindigkeiten.
Und so ein Schmähgedicht tut gut,
erleichtert es doch meine Wut,
nur so kann man euch Pack noch trotzen,
ansonsten seid ihr nur zum Kotzen.
Drum wünsch ich euch zum Weihnachtsfest
viel Ungemach und Beulenpest;
ich möchte hiermit gratulieren,
und eure Leistung honorieren.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:25
Entscheidung
Dein alter Sack fällt ständig dir zuhause
auf die Nerven und die Spannung steigt,
weil dieser Hobbyamateurbanause
in seiner Jogginghose sitzt und schweigt.
Der Spiegel sagt, du hast dich gut gehalten,
du bist rege und auch sonst aktiv,
und dann, dann schaust du wieder auf den Alten
mit dem schon lange nichts mehr richtig lief.
Es war dein Wunsch, du wolltest doch nur lieben,
einen Mann, der feste zu dir stand,
doch letzten Endes ist nur eins geblieben,
du standest mit dem Rücken bloß zur Wand.
Nun ist es spät, du mußt dich wohl entscheiden,
ob der Gang auf diesem schmalen Steg
nicht besser gänzlich wäre zu vermeiden,
durch das Streben nach dem eignen Weg.
Kein Blick zurück
nach vorne Glück
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:26
Weihnachtsmelodie
Hinter all den hellen Fensterscheiben,
die mit Lichterketten sind geschmückt,
herrscht ein reges, weihnachtliches Treiben,
und manch Kinderauge schaut entzückt.
Die Geschenke, bunt verpackte Gaben,
liegen unter einem Tannenbaum,
so erfüllt sich Mädels und auch Knaben
manch ein langersehnter Herzenstraum.
Und so lauf' ich fröstelnd durch die Straßen,
gänzlich ziellos ohne Zweck und Sinn,
denn ich spüre über alle Maßen,
daß ich ohne dich so einsam bin.
Ach, wie gerne wär' ich noch geblieben,
traurig schöne Weihnachtsmelodie,
möchte dich so gern für immer lieben,
und ganz tief erklingt Melancholie.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:27
Scharfes Schwert - Wofür ?
Gab Venus mir das scharfe Schwert
in meine schwere Abschiedshand
zu trennen was sich einst verband?
Was meiner Seele widerfährt
ist kaum in Worten zu beschreiben,
will sie doch fort und muß noch bleiben.
Die Prüfung des Herzens verlangt viel Geduld,
doch schön sind die seltenen Tage,
die frei sich von Ängsten und jeglicher Schuld
entfalten trotz zärtlicher Klage.
Das Lieben war fast schon vergessen,
verloren in trüben Tristessen.
Doch nun gilt es Freuden zu teilen,
so selten bemessen sie immer auch sind.
Wir können vertrauend verweilen,
die Liebe besteht auch im stürmischsten Wind,
bis daß wir zusammen bald wieder geschwind
zu Liebe und Zärtlichkeit eilen.
Ich halte im Herzen dich innig umschlungen,
grad wenn du verloren und einsam dir scheinst.
Wie oft hab’ ich unsere Liebe besungen
im Wissen, daß heimliche Tränen du weinst.
Doch höre, sie sind nicht vergebens,
denn du bist der Sinn meines Lebens.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:28
Die Welt ist rund
Die Welt ist rund
und bunt.
Denn wär' sie wie ein Würfel eckig,
wär'n ständig ihre Kanten dreckig.
Wär' sie oval, so wie ein Ei,
dann wär' es ihr wohl einerlei.
Die Welt ist rund
und bunt.
Und so ist alles rund gebogen,
rundheraus wird hier gelogen,
gleich gehts rund, nur Spitzenreiter
kommen eine Runde weiter.
Was ist der Grund?
Die Welt ist rund.
Und rundherum schickt auch die Uhr
die Zeiger Stund' um Stund' ganz stur.
Dann wirst du rundlich und auch weiser
und rundum wohl auch etwas leiser.
Das ist profund.
Die Welt ist rund.
Ich hab' die Rundheit nun gefunden,
ihr dürft mich schimpfend überrunden,
und wer mich rundherum nicht mag,
dem wünsch ich einen runden Tag.
Ich tue kund:
Die Welt ist rund.
Na und ?
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:29
Deine Lieder
Ich hör' dich singen. Deine Lieder
erklingen tränengleich in Moll,
wie Trauergeigen sehnsuchtsvoll,
als ob ein Kummer sinkt hernieder.
Ein Zauber schwingt die Melodien,
und magisch reiht sich Ton an Ton,
zu einer Imagination
von liebevollen Harmonien.
Empfindsamkeit ist dir zu eigen,
dein Herz ist mir der größte Schatz,
drum möchte ich dir einen Platz
voll Licht und Herzenswärme zeigen.
Zwar kann dir Liebe nichts versprechen,
auch keine Unvergänglichkeit,
im Gegenteil zu jeder Zeit,
kann sie in tausend Scherben brechen,
doch könnt’ ich wie ein Vogel fliegen,
so ritt ich auf dem Sonnenwind,
um dich geliebtes Sternenkind,
in meinen Armen sanft zu wiegen.
Vergessen wären alle Sorgen,
ich bin so froh, daß es dich gibt,
du wurdest niemals so geliebt,
drum frage mich nicht nach dem Morgen.
So sing' für mich, sing' deine Lieder,
weil es mir deine Sehnsucht bringt,
wenn deine Melodie erklingt,
oh bitte, singe immer wieder.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:30
Du Selbst! – Sie ist gegangen…
Du schaust ihr nach, sie ist gegangen,
fragst krampfhaft dich nach dem „Warum?“.
Du forschst ihr nach und bleibst nicht stumm,
verurteilst ihre freien Worte,
und Selbstmitleid hält dich nun fest umfangen.
Du schließt die Augen vor dem Wissen,
daß deine Selbstphilosophie,
gepaart mit blinder Apathie,
sie nur vertrieb von jenem Orte.
Denn deine Achtung ließest du vermissen.
Doch langsam solltest du erkennen,
sie ist nicht schlicht, nicht unscheinbar
und nicht mehr die, die sie mal war.
Sie hat ein völlig neues Wesen,
dein Selbstwert würde jetzt an ihr verbrennen.
Was einmal war hat sie vergeben,
beginne du nun keinen Krieg,
die Selbstverleugnung ist kein Sieg,
und überprüfe deine Thesen,
denn sie wird kämpfen um ihr Recht zu Leben.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:31
Ein Sonnenschein
Die Wolken trieben regenschwer
wohl übers weite Himmelsmeer,
ein Sturm schien sie zu jagen
in diesen trüben Tagen,
da fiel ein heller Sonnenschein
durchs Fenster meiner Seele ein.
Er wärmte mir das kalte Herz,
die Sehnsucht strebte himmelwärts
mit Hoffnung und Verlangen,
doch alles war verhangen,
und dennoch drang ein Sonnenschein
ganz tief in meine Seele ein.
Es rührte mich so sonderbar
und plötzlich wurde es mir klar,
ich hatt's schon fast vergessen,
nun schwanden die Tristessen,
denn dieser helle Sonnenschein,
das konnte nur die Liebe sein.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:32
Es besteht noch Hoffnung
Auf dem Schlachtenfeld des Lebens
ist so mancher tief gefallen,
alle Rufe sind vergebens,
weil sie ungehört verhallen.
Viele zieht es nun hinunter
von den jungen Mensch-Gewächsen,
leiden sie doch ständig unter
Minderwertigkeitskomplexen.
Um sich dann zu profilieren
ziehen sie mit kühnen Reden,
ohne Anstand und Manieren,
an die Fronten neuer Fehden.
Seid ihr Pflänzchen so erblindet,
daß ihr glaubt, ihr könnt den Eichen,
ganz egal wie ihr euch windet,
jemals nur das Wasser reichen?
Mit der Zeit kommt das Begreifen
und die Lust an neuen Zielen,
doch solange sie nicht reifen,
sollten Kinder übend spielen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:32
Ein sanfter Wind
Ein sanfter Wind strich um mein Haus,
erst rechts, dann links, dann g'radeaus.
Ich saß allein im Kämmerlein
mit Feder, Block und Kerzenschein,
befreit von den weltlichen Schranken,
versunken in tiefen Gedanken,
da pochte es sacht an mein Fenster,
doch glaubte ich nicht an Gespenster
und fragte deshalb ganz geschwind:
Wer ist denn da? - Ich bin's, der Wind,
laß mich herein, war zu vernehmen
und vor dem Fenster tanzten Schemen.
Sie wollten mich holen, ich sagte: Oh nein,
es ist noch nicht fertig das letzte Gedicht,
der Wind ward zum Sturm, schlug das Fenster mir ein
und löschte der Kerze das flackernde Licht.
Aus!
~Ein sanfter Wind strich um das Haus~
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:34
In den Fängen
Ich wandelte am Rand des großen Abgrunds
Steil fiel er ab in bodenlose Tiefe
Mich hetzten tausend Geister und Dämonen
Da war mir als ob eine Stimme riefe
Die Furcht war riesengroß ich schien verloren
Sie waren viel zu nah auf meinen Spuren
Ich roch den Tod er würde mich ereilen
Durch Absprung oder diese Kreaturen
Und wieder hörte ich die Stimme rufen
Geliebter spring hinab in meine Arme
Ich stehe hier bereit dich aufzufangen
Auch wenn sich deiner sonst niemand erbarme
Die Worte drangen tief mir in die Seele
Ich brauchte nicht einmal dorthin zu schauen
Denn es war deine Stimme die ich hörte
Es packte mich ein grenzenlos' Vertrauen
Ich rief herüber zu den Seelenfängern
So haben wir am Ende nicht gewettet
Ihr kommt mit Hass doch wartet dort die Liebe
Und sprang hinab zu dir ich war gerettet
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:35
Der widerspenstige Dichter
Ich bin polemisch, tendenziös
und überhaupt nicht religiös,
kurzum, schlägt mir was auf den Magen,
werd' ich's mit meinen Worten sagen.
Wenn einer meint, ich wär' verrückt,
dann weiß ich, es ist mir geglückt,
ihn wieder mal zu echauffieren.
Und ich? Ich werd' mich amüsieren.
Pauschal und dümmlich, manchmal platt,
rhetorisch vollgequatscht und satt,
bín ich stromaufwärts stets geschwommen,
längst an der Quelle angekommen.
So rauscht nur an und schimpft mich voll.
Gefällt euch das? Ich find das toll.
Doch ihr könnt steppen, tanzen singen,
es grüßt der Götz von Berlichingen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:36
Drei Wünsche
An einem späten Sommertag,
es war der elfte im September,
erschütterte ein schwerer Schlag
Amerika, yes I remember.
Geflügelt kam der Himmelstod,
und viele Menschen mußten sterben,
das trug den Krieg und neue Not
weit in die Welt mit viel Verderben.
Das Morden all die Jahre lang
nimmt auch bis heute noch kein Ende,
nun starb, verurteilt und am Strang,
ein Herrscher durch des Henkers Hände.
Gewalt und Leid, gepaart mit Pein,
abstrakt in tödlich bunten Bildern,
dringt täglich in die Herzen ein
und keine Hoffnung kann das mildern.
Und fragt dich dann dein eig'nes Kind,
noch ist es klein, kann nicht verstehen,
wofür denn nun die Kriege sind,
mußt du verschämt zur Seite sehen.
Egal wie man es auch erklärt
den unschuldsvollen Wesen,
es wär' wohl sicherlich verkehrt,
da fehlen die plausiblen Thesen.
Drum wünsch' ich mir auf lange Sicht,
wenn mir drei Wünsche wär'n beschieden,
den Kindern dieser Welt ein Licht,
Gesundheit und vor allem Frieden !
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 01:37
Die Glockentürmerin von Lummerland
(Venyaluna gewidmet...)
Die Glockentürmerin von Lummerland
ist weltweit allen Glockenfans bekannt.
Schön verpackte Glockentürme,
voll von praller Lebenslust,
brennen sich wie Feuerstürme
in so manche Dichterbrust.
Wenn sie dann erneut,
herrlich im Geläut’
und im Gleichtakt fröhlich nicken,
möcht’ man gerne sie mal zwicken.
Doch sollte man die Lebensfreuden
der Türmerin von Lummerland
nicht einfach wahllos nur vergeuden,
denn so betrachtet, mit Verstand,
ist dieses ein Naturerlebnis
von unvergleichlichem Genuss,
was man am Ende im Ergebnis
ganz einfach gerne haben muß.
Wenn diese Glocken sich erheben,
um dann in ihrer ganzen Pracht
am Ende füllig zu erbeben,
dann spürst du, wie das Herz dir lacht.
Achte stets die guten Sitten,
lerne Ehrfurcht, übe sie,
störe niemals sie inmitten
praktizierter Harmonie.
Wenn sie dich dann lässt,
drücke sie mal fest,
dann ruf’ laut und unerschrocken:
Gott! Erhalt’ uns diese Glocken!
Sie ist wohl zweifelsohne imposant,
die Glockentürmerin von Lummerland.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:39
Abschied
Ich sah in deinen Augen diesen Schimmer.
Den wehmutsvollen Blick vergeß' ich nimmer.
Was sollten wir einander auch noch sagen,
das Schicksal narrte uns in jenen Tagen.
So zart schlug nur für dich mein Herz,
so hart schlug's nun im Abschiedsschmerz.
Ein letztes Mal in deine Arme sinken,
ein letztes Mal von deiner Liebe trinken,
ein Bild, ein Duft bewahrt in den Gedanken,
bevor wir in Vergessenheit versanken.
Die Wärme zwischen uns zerfloß,
die Therme, die ich stets genoß.
Ich sah in deinen Augen eine Träne.
Ganz einsam nur die eine, doch schien jene
geboren aus der edlen Art und Sorte,
die mehr gesagt als viele tausend Worte.
Ich sah dein trauriges Profil,
ganz nah, und diese Träne fiel...
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:40
Weltenschöpfer
Mein Todeskuss läßt Diamanten sterben,
denn ihre Glut vergeht im Eishauch meiner Lust.
Ihr Funkelglanz zerbricht in tausend Scherben,
am Stein, der tiefgefroren schlägt in meiner Brust.
Dies Herz pumpt Helium durch meine Venen,
bei Minuspunkt zweihundertneunundsechzig Grad.
Titanlegierungen in meinen Sehnen
bewegen meinen Körper wie ein Aggregat.
Verchromter Quarz in meinen kalten Augen
vermittelt den Impuls zum Hirn aus Silikon.
Kristalle, schwingend und flexibel, saugen
in meine Ohren auch den unscheinbarsten Ton.
Doch mein Bestreben ist nicht das Vernichten,
vielmehr ist meines kalten Daseins tiefer Sinn,
fantastisch schöne Welten zu errichten,
weil ich ein zeitgesandter Weltenschöpfer bin.
In Eruptionen streu ich Samenzellen
durchs weite Universum, die dann Kern für Kern
in einer Fusion das All erhellen,
und jedes meiner Spermien wird dann ein Stern.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:41
Nur eines kann ich nicht
Talent ist manchmal wie ein Fluch,
zuweilen auch ein Segen,
das Leben jedoch nur Versuch
auf immer neuen Wegen.
Ein jeder stellt wie's ihm beliebt
von Zeit zu Zeit sich Fragen,
ob's darauf eine Antwort gibt,
wer weiß das schon zu sagen?
Auch ist die Suche nach der Schuld
bei einem Mißgelingen,
oft eine Sache der Geduld,
denn niemand kann's erzwingen.
Und mancher schafft sich eine Welt
voll schöner Phantasien,
dort ist er dann sein eigner Held
und schwelgt in Utopien.
Ich bin ein Träumer, ein Poet,
und fliege zu den Sternen,
wo immer mich der Wind hinweht
in unbekannte Fernen.
Mein Geist ist wach, das Auge licht,
ich kenne Tod und Sterben,
ich sah so manches Angesicht
und dessen Lebensscherben.
Im Leben ist mir kaum was fremd,
drum möchte ich berichten,
ganz frei und völlig ungehemmt
von Leid und Freude dichten.
Nur eins ist unabänderlich,
es wird für immer bleiben,
was wahre Liebe ist, kann ich
mit Worten nicht beschreiben.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:42
Schlimmer gehts nimmer
Die Frauen haben's wirklich schwer,
ach nein, was haben sie gelitten.
Wer wirklich viel hat, hat auch mehr,
darum vergrößern sie sich ihre Titten.
Ein schlanker Leib, ein schöner Po,
fettabgesaugte runde Hüften;
auch Falten machen sie nicht froh,
ist auch nicht schlimm, dann lässt man sich halt liften.
Wirkt dann ein Lächeln noch sehr dünn,
umschiffen sie die schwersten Klippen;
entfernt wird auch das Doppelkinn,
darüber grinsen aufgespritzte Lippen.
Gefärbte Haare, möglichst blond,
erstrahlen überm Bogner-Kragen.
Mit ’nem Gesicht krebsrot gesonnt
da fahren sie ein Sportcoupè als Wagen.
Weil mir als Kerl das so gefällt,
wie alte Weiber eitel protzen,
rat ich zu einem Mann mit Geld,
ich find' das nicht normal und muß gleich kotzen.
So spare Kohle ich dafür
und auch die Angst vor schlimmen Hängern.
Ließ doch aus Vorsicht letztens mir
den Penis um ein gutes Stück verlängern.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:43
Schienengleise
Neulich gingen wir spazieren,
und ich dachte mir dabei,
was kann uns denn schon passieren,
wir waren zwei, wir waren frei.
Unbekannte Wege gehen,
frische Luft, in der Natur
sich ein wenig umzusehen,
dem Frühling auf der milden Spur.
Da entdeckten wir zwei Gleise,
stillgelegt seid langer Zeit;
froh begann nun eine Reise,
die Schienen lagen startbereit.
Und wir rannten wie die Kinder
jeder nur auf seinem Gleis,
du warst schnell, und ich nicht minder,
ein Kuss war ausgesetzt als Preis.
Plötzlich trafen sich zwei Weichen,
die es gut mit uns gemeint,
konnten unsren Weg angleichen,
und wieder waren wir vereint.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:44
Das Dichter-Ich
Zuweilen gibt es solche Tage,
da kann ich’s einfach nicht mehr fassen,
dann stelle ich die große Frage,
ob ich vom guten Geist verlassen
womöglich schon im tiefsten Sinn
von Dichterei befallen bin.
Die Worte fließen vom Gehirn
nur so hinein in meine Feder,
und hinter meiner Dichterstirn
verlaufen klickend tausend Räder
ganz still, doch sind sie insgeheim
stets auf der Suche nach dem Reim.
Dagegen kann ich mich nicht wehren,
schon sagen manche, ich sei süchtig,
doch soll mich das nicht weiter scheren,
ich bin nur leidenschaftlich tüchtig
und schreibe, auch mal kontrovers,
aufs Blatt Papier mir Vers um Vers.
Im Metrum bin ich stets gefangen,
ihm kann ich niemals widerstehen,
zur Perfektion will ich gelangen
mit schönen Jamben und Trochäen,
doch halte ich auch eisern fest
am Daktylus und Anapäst.
Die Lyrik ist nur dann gelungen,
und wird im Herzen tief verbleiben,
wenn Worte klingen, wie gesungen
und metaphorisch schön beschreiben.
Wenn dann noch das Gefühl besticht,
ja dann, dann nenn’ ich's ein Gedicht.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:45
Exkremente aus dem Wunderland
Ich lebe hier in einem Wunderland,
wo Menschen glücklich lachend tanzen.
Wo diese Brüder sich mit Herz und Hand
versuchen Reibach zuzuschanzen.
Sechshundert Euro für den Monat mehr
sind jetzt demnächst in der Debatte.
Das Schämen fällt ganz offensichtlich schwer,
das machen Hemd und die Krawatte.
Dreihundertfünfundvierzig sind genug,
für alle Armen in vier Wochen,
auch viele Rentner reden von Betrug,
Gesundheit geht schon auf die Knochen.
Nun naht der Wirtschaftsgipfel der G-8,
den sollte man ja unterstützen,
doch muß man ihn, wer hätte das gedacht,
vor freien Bürgern auch beschützen.
Wir leben hier in einem Wunderland,
bezahlen gern des Gesterns Schulden,
weil wir auch für des Glückes Unterpfand
die wahren Worte nicht mehr dulden.
Wir zahlen jede Menge Steuergeld
und die Entwicklungshilfen fließen,
für Waffenkäufe in die weite Welt,
Entwicklung heißt sich tot zu schießen.
Ja wer ein Staatsmann ist, der singt und lacht,
der freut sich hinter den Kulissen,
Geschäfte mit der Rüstung bringen Macht,
und dazu braucht es kein Gewissen.
Ist das tatsächlich unser Wunderland,
so wie wir’s alle gerne hätten?
Hier stinken Exkremente penetrant,
und dringen deutsch durch die Rosetten.
Wenn du auch eine Meinung dazu hast,
so lass dich bitte nicht verschrecken,
doch arrogant sag ich, wenn sie nicht passt,
kannst du sie sonst wohin dir stecken.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:46
Das Thema
Gedichte und auch Melodien
brauchen den thematischen Gedanken,
damit sich zwischen Harmonien
auch gewisse Kontrapunkte ranken.
Es klingen nicht nur Konsonanzen,
die in polyphonen Klängen schwimmen,
denn es gibt auch Dissonanzen
vielbewegter homophoner Stimmen.
In Worten, wie im Melodiösen
dreht sich ständig alles nur in Kreisen,
wie auch im Guten und im Bösen
relativ zu allen Lebensweisen.
Am Ende bleibt die große Frage:
Ist der freie Wille uns gegeben,
an jedem unsrer Lebenstage
nach dem Sinn des Daseins nur zu streben?
Die Suche fördert niemals Klares
und ist wie sehendes Erblinden;
der Mensch hat etwas Sonderbares,
denn Thematik ist hier nicht zu finden.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:46
Manchmal
Du sagtest:
Hör mir zu!
Ich fügte mich.
Beklagtest:
Du bist du,
doch ich nicht ich.
Zwar war ich bemüht dir alles zu geben,
doch manchmal läuft es nicht richtig im Leben.
Du meintest:
Sprich mit mir.
Es fiel mir schwer.
Und weintest:
Ich laufe dir
nur hinterher.
Ich wollte mich nie über dich erheben,
doch manchmal läuft es nicht richtig im Leben.
Du stöhntest:
Es reicht nun.
Ich schaute weg.
Und töntest:
Ich werd es tun,
hat keinen Zweck.
Du weißt und kannst es mir doch nicht vergeben,
denn manchmal läuft es nicht richtig im Leben.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:48
Spiegel-augen-blicke
Ich und mein Spiegel
ein Blick findet sich
abwärts hinaufreflektierter Gedanken
verschlingen die Zeit
entrückt
im Nebelvorhang illusionierter
Sehnsüchte verwirbelnde Strudel
im Wendelkreis
- wohin
Realitäten
erfahren Wendungen
Leben und Tod
schwarzweißes Graugemisch
der Strom fließt immer noch
flüsternde Stimmen am Wegesrand
Begleitmusik an Gabelungen
freier Wille
verloren
gewonnen
mein Spiegel lächelt
ich bin
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:49
Feuerbrücken
Wie fröhlich diese Brücken brennen,
die wir schon alle längst verlassen haben,
die uns von jener Seite trennen,
wo unsre Unbedarftheit liegt begraben.
Lernt der Regeln Theorie,
verhaltet gut euch im Betragen,
achtet auch die Hierarchie
und stellt bloß keine dummen Fragen!
Wie lieblich doch die Vögel sangen
am frühen Sommermorgen in den Bäumen,
die Lieder ihrer Kehlen klangen
für mich allein in meinen schönsten Träumen.
Stopfet uns die Köpfe voll
mit Formeln, Daten und Tabellen,
strafet streng nach Protokoll
den Drang der Individuellen.
Bei Vollmond kamen die Gespenster,
Vampire, die im Silberlichtschein flogen,
ich harrte oft an meinem Fenster
der Nebelwesen, die die Nacht durchzogen.
Utopien irreal,
auch Illusionen längst verboten,
Wissenschaft ist rational,
Beurteilung erfolgt nach Noten.
Ich seh mich auf dem Schulweg gehen,
ein kleiner Mensch gefangen noch in Fernen,
wo sich die Zweifel plötzlich drehen,
gewissenhaft die Wahrheit zu erlernen.
Schau auf diesen Leinwandheld!
Erfolg ist dringend festzulegen,
denke an das liebe Geld,
denn nur wer hat, bekommt den Segen.
Siehst du, wie die Brücken brennen?
Das sind die Reste, die uns nun verblieben,
wir lernten zwar die Logik kennen,
doch niemand lehrte uns das Leben lieben.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:50
Zügellos
Es streben manche jungen Dichter
sich von den Regeln zu befreien.
Sie halten sich für große Lichter
mit ihren freien Künsteleien,
die ohne Form und immer schlichter
ganz dreist die Dichtkunst nur entweihen.
Das Denken wird heut, umgekehrt,
vom eigentlichen Sinn entleert.
Doch selbst die frechen Spatzen pfeifen
nach Regeln, um zu überleben.
Wie kann ein Dichter heut noch reifen,
weiß er sich nicht der Kunst zu geben?
Wie soll er nach den Sternen greifen,
fehlt ihm doch jegliches Bestreben
nach dem soliden Grundgerüst -
er glaubt, daß ihn die Muse küßt.
Es ist ganz klar am Geist zu sehen,
wie sie sich minimal beschränken.
Obwohl Planeten stets sich drehen,
erblicken sie nur mit Verrenken
die Sonne auf- und untergehen.
Es fehlt wohl nur am klaren Denken.
Ich sage einfach und ganz schlicht,
das Unvermögen kann es nicht.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:52
Raumland
Im Raumland meiner Phantasie
schuf ich mir eine Dichterinsel,
ein Aquarell aus Poesie,
gemalt mit einem weichen Pinsel
und einem Hauch Melancholie.
Im Zentrum dieser Zauberwelt
entstehen sanfte Melodien,
die auf romantisch schönem Feld
so prachtvoll lyrisch sind gediehen,
weil nichts die Sinne dort verstellt.
Es findet sich ein Wort im Wort
und bildet dort in Molekülen
den sanftharmonischen Akkord
von zart verdichteten Gefühlen
aus Liebe, die nie mehr verdorrt.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:53
Der Himmel brannte...
Das Glück, daß wir an eurem Tische saßen,
wie ihr das Brot, den Wein mit uns geteilt,
auch wie ihr führtet uns durch eure Straßen,
es hatte uns für den Moment ereilt.
Ihr wart so voller Stolz und eure Freude
erschien uns nicht als hättet ihr's gespielt,
ganz souverän entstand ein Grundgebäude,
in dem die Liebe einen Raum erhielt.
Wir fühlten uns in diesem Haus geborgen,
und spürten eures Lebens Zuversicht,
vergänglich ist das Gestern doch fürs Morgen
beschenkten wir uns mit dem Freundschaftslicht.
Das Licht hat einen Funkelglanz besessen,
erstrahlte prachtvoll und in Harmonie,
denn eines werden wir wohl nie vergessen:
Der Himmel brannte über Sanssouci...
~~~Danke A + T~~~
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:54
Lautes Schweigen
Ein Schweigen sagt oft mehr als tausend Worte,
es spricht aus, was man sich sonst nicht traut,
wir alle kennen diese Art und Sorte,
still und leise, aber dennoch laut.
Nur falsche Sätze können uns belügen,
und am Ende wird es allen klar,
sich manchmal besser stille zu begnügen,
denn ein Schweigen ist wohl immer wahr.
Gedanken können durchaus auch verletzen,
weil sie oftmals grausam sind und schrill,
drum muß ein jeder immer neu abschätzen,
ob er Reden oder Schweigen will.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:55
Oh lieber Gott,
ich hätte da mal ein paar Fragen,
es quälen mich doch viele Zweifel,
ja, auch ein leises Unbehagen
beschleicht mich vor dem Gang zum Teufel.
Du bist unfassbar uns als Wesen,
die Schöpfung lag in deinen Händen,
und hast uns dazu auserlesen,
die Liebe dieser Welt zu senden.
Doch schenktest du den freien Willen
uns dummen, treuen Schlachthausschafen,
nur um uns heimlich und im Stillen
mit Höllenfeuer zu bestrafen?
Das will mir keinen Sinn ergeben
in diesem göttlichen Theater.
Erschufst du nicht das ganze Leben
als Mutter und zugleich als Vater?
Das ist das höchste Liebesglück
und wurde uns schon angeboren,
wir kehren alle einst zurück,
denn nichts und niemand geht verloren.
Grüß alle, die schon zu dir kamen.
Amen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:56
In deinen alten Wänden
In der ganzen Wohnung brennen Kerzen,
kleine Teelichter in Form von Herzen.
Du sagtest mir, sie seien dir Symbole
und bräuchtest diesen Flackerschein zum Wohle,
damit du in den einsam langen Nächten
ein wenig Licht hast, um den dunklen Mächten,
die an deiner Seele nur schmarotzen,
mit ein wenig Helligkeit zu trotzen.
Leise spielt das Radio dir Lieder,
sanft dringt die Musik in deine Glieder.
Ein Dasein in gespensterhafter Stille,
ganz ohne Töne, wäre nicht dein Wille,
weil sonst die unerfüllten Emotionen
am Ende die Gedanken nicht verschonen,
die in stiller Finsternis versinken,
da sie doch in Wehmut nur ertrinken.
Alles scheint im Alter nun verloren,
Träume stehen außen vor den Toren.
Die leise Hoffnung auf ein neues Morgen
bleibt in betagter Sehnsucht tief verborgen.
Der Preis des langen Lebens ist Verstehen,
daß alle Lieben früher von dir gehen.
Ein Besuch in deinen alten Wänden:
Ich hör zu und halt dich bei den Händen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:57
Daß Frauen immer reden müssen
Daß Frauen immer reden müssen,
liegt wohl in ihrer Frau-Natur.
Sie sind des Mannes Sprachgewissen,
sowie des Kreises Quadratur.
An deiner Backe hängt ein Knopf,
den kannst du schon im Spiegel sehen,
ja, langsam wirst du wirr im Kopf,
die Welt beginnt sich bald zu drehen.
Du weißt noch nicht, wie dir geschieht,
kriegst nur noch raus, ja wenn und aber,
da trifft dich kräftig wie ein Schmied
ihr hammerhartes Wortgelaber.
Selbst wenn du blass wirst nach dem Schock
vor Atemnot und Herzbeklemmung,
wird ihr geballter Worteblock
dich weiterquälen ohne Hemmung.
Zufrieden sind die Frauen nie,
sie sind auch Meister im Verhören,
da nützt auch keine Strategie,
in Demut Treue zu beschwören.
Sie sind gar wahre Worterfinder,
ein Dichter könnte neidisch sein.
Zur Folter und als Männerschinder
benutzen sie ihr Zungenbein.
Bald träumst du auch im Schlaf davon,
und Panik will dich ständig plagen.
Ein großes Todeslexikon
verfolgt dich, um dich zu erschlagen.
Ja schließlich gehst du zum Psychiater,
erzählst ihm, welches Los dich stört.
Er sagt als Mann, nicht als Berater,
er habe immer weggehört.
Den guten Rat nun anzuwenden
erscheint direkt ein wenig grob,
weil Frauen das wohl auch verständen,
drum tue Mann denn auch, als ob.
Und hilft dann keine Wortelist,
beginnt sie zärtlich dich zu küssen,
dann merkst du schon, wie du vergißt,
daß Frauen immer reden müssen...
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:58
Deutschland. Ein Ammenmärchen
Einst fühlte ich mich gut in dir geborgen,
ich glaubte an das "brüderlich mit Herz und Hand",
doch heute plagen mich die größten Sorgen,
in welche Richtung gehst du nur mein Vaterland?
Der Präventivstaat droht in kleinen Schritten,
bis hin zur Überwachung ist es nicht mehr weit,
das Grundgesetz wird immer mehr beschnitten
in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit.
Computer gründlich auszuspionieren,
der Fingerabdruck auf dem Personalausweis,
Mobilfunknutzer zu lokalisieren,
was da noch alles kommen mag, wer weiß, wer weiß?
Minister Wolfgang wird es sicher richten,
so klopft er bald die bösen Terroristen weich,
kann nebenbei auch kleine Gauner sichten
und schafft dabei versehentlich das vierte Reich.
Und die Frau Angela schaut stumm,
doch christlich in der Runde rum.
Die Arbeitgeberschaft kann endlos walten,
so wird Beschäftigung zum teuren Privileg,
und die Gewerkschaft soll die Fresse halten,
wer meckert wandelt heut auf einem schmalen Steg.
Gesunken sind die Arbeitslosenzahlen,
die großen Firmen machen immer mehr Gewinn,
weil sie den Arbeitnehmern Löhne stahlen,
die Kaufkraft sinkt, bald ist die Konjunktur dahin.
Das alles sind wohl neue deutsche Zeiten,
der Bürger ist verweichlicht und sentimental,
darauf will man ihn langsam vorbereiten,
das nennt sich christlich, demokratisch und sozial.
Doch alles ist nur gut gemeint,
sagt Kumpel Kurt, der Menschenfreund.
Die Dummen sind erneut die deutschen Wähler,
sie glauben alles was da glänzt ist Schwarz Rot Gold,
denn diese demokratischen Erzähler
berichten Ammenmärchen, die ihr hören wollt.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 01:59
An einem schönen Sommertag
An einem schönen Sommertag
geh ich des Abends gern spazieren,
weil ich den roten Himmel mag,
den Licht und Wolken inszenieren.
Der Tag verklingt, es wird ganz still,
ein Gluten schimmert durch die Bäume,
die Nacht klopft an und wenn ich will,
dann öffnet sich mein Tor der Träume.
Es ist der schönste Augenblick
wenn Tag und Nacht zusammenfließen,
und ihr gemeinsames Geschick
in trauter Zweisamkeit genießen.
Beim allerletzten Tagesklang
zieht Dunkelheit nun in die Weite,
doch ich bin nicht mehr länger bang,
denn ich hab dich an meiner Seite.
Nach einem schönen Sommertag
geh ich im Dunkeln gern spazieren,
weil ich die kühlen Nächte mag,
durch dich muß ich nicht länger frieren.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:00
Der Befund
Nein, nein, mir geht es wirklich gut,
ich danke Ihnen, daß Sie fragen,
die Nackenwirbel sind zwar stets akut,
auch hab ich Schluckbeschwerden bis zum Magen,
jedoch im Kot ist noch kein Blut.
Der Reflux hat fast aufgehört,
ein leichter Kropf ist mir zueigen,
was mich jedoch nicht weiter stört,
solange wie die Hämorrhoiden schweigen,
und mir der Darm nicht wieder röhrt.
Die Haltung ist ein wenig schief,
das linke Knie ist angeschlagen,
weshalb ich lange nicht mehr lief,
so wie in jungen und gesunden Tagen,
doch ist das jetzt rein subjektiv.
Die Gallensteine geben Ruh',
solang' ich keinen Kaffee trinke,
die Prostata schließt schmerzlos zu,
nur manchmal quält sie mich, bis ich versinke
im Schmerz, mit dem bin ich per du.
Zum Freuen gibt es keinen Grund,
politisch nicht und nicht auf morgen,
denn überall gibt's etwas Schwund.
Doch machen Sie sich bitte keine Sorgen -
ansonsten bin ich kerngesund.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:02
Contractors
Wir stellen weder unbequeme Fragen,
noch kritisieren wir Ihr Siegesziel,
doch gerne liefern wir an allen Tagen
die Schachfiguren für Ihr eignes Spiel.
Wir senden Bauern, sowie Offiziere
zu Schlachtenkämpfen und auf jedes Feld,
erobern die bezeichneten Reviere,
in Ihrem Auftrag und mit Ihrem Geld.
Wir sind geschult im Kampf und an den Waffen,
vertreten unsren Auftrag radikal,
denn nur für dieses Spiel sind wir geschaffen,
extrem gefährlich abseits der Moral.
Wir bieten eine Vielfalt Kompetenzen
in der verantwortlichen Teamarbeit
und sind in allerletzten Konsequenzen
sogar zum Sterben für Ihr Ziel bereit.
Wir denken nicht in alten Horizonten,
doch haben wir Charakter der gefällt,
drum leasen Sie Contractors an die Fronten
im Sinne einer sichereren Welt.
*"We are guided by integrity, innovation, and a desire for a safer world."
Falderwald
. .. .
*(Unsere Ideologie beinhaltet Unbescholtenheit, die Einführung neuer Ideen, und den Wunsch für eine sicherere Welt.)
Falderwald
18.02.2009, 02:03
Abgase !
Die Abgassteuer droht, für Rinder.
Da lachen aber jetzt die Hühner.
Wird das berechnet nach Zylinder,
nach Diesel oder nach Benziner?
Und muß die Kuh dann auch zum TÜV
mit ASU alle Jahre wieder,
Plakette zugeteilt mit Prüf-
bericht, ganz brav und deutsch und bieder?
Ermäßigt sich die Abgassteuer
bei Einbau eines Eurokats?
Das gäb für manchen Wiederkäuer
dann einen kleinen Steuersatz.
Das Tempo 100 kommt für Weiden
mit Radarfallen überall,
denn Kühe sind nicht unbescheiden,
sie furzen gern mit Überschall.
Entschuldigt bitte, daß ich lache,
ich weiß, ihr macht nicht gerne Witze,
doch diese Kuhgassteuersache
ist einfach amüsant und spitze.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:04
Du bist
Und die Gefühle schlagen Purzelbäume,
durch dich erfahre ich die Welt ganz neu,
denn die Verschämtheit meiner alten Träume
verliert in deiner Gegenwart die Scheu.
Du bist wie Salz in meiner faden Welt,
die erst die Farbenpracht durch dich erhält.
Mit dir kann ich in Höhen tief versinken,
wenn unsre Seelen körperlich verschmelzen,
in einem Meer aus Leidenschaft ertrinken,
mich ohne Scham in Lust und Wonnen wälzen.
Du bist mir Inbegriff der Sinnlichkeit,
sowie erotischer Geborgenheit.
Es gibt der Liebe viele Art und Weisen,
doch wenn dein Leib sich zärtlich nach mir reckt,
genieße ich die schönste aller Liebesspeisen,
die mich berauscht wie perlend klarer Sekt.
Du bist das Glück, mit dem du mich erfüllst,
ich liebe dich, weil du mich wirklich willst.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:05
Wenn Fritzchen popelt
Das Fritzchen popelt mit dem Zeigefinger
genüsslich an der Nasenscheidewand,
denn es verspeist die kleinen grauen Dinger,
die es wie üblich schön verklebt dort fand.
Wenn diese Dinger lange Fäden ziehen,
dann schmecken sie besonders salzig toll,
die Schleimspur ist dort schließlich nur gediehen,
weil sie die Haut vor Trocknung schützen soll.
Die ist gar herrlich um den Mund zu schmieren,
die kleinen Finger strotzen so vor Dreck,
ja das gibt wirklich künstlerische Schlieren,
die kriegt man hinterher dann kaum noch weg.
Doch hin und wieder nerven die Verwandten,
mit ihrem albern lästigen Getu,
die spröden Onkels und die doofen Tanten,
sie lassen es ganz einfach nicht in Ruh.
Das kann das Fritzchen leider kaum vermeiden,
es kann sich noch nicht wehren, wie es müsst,
doch lässt es sich das Leben nicht verleiden,
wird es mal abgeschlabbert und geküsst.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:09
Narrenposse
Da kam ein Vorschlag aus der CSU
Betreuungsgeld für Eltern einzuführen,
die ihre Kinder gern in aller Ruh
nach der Geburt zuhause um sich spüren.
Frau von der Leyen setzt das kritisch um,
sie ist zwar skeptisch, doch auch demokratisch,
denn im Berliner Staatspanoptikum
ward so entschieden, wenn auch bürokratisch.
Sie ist mit weitem Abstand hoch beliebt,
politisch ist sie Vorbild heutzutage,
ein Wunder, daß es so etwas noch gibt,
drum stellt man ihre Tätigkeit in Frage.
Finanzminister Steinbrück von der SPD
ist strikt dagegen, welche Narrenposse,
denn damit stört er fein sein Renommee
und zeigt Gesicht als dicker Volksgenosse.
Nun, das Theater dauert nicht mehr lang,
denn in zwei Jahren gibt es neue Wahlen,
ich seh', der SPD ist es schon bang,
es freu'n sich Guido und die Liberalen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:11
12.10.2007 !!!
Liebe Frau Kanzlerin,
als klitzekleines deutsches Licht
versteh' ich manche Dinge nicht,
denn scheinbar bleiben euch die Sorgen
der Menschen hier im Land verborgen.
Erklären Sie mir doch einmal,
wie soll das alles weitergehen?
Ich seh' die deutsche Volksmoral
ganz sacht im Winde hier verwehen.
Ich weiß, das ist euch scheißegal,
denn was ihr tut, ist ja legal.
Doch wisst ihr was wir hier vermissen?
Den Anstand und auch das Gewissen.
Mit Hoffnung wurdet ihr gewählt,
mit Hoffnung für den kleinen Bürger,
damit ihr uns nicht weiterquält,
doch dieser Staat bleibt Steuerwürger.
Für alles gibt's hier ein Gesetz,
Verordnungen und viel Geschwätz,
es wird und wurde viel gelogen,
so habt ihr euch stets selbst erzogen.
Am Ende glaubt ihr wohl daran
ihr könntet dieses Land noch retten,
nur weiß es doch schon jedermann,
ihr seid nur Wirtschaftsmarionetten.
Der Zaster ist es, der regiert,
der Arbeitnehmer wird düpiert,
an allen Stellen kann man schmieren,
um Politik zu korrumpieren.
So macht wohl jeder seinen Deal,
vor allem die da von ganz oben,
denn nach wie vor wird furchtbar viel
in diesem Lande hier geschoben.
Drum packt es endlich mal beim Schopf
und schrumpft den großen Wasserkopf,
das wird ja langsam ungeheuer,
denn eure Politik ist teuer,
ist weder christlich noch sozial.
Wo sind denn diesen edlen Werte,
wo ist das deutsche Ideal
von dem der brave Bürger zehrte?
Nun steht die Freiheit auf dem Spiel,
und das ist wirklich sehr skurril.
Das deutsche Menschlein wird zu Daten,
durch deutsche Politik verraten.
Das ist wie im Politbüro,
schon wieder über's Ohr gehauen,
ein ungeahntes Risiko,
euch kann man nicht mehr länger trauen.
Sie kamen aus der DDR,
Frau Kanzlerin, und hatten's schwer.
Das können Sie doch nicht vergessen,
wie dort mit List und Raffinessen
die Menschen wurden unterdrückt.
Was Ihre Politik jetzt startet,
und ihren Namen künftig schmückt,
hätt' ich von Ihnen nicht erwartet.
So, liebe Frau und Kanzlerin,
macht alles kaum noch einen Sinn.
Ich weiß, Sie wollen das nicht hören,
drum will ich auch nicht weiter stören.
Doch eines noch zum guten Schluss,
dann will ich mich für jetzt beschränken,
ich sagte euch mit Hochgenuss,
wie eure Bürger von euch denken.
Die Butter ward schon einmal ranzig:
am schwarzen Freitag '29.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:12
Der arme Klaus
Jetzt hat die gute alte Republik
mal wieder einen neuen Sündenbock.
Im rechten Winkel zeigt sich nun ein Knick
und die Regierung fällt in einen Schock,
das ist doch wieder mal ein klasse Trick.
O wie sie sich empören
und sich nun distanzieren,
die Hirsche alle röhren,
das Henkersmahl garnieren,
wie schwere Schneelawinen
den Abhang runterrollen,
und weiße Unschuldsmienen
mit bösen Augen grollen,
das ist ein wirklich feiner Spaß,
im Ernst, ich find, das hat doch was.
Milliarden Gelder werden hier verschenkt,
im Land regiert die Gier und Korruption,
den Arbeitnehmern wird der Lohn gesenkt,
da hat doch eine solche Sensation
das Volk gezielt und schnell gut abgelenkt.
Die Hauptdarsteller spielen
fast alle Charaktere,
doch viele dieser zielen
eindeutig in die Leere.
So mancher spielt in Rage,
das ist das wirklich Tolle,
für eine gute Gage
gar in der Opferrolle.
So glaubt es dann das Publikum,
denn Volk ist Volk, und das bleibt dumm.
Schon liegt ein fettes Tier auf dem Schafott,
die Menge wartet sehnlichst auf sein Blut,
betrachtet es mit lüsternd geilem Spott
und kappt des Beiles Seil in wilder Wut,
das Kollektiv wird nun zum Rachegott.
Willkommen hier im dritten
Jahrtausend der Geschichte,
wo sich die fetten Mitten
im grellen Bühnenlichte
genussvoll selbst enthaupten,
weil sie das Geld nur lieben,
das sie den Bürgern raubten,
um es dann zu verschieben.
Applaus erklingt in großer Huld,
du deutsches Volk hast selber Schuld.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:14
Jahreswechsel
Bald endet schon 2007,
doch davon ist uns viel geblieben...
Und wieder geht ein altes Jahr zu Ende,
ein Jahr voll hoffnungsfroher Zuversicht.
Dreihundertfünfundsechzig Tagebände,
gefüllt mit Liebe, Wärme und mit Licht,
beschrieben unsre lieben Dichterhände
nur mit der Tinte von Vergissmeinnicht.
Das größte Glück, das wir uns schenken,
heißt immer aneinander denken.
Und wieder wird ein neues Jahr beginnen,
so wie mit Letter A das Alphabet.
Die Liebe und die Lyrik wird gewinnen,
egal wie schnell das neue auch vergeht,
denn zwei, die, so wie wir, sich eines spinnen,
bepflanzen sich ihr eignes Lyrikbeet.
Wenn blaue Blumen sich entfalten,
dann werden wir sie uns erhalten.
Und nur die Liebe, heißt es, düngt die Wesen,
je tiefer, desto schneller sind sie groß.
Geschrieben haben wir es und gelesen,
so oft, daß wir für uns ganz virtuos
gemeinsam schaffen die Totalsynthesen,
die sich vertrauen nun bedingungslos.
Wir werden froh nach vorne sehen
und Hand in Hand nur vorwärts gehen.
2007 sinkt schon in die Nacht,
wir zwei begrüßen nun 2008...
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:15
Eine Welt
Das Wasser in der Schüssel ist gefroren,
weil er fürs Heizen keine Kohle hat.
Die Kälte dringt mit Schmerz bis in die Ohren,
schon lange war er nicht mehr richtig satt,
er lebt im letzten Loch der großen Stadt.
Wie vielen fehlen ihm auch ein paar Zähne,
doch lieber als ein strahlendes Gebiss
wär’ ihm Gesundheit und ein Maß Hygiene,
doch heutzutage ist nur eins gewiss,
kein Job, kein Geld, kein Licht, nur Finsternis.
Hingegen liebt ein andrer schnelle Wagen,
für ihn ist Luxus die normale Norm.
Ein Herr wie er mit Schlips und weißem Kragen
trägt ja Verantwortung, die ist enorm,
dann profitiert er auch von der Reform.
Er isst sich gründlich satt und wäscht sich täglich,
wobei er immer gut sich inszeniert,
denn arm zu sein ist für ihn unerträglich,
weshalb er sich auch gar nicht mehr geniert,
daß er es ist, der alles reformiert.
Die feinen Herren bleiben ständig heiter,
und lachen euch ins blöde Arschgesicht.
Sie reformieren euch kaputt und weiter,
sie machen Firmen pleite und dann dicht,
bis das die Volksmoral zusammenbricht.
Doch sehen sie die große Masse laufen,
beobachten sie das mit großem Spott,
weil die Idioten wirklich alles kaufen,
selbst billigst produzierten Auslandsschrott,
du meine Güte, was ist das bigott.
Sie bohren sich in euer Fleisch wie Zecken,
vergiften eure Kinder schon und dann:
dann lassen sie euch fallen und verrecken.
Doch spielt nur weiter schön den Zahlemann,
weil man euch Irren nicht mehr helfen kann.
Falderwald
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Falderwald
18.02.2009, 02:17
Monologott
Hallo, mein alter Freund, ich bin’s mal wieder,
Verwahrlosung regiert die neue Welt,
Moral und Anstand gehen langsam nieder,
sie huldigen als Gott dem lieben Geld,
und keiner weiß am Ende so genau,
wie es nun weiter geht in dieser Schau.
Ich denke manchmal mir im Stillen,
daß ich schon längst im Höllenfeuer lieg;
du gabst den Menschen ihren freien Willen,
doch diese Menschen nutzen ihn zum Krieg,
beschmutzen deine Schöpfung mit Bedacht
fürs große Spiel um Kapital und Macht.
Wir haben uns verirrt auf diesen Wegen,
denn selbst der Glaube wird zur Depression,
weil Fundamentalisten Bomben legen,
im Namen Gottes und der Religion.
Die Welt steht vor der letzten Galgenfrist,
doch wir erschaffen uns den Antichrist.
Wie lange müssen sich die Flüsse röten,
durch Hass vergiftet und gefärbt mit Blut
von Menschenkindern, die sich grausam töten
in ihrer unermesslich kalten Wut?
Ist das der Grund, daß ich auf Erden bin,
für diesen inhumanen Doppelsinn?
Angeblich haben wir das Recht zu leben,
doch dieses Leben scheint mir oft verflucht;
es kann nur ein Prinzip der Schöpfung geben,
nur haben wir dies nie bei dir gesucht.
In deiner Macht liegt Liebe und das Glück,
drum kehre ich auch gern zu dir zurück.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:18
Heimatbekenntnis
Warum, mein Vater, muss ich denn
in solchen Zeiten leben,
wo ich nicht sein darf, was ich bin,
ein deutscher Bürger eben?
Wir haben alles anerkannt,
wir sind zu Kreuz gekrochen,
das Land war völlig abgebrannt,
der Widerstand gebrochen.
Warum, o Mutter, sag mir doch,
hast du mich noch geboren
wohl unter diesem deutschen Joch,
kaum da und schon verloren?
Was habe ich der Welt getan,
kannst du mir das erklären,
mich klagt die Weltgeschichte an,
wie lang soll das noch währen?
Was sage ich nun meinem Sohn,
stellt er mir diese Fragen?
Denn Deutschsein ist ein reiner Hohn
in seinen jungen Tagen.
Mich droht Identitätsverlust
von innen aufzufressen,
doch meine deutsche Mutterbrust,
die kann ich nicht vergessen.
Drum schlagt mich meinetwegen tot
mit anti-deutschen Trieben,
ich darf und will als Patriot
doch meine Heimat lieben.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:18
Ecce Homo
Ihr stelltet vor der Welt mich bloß,
um meine Worte zu beschämen,
denn eure weltlich kleine Macht war groß,
sie wollte meinen freien Geist bezähmen.
Ihr habt im Herzen mich verletzt
mit Hinterlist und Machtkomplotten,
mir gar die Dornenkrone aufgesetzt,
um meine Überzeugung zu verspotten.
Als ich die Wahrheit offen sprach,
habt ihr ans Kreuze mich geschlagen.
Weil ich mir selbst die Treue niemals brach,
war’s unerlässlich wohl, mich anzuklagen
Doch eure Tempel stürzen ein,
weil sich die Lügen selbst enthüllen,
bestraft mein wundes Fleisch bis aufs Gebein,
damit sich Prophezeiungen erfüllen.
Sie wissen doch nicht was sie tun,
ich habe ihnen längst vergeben,
vergib auch du, mein Vater, ihnen nun
und lasse d(m)eine Worte ewig leben.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:19
Ich, der Dichter
Ist es ein Flammenschwert, ein wilder Engel,
gar ein computergeneriertes Bild,
vielleicht auch nur ein dürrer Pflanzenstängel,
der ins Gehirn als buntes Licht mir quillt?
Verlassen mich die alten Dimensionen
aufgrund der tiefen Bilder meiner Zeitvisionen?
Wer gab mir Licht, wer ließ zu Fleisch mich werden,
wer schickte mich hinunter auf die Welt,
damit durch unsre Worte hier auf Erden
das Gleichgewicht wird wiederhergestellt,
mit meiner Lyrik und den Emotionen
der ganzen Spektren, die uns innewohnen?
Mein Schaffensdrang genießt in vollen Zügen
den Blickpunkt, den kein Horizont umsäumt,
wo ich orgastisch mir in Höhenflügen
gedankliche Materie erträumt,
mich gar erdreiste gegen alle Normen
die Sprache - so wie ich sie will - zu formen.
Den menschgewordnen Geist mir zu bezähmen,
den ich aus meinem Innersten entließ,
das hieße, meine Schaffenskraft zu lähmen,
die ich so brauch im Dichterparadies,
damit auch mit vier Punkten dergestalt
wohl unter meiner Lyrik widerhallt:
Falderwald !!!
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:20
Sinnenwonnenwunderland
Gib auf den süßen Widerstand,
mein sanftes Herz will dich entführen
ins Sinnenwonnenwunderland,
um deine Wünsche zu erspüren.
Erlaube einer neuen Lust
verspielt in Sphären einzutauchen,
wo wir beim Lieben ganz bewusst
den Sieg im Spiele nicht mehr brauchen.
Vergiss die Zeit, sie zählt nicht mehr,
weil sich die Räume um uns drehen,
die Sinne können dem Begehr
nach Zweisamkeit nicht widerstehen.
Verschmilz mit mir als Molekül
zu einer homogenen Menge
im puren Haut-an-Haut-Gefühl
des Gleitens in der zarten Enge.
Umschließe mich, ich halte fest,
wir wollen diesen Fluss genießen,
den unsre Liebe strömen lässt,
bis du und ich zusammenfließen.
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:22
Er glaubt tatsächlich, er wäre Dichter...
Es ist schon schier unglaublich, was sie treiben
die neuen Federhelden dieser Zeit,
die glauben gar noch Lyrik hier zu schreiben
mit ihrer provokanten Billigkeit.
Geschlechtsorgane werden hingegrunzt,
weil irgendeiner sie zum Beispiel liebt,
das alles nennt sich dann die freie Kunst,
da es wohl nichts mehr gibt, was es nicht gibt,
wenn das dann auch nicht reicht, kommt ein Sonett,
wie Jesus es mit Jüngern trieb im Bett.
Es gäbe da viel mehr noch zu berichten,
vom Sport, den Satz zu biegen ohne Form,
was zwar zum Reimen reicht, doch nicht zum Dichten,
auch Rechtschreibfehler stören ganz enorm.
So fließt das gute Teil aus Schreibers Stift,
doch weil er selbst schon weiß, daß das nicht klappt,
hilft da nur eine krasse Überschrift,
die er dem Meisterwerk hat angepappt.
Der Möchtegernpoet ist gar nicht dumm,
er findet garantiert sein Publikum.
Wird er jedoch für seine Machenschaften
nicht hochgelobt, vielleicht gar kritisiert,
so scheint er das nur schwerlich zu verkraften,
weil er dann mit Empörung reagiert.
Er wurde von der Muse nicht getauft,
der Aushilfslyriker mit seinem Kram,
den er hier öffentlich als Kunst verkauft,
bedenkenlos im Ziel und ohne Scham.
Er glaubt tatsächlich, traurig aber wahr,
daß er ein Dichter wäre, ist schon klar…
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:23
Hybrisflügel
Ich saß einmal auf einem grünen Hügel
allein mit Gott und mir in der Natur,
da war es mir, als trügen plötzlich Flügel
mich hoch hinaus wohl über Wald und Flur.
In diesem leichten Meer aus Luftstromschnellen
benutzte ich als Steuermann den Wind,
die Schwingen in die Position zu stellen
schien leicht und ich erlernte es geschwind.
Frei wie ein Vogel ritt ich auf den Böen
direkt hinein ins helle Sonnenlicht,
doch beim Hinunterschauen aus den Höhen
erblickte ich ein trauriges Gesicht.
Es war von Sorgenfalten arg durchdrungen,
aus mütterlichen Augen zeugte Leid
von tiefen Ängsten um die eignen Jungen,
denn Nymphe Hybris herrschte in der Zeit.
Doch Nemesis erspürt herzloses Lieben,
steht jederzeit bereit um überall
zu richten jene, die es schmerzvoll trieben,
denn Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.
Ich kehrte um zu meinem grünen Hügel,
die Zeit lief ab, ich hatte es erkannt,
entledigte mich meiner Hybrisflügel
und eine Träne lief, denn ich verstand…
Falderwald
. .. .
Falderwald
18.02.2009, 02:24
Motiv: Liebe
Ich bin ein Sturm im Wasserglas
der ewig währenden Gezeiten,
der ohne ein umsäumtes Maß
sich tief verliert in Raum und Weiten.
Ich ziehe hier und dort mal hin
und werde mich auch niemals binden
an einen starren Lebenssinn,
um meinen Zeitgeist dort zu finden.
Ich löse mich von Tod und Zeit,
von allen Dogmen dieser Tage,
denn hinter der Unendlichkeit
entscheidet sich die große Frage.
Ich werde Raum im Überraum,
entfließe morgen in das Gestern,
als Melodie in einem Traum
gespielt von himmlischen Orchestern.
Ich sende Licht zum trüben Schein,
um neue Farben zu enthüllen,
denn nur die Liebe, ganz allein,
vermag die Seele auszufüllen.
- -- -
Sie wird mit ihrer sanften Kraft
der Schöpfung Herrlichkeit erhalten,
die sie in ihrer Güte schafft,
um sie den Wesen zu entfalten.
Nur sie ist das Motiv im Spiel,
sonst wäre alle Müh vergebens,
die Liebe gibt als großes Ziel
die Antwort auf den Sinn des Lebens.
Falderwald
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